Auf unserem Archiv-Foto probiert Juliana Venino einen Federweißen. Die Winzervereinschefin ist wie ihre Kollegen gespannt, wann die Probierstände wieder geöffnet werden dürfen.
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Auf unserem Archiv-Foto probiert Juliana Venino einen Federweißen. Die Winzervereinschefin ist wie ihre Kollegen gespannt, wann die Probierstände wieder geöffnet werden dürfen.

Weinbau

Flörsheim: Weinfreunde müssen noch warten

Warum die Winzervereinsvorsitzende auf einen goldenen Oktober hofft.

Flörsheim -Jeder Plan für Gastronomieangebote ist nur so gut, wie es die gerade geltende Corona-Verordnung zulässt. Das wissen auch die Winzer, die sich mit der Bewirtung der Weinprobierstände in Flörsheim und Wicker abwechseln. Eigentlich sollten die Weintheken bereits in diesen Tagen öffnen. Die Internetseite des Winzervereins nennt den 9. April als Starttermin für den Verkauf am Flörsheimer Mainufer. Der Weinprobierstand am Wickerer "Tor zum Rheingau" sollte ursprünglich am 17. April öffnen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lassen dies alles momentan aber nicht zu.

"Wir warten auf das Go"

"Beide Weinprobierstände sind so weit, dass wir öffnen könnten, sobald es grünes Licht von der Bundesregierung gibt", erklärt Juliana Venino, Vorsitzende des Wickerer Winzervereins. Die Winzer stehen gewissermaßen in den Startlöchern.

"Wir warten auf das Go", sagt die Vereinschefin, die den verzögerten Start schon aus dem vergangenen Jahr kennt. Nach Ausbreitung der Pandemie im Frühjahr 2020 mussten sich die Weinproduzenten und ihre Kunden bis Mitte Mai gedulden. "Als es dann losging, waren alle überrumpelt", erinnert sich Juliana Venino. Viele Hygienemaßnahmen hätten kurzfristig umgesetzt werden müssen. Dies sei in diesem Jahr anders. Die Betreiber der Weinprobierstände fühlen sich gut vorbereitet.

Grundgerüst steht bereits

"Wir wissen, wie der Hase läuft", meint die Winzerin. Nachdem sie im Vorjahr noch ins kalte Wasser geworfen wurden, seien die Winzer mittlerweile "Corona-erfahren". In diesem Jahr sei bekannt, welche Sicherheitsmaßnahmen es gibt, wo Absperrungen aufgebaut werden und wie der Ein- und Ausgang geregelt wird. "Das Grundgerüst steht", sagt Juliana Venino. Die bekannten Schritte müssten eventuell noch an Neuregelungen angepasst werden - beispielsweise falls Schnelltests für den Einlass erforderlich sein sollten.

Für weitere Einschränkungen neben den Corona-Regeln sorgten die Vorarbeiten zur Sanierung des Flörsheimer Maindamms, die in den vergangenen Wochen durchgeführt wurden. Auf der Wiese, die Teil des Corona-Konzepts der Winzer ist, rollten Baumaschinen. Der Platz für Sitzgarnituren wäre da nur schwerlich zu finden gewesen.

Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) versicherte jedoch auf Nachfrage des Kreisblatts, dass genug Platz für den Weinprobierstand zur Verfügung stehe. Derzeit seien die Arbeiten abgeschlossen. Weitere Maßnahmen, die im Mai folgen, kommen den Winzern laut Bürgermeister Blisch nicht in die Quere. Außerdem unterstütze die Stadt den Winzerverein über Vereinszuschüsse bei den Kosten für die Absperrungen. "Ich sehe keine Probleme", erklärt Juliana Venino.

Unproblematisch soll auch die Anpassung des Belegungsplans für die Weinprobierstände verlaufen. Der Winzerverein hat bereits alle Wochenenden ab diesem Monat bis Anfang Oktober an Mitglieder vergeben. Durch den späteren Verkaufsbeginn wird der Plan in dieser Form allerdings nicht funktionieren. Wenn das Wetter im Oktober mitspiele, sei dies nicht schlimm, erklärt Juliana Venino. Der Verein führe bereits Gespräche mit der Stadt, um die Saison zu verlängern. "Wir hatten schon oft einen goldenen Oktober", sagt die Vereinschefin. Am Ende solle keiner ihrer Kollegen zu kurz kommen.

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