Das war lange vor Corona: DRK-Geschäftsführer Franz Josef Eckert in der Leitstelle während des Flörsheimer Fastnachtsumzugs.
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Das war lange vor Corona: DRK-Geschäftsführer Franz Josef Eckert in der Leitstelle während des Flörsheimer Fastnachtsumzugs.

Rotes Kreuz

Flörsheim: Weniger Sanitätsdienste, aber mehr Aufwand

DRK ist wegen der Corona-Krise dennoch besonders gefordert.

Flörsheim -Für die Aktiven des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) brachte 2020 sowohl den Verzicht auf gewohnte Tätigkeiten, als auch den Umgang mit neuen Herausforderungen. Der Flörsheimer Ortsverein blickt auf ein ungewöhnliches Corona-Jahr zurück. Insgesamt leisteten die 25 aktiven Mitglieder rund 7500 ehrenamtliche Stunden. Damit waren sie etwa 1500 Stunden weniger im Einsatz als im Jahr 2019. Vor allem die Blutspendetermine und der Sanitätsdienst entfielen in den vergangenen zwölf Monaten nahezu vollständig.

"In diesem Jahr haben sich die Stunden teilweise deutlich anders verteilt", erläutert Geschäftsführer Franz-Josef Eckert. Veranstaltungen wie das Wickerer Weinfest oder der Flörsheimer Weihnachtsmarkt, die normalerweise vom Sanitätsdienst des DRK begleitet werden, fielen der Pandemie zum Opfer. Dies habe auch einen finanziellen Effekt, räumt Eckert auf Nachfrage ein. Einnahmen zwischen 8000 und 10000 Euro seien durch die fehlenden Sanitätsdienste weggebrochen, schätzt der DRK-Chef. Unter dem Strich sei die Auswirkung jedoch nicht allzu dramatisch, weil gleichzeitig auch der finanzielle Aufwand geringer ausgefallen sei. Außerdem habe der Ortsverein höhere Einnahmen aus dem Rettungsdienst erzielt, erklärt Eckert. Die Stundenzahl für Einsätze im Rettungsdienst stieg von rund 700 im Jahr 2019 auf 1000 Stunden im Jahr 2020.

Die gesteigerte Zahl an Rettungsfahrten ergab sich, laut Franz-Josef Eckert, weil die Flörsheimer Ehrenamtler dem hauptamtlichen Rettungsdienst in Corona-Zeiten stärker unter die Arme greifen mussten. "Die Hauptamtlichen stehen unter Druck", so der Geschäftsführer.

Weiterbildung per Videokonferenzen

Die Aktiven des Ortsvereins mussten bisher aber noch zu keinen Einsatz wegen einer Covid-19-Erkrankung ausrücken. Wenn möglich, sollten Corona-Fälle von hauptamtlichen Kräften übernommen werden, sagt Eckert. "Verdachtsfälle gibt es mal, aber wir hatten noch keine bestätigten Fahrten", berichtet der Geschäftsführer. Trotzdem sind die Sanitäter auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt. Fieberthermometer und Mund-Nase-Schutz liegen in den zwei Rettungswagen des Ortsvereins immer griffbereit.

Blutspenden mussten im vergangenen Jahr abgesagt werden. Dies sei bedauerlich, weil die Flörsheimer Termine mit rund 150 Teilnehmern zu den am besten besuchten Aktionen in der Regionen gehörten, sagt Franz-Josef Eckert. In den sonst genutzten Räumen im Gemeindezentrum Sankt Gallus ließe sich der geforderte Hygieneabstand jedoch nicht gewährleisten. Zusätzliche Arbeitsstunden fielen derweil für die Einrichtung von Bereitschaftsabenden über Videokonferenzen an. "Damit konnten die Ausbildungsabende auch während des Lockdown weiter stattfinden", erklärt Eckert. Im Sommer seien auch praktische Übungen möglich gewesen.

Mit 32 Prozent der insgesamt geleisteten Stunden sei der Anteil der Übungen und Ausbildungsabende deshalb 2020 fast unverändert geblieben. Dies sei auch wichtig, betont der Geschäftsführer. Denn viele Tätigkeiten in der Notfallmedizin ließen sich eben nur praktisch erlernen. sas

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