Ständiger Pflege bedarf der Flörsheimer Wald, der sich laut dem zuständigen Forstamtsleiter aber derzeit in einer Erholungsphase befindet. Archiv-FOTO: nietner
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Ständiger Pflege bedarf der Flörsheimer Wald, der sich laut dem zuständigen Forstamtsleiter aber derzeit in einer Erholungsphase befindet. Archiv-FOTO: nietner

Waldwirtschaft

Flörsheim: Weniger Verluste als kalkuliert

Wegen der Menge an Schadholz gab es zuerst einen großen Preisverfall beim Verkauf von Holz aus dem Flörsheimer Wald.

Flörsheim/Raunheim -Einmal im Jahr stimmen die Stadtverordneten über den Waldwirtschaftsplan ab. Der regelmäßige Tagesordnungspunkt dient auch als Gelegenheit, um den Zustand des Flörsheimer Waldes zu beleuchten. Für dieses Jahr lässt sich zusammenfassen: Die Lage ist besser, als es den Anschein erweckt.

Der Wirtschaftsplan wurde zwar mit einem auffälligen Minus von 7759 Euro festgesetzt. Dies spiegelt jedoch vor allem die Auswirkungen der vergangenen Trockenperioden wieder. Dem Kreisblatt beschrieb Klaus Velbecker, Leiter des Forstamtes Groß-Gerau, dass es mittlerweile bergauf geht. Die Bäume könnten wieder "durchatmen", so der Fachmann.

Zur Erholung des Waldes trugen, laut Velbecker, vor allem niedrigere Temperaturen und besser verteilte Niederschläge im vergangenen Sommer bei. Im Vorjahr habe die Hitze nicht mehr über mehrere Tage am Stück angehalten. Dies helfe den Bäumen, die bereits im Absterben begriffen sind, natürlich nicht mehr, so der Forstamtsleiter. Allgemein zeichne sich jedoch eine Verbesserung ab.

Trotz der willkommenen Witterung im Vorjahr sehen die nackten Zahlen des Waldwirtschaftsplans 2022 wenig erfreulich aus. Nachdem die Pläne für 2019 und 2020 trotz positiver Erwartungen mit Ergebnissen von Minus 3065 Euro (2019) und Minus 4210 Euro (2020) abschlossen, rechnet Velbecker für dieses Jahr mit einem Defizit von fast 8000 Euro. Dieses ergibt sich aus Einnahmen in Höhe von rund 19 500 Euro und Ausgaben von rund 27 300 Euro. Die größten Kostenpunkte sind Waldpflege und Holzernte.

Wieso fällt das Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben so hoch aus? Dies liege zum einen daran, dass Verkehrssicherungsmaßnahmen im Flörsheimer Wald zugenommen haben, erläutert Klaus Velbecker. Aufgrund der großen Zahl an geschädigten Bäumen sei die Sicherung des Holzes entlang von Waldwegen, an der Autobahn und rund um das Forsthaus aufwendiger. Die Gewinnerzielung werde darüber hinaus erschwert, weil das Forstamt größtenteils auf die Ernte von gesundem Holz verzichtet habe. Schadholz zu verkaufen sei schwieriger, weil der Anteil an vermarktbarem Holz geringer sei, als bei der gleichen Fläche von gesundem Holz. Dadurch erhöhe sich der Arbeitsaufwand ebenfalls.

Forstamtschef Velbecker geht jedoch davon aus, dass das Ergebnis letztlich weniger negativ ausfallen wird als im Waldwirtschaftsplan vorgegeben. Er sei bei der Erstellung des Planes noch von niedrigeren Holzpreisen ausgegangen. Trockenheit, Pilzbefall und Borkenkäfer hätten den Markt zwischenzeitlich nahezu zum Erliegen gebracht, so der Fachmann.

Die große Menge an Schadholz, die auf den Markt drängte, führte zu einem Preisverfall. Mittlerweile sei der Markt aber schon wieder relativ entspannt. Die Preise hätten angezogen, berichtet Velbecker, der optimistisch ist, dass sich der negative Planungsansatz am Ende nicht bewahrheiten wird. sas

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