Auch wenn er lieb guckt: Mit Kampfhunden, wie diesem American Staffordshire Terrier, ist nicht zu spaßen. (Symbolbild/Archivbild)
+
Auch wenn er lieb guckt: Mit Kampfhunden, wie diesem American Staffordshire Terrier, ist nicht zu spaßen. (Symbolbild/Archivbild)

Eine Frage der Sicherheit

Ärger über nicht angeleinte Hunde: Naturschützer fordert härtere Bestrafung

Nicht nur für Wildtiere können frei laufende Hunde gefährlich werden, auch ein Radler wurde jüngst angegriffen. Für die Hundehalter hat ein Naturschützer in Flörsheim kein Verständnis.

Flörsheim – Nein, dieses Mal gibt es keine Beschwerde wegen der Hinterlassenschaften von Hunden, die auf öffentlichen Anlagen sowie auf Feldwegen zu finden sind. Dieses Mal beschwert sich ein Leser über frei laufende Hunde - genauer geschrieben über deren Besitzer. Denn davon kann der leidenschaftliche Radfahrer sowie engagierte Naturschützer Bernd Zürn ein Lied singen. Kein Wunder also, dass er erklärt: „Den Satz, ,mein Hund tut nichts. Der will nur spielen‘, diese Behauptung, im Brustton der Überzeugung geäußert“, höre er regelmäßig von Hundebesitzern, wenn er diese auf das Verhalten ihrer vierbeinigen Freunde in der Gemarkung anspreche.

Dabei sieht Bernd Zürn das Problem nicht auf den Bereich der Hunde begrenzt. Wildtiere hätten es in der Rhein-Main-Region sehr schwer, meint der Naturschützer. „Neue Wohn- und Gewerbegebiete nehmen ihnen immer mehr Lebensraum weg, neue Straßen zerschneiden ihn“, erläutert Bernd Zürn weiter. Schlimm sei es, wenn dann noch Hunderte von Hunden für Unruhe sorgten. Selbst angeleinte Hunde würden von Hase, Hamster und Reh als eine Gefahr wahrgenommen. Sie gerieten dann möglicherweise in Panik, auch in Sorge um ihren Nachwuchs, erklärt der Weilbacher. Besonders schlimm seien aber freilaufende Hunde. Sie stöberten beispielsweise bodenbrütende Vögel auf. Diese verließen dann ihr Gelege. „Die Eier erkalten, die Brut ist verloren. Auch Hasen und Rehe fliehen, ihre Jungen bleiben schutzlos zurück“, meint der Naturschützer.

Angriffe durch Hunde – Besitzer sind meist uneinsichtig

In diesem Zusammenhang ärgert Bernd Zürn das Verhalten von manchen Hundehaltern. „Die gut gemeinte Appelle von Jagdausübungsberechtigten, Ordnungsämtern oder Naturschützern prallen an vielen uneinsichtigen Hundeliebhabern ab.

Auch teilweise recht empfindlich hohe Strafen sind in der Regel wirkungslos: „Es fehlt an der nötigen Überwachung“, erklärt der Umweltschützer. Deshalb sei die im Paragraf 32 des Hessischen Jagdgesetzes vorgesehene Möglichkeit, „. . . Hunde, die Wild nachstellen, . . . zu töten“, nur ein zahnloser Tiger“, moniert Bernd Zürn, der betont, überhaupt nichts gegen Hunde zu haben - aber gegen unbelehrbare Hundehalter schon.

Hundeangriff auf Radfahrer in Flörsheim – Naturschützer rät zur Meldung solcher Vorfälle

Mehr als ärgerlich seien außerdem Hunde, die Fußgänger oder Radfahrer belästigten oder sogar angreifen würden. Bernd Zürn führt dazu einen Vorfall an, der sich am 21. März in Weilbach am Gelände des Modellflugplatzes ereignet habe. Gegen 16.15 Uhr verfolgte dort ein Kampfhund einen radfahrenden Rentner. Nach mehreren hundert Metern ließ der Hund von ihm ab, nachdem er mehrmals nach ihm geschnappt hatte. Die Begleiter des Kampfhundes, zwei erwachsene Männer, habe dies anscheinend wenig interessiert. „Der Senior kam noch einmal mit einem, allerdings ganz gehörigen, Schrecken davon“, berichtet Zürn.

Den Naturschützer ließ der Vorfall nicht ruhen. Nach Gesprächen mit verschiedenen Behörden rät Bernd Zürn den betroffenen Radlern oder Spaziergängern, solche Vorfälle zu melden. Entweder dem zuständigen Ordnungsamt, der Polizei, der Unteren Jagdbehörde, beziehungsweise den Jagdberechtigten. „Hilfreich sind dabei Fotos mit Orts- und Zeitangaben sowie weitere Zeugen“, empfiehlt der Weilbacher. (red)

Auch Hunde werden von ihren frei laufenden Artgenossen attackiert. In Kriftel wurde ein Mischlingsrüde von einem unangeleinten Hund angegriffen und musste mehrfach operiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare