Mit sehr unterschiedlichen Themen setzt sich der Grafiker Günther Preußler bei seinem künstlerischen Schaffen auseinander.
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Mit sehr unterschiedlichen Themen setzt sich der Grafiker Günther Preußler bei seinem künstlerischen Schaffen auseinander.

Porträt

Flörsheim: Werke über Leben und Tod

Günther Preußler's Arbeiten sind an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet zu sehen.

Flörsheim -Günther Preußler hat im Stadtgebiet Spuren hinterlassen. Werke des 81-Jährigen finden sich auf dem Neuen Friedhof, in der Josefskirche und beim Hospizverein Lebensbrücke. Verdiente Flörsheimer, die mit der Bürgermedaille ausgezeichnet werden, erhalten eine Plakette mit seinen Motiven. Im Jahr 1979 gestaltete Preußler eine Seite dieser Auszeichnung. Sie zeigt die katholischen Kirchen im Stadtgebiet, die Stadthalle sowie das Mainufer samt Mainturm.

Das jüngste Werk von Günther Preußler verkauft die Gemeinde Sankt Josef ab diesem Monat. Anlässlich des Josefsjahres hat der Flörsheimer eine 15 Zentimeter große Motivkerze entworfen. Auf dem Wachs glänzt eine farbige Abbildung der Josefskirche aus der Hand des Seniors. "Ich bin froh, dass ich das noch kann", sagt Günther Preußler.

Doch wie kam er eigentlich dazu, die Flörsheimer Bilderwelt zu prägen? Sein Talent für das Malen und Zeichnen sei schon während der Schulzeit aufgefallen. An die ersten Bilder, die er als Schüler malte, kann sich Günther Preußler noch erinnern: zwei Blumensträuße und eine Mühle im Schwarzwald. Eine Zeitung habe damals über seine Bilder berichtet. Daraufhin habe er eine Stelle als Schriftsetzer bei der Flörsheimer Buchdruckerei Emge bekommen, berichtet der 81-Jährige. Die Arbeit am Computer war zu dieser Zeit noch Zukunftsmusik. Die Buchstaben seien tatsächlich noch per Hand gesetzt worden, beschreibt der Flörsheimer.

Günther Preußler besuchte einen Zeichenkurs an der Volkshochschule und malte privat für Freunde und Bekannte. Selbst gefertigte Federzeichnungen vom Mainufer hängen bis heute bei ihm im Treppenhaus. Beruflich war er schließlich von der Buchdruckerei zum Wiesbadener Kurier gewechselt, wo er als Grafiker und Zeichner beschäftigt war. "1963 habe ich im Layout angefangen", erzählt Preußler. Auch zum Straußwirtschaftsführer "Wo's Sträußche hängt, werd ausgeschenkt" trug er seine Bilder bei. Im Jahr 1966 sei die Flörsheimer Verwaltung auf ihn zugekommen, berichtet der Grafiker. Damals stand der 300. Verlobte Tag an, und die Stadt habe ihn gebeten, Plakate für den Flörsheimer Feiertag zu gestalten. 1979 durfte er die Flörsheimer Sehenswürdigkeiten auf der Bürgermedaille verewigen. Glaubensthemen und das Jenseitige beschäftigten Günther Preußler bei vielen seiner Arbeiten. In der Josefsgemeinde hängt sein Triptychon, in dem er die Themen Geburt Jesu, das himmlische Jerusalem sowie Tod und Auferstehung in Acryl gebannt hat. Eine enge Zusammenarbeit pflegt der Maler auch mit dem Flörsheimer Hospizverein Lebensbrücke, dessen Logo er entwarf Während seine Frau bereits seit 20 Jahren als Hospizhelferin aktiv ist, unterstützt Günther Preußler die Vereinsarbeit durch sein künstlerisches Geschick. Neben Türschildern und Trauerkarten entwarf er das Bild "Lebensstufen" zum Text "Stufen" von Hermann Hesse. Das Gemälde hängt in den Seminarräumen des Vereins an der Grabenstraße. Außerdem griff Preußler den Übergang vom Leben zum Tod im Jahr 2005 in dem Bild "Lebensbrücke" auf, das im Trauerraum des Neuen Friedhofes zu sehen ist. Wer genau hinschaut, kann die Arbeiten des 81-Jährigen vielerorts im Stadtgebiet entdecken. Wenn es nach Günther Preußler geht, war die jüngste Kerze für die Josefskirche sicher nicht sein letztes Werk. sas

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