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Flörsheim: Winzer freuen sich auf das Weinfest

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Noch ist nur Wasser in den Gläsern (v. li.): Kassierer Alexander Venino, Vorsitzende Juliana Venino und Beisitzer Michael Hück stoßen trotzdem schon mal auf das kommende Weinfest an. FOTO: kröner
Noch ist nur Wasser in den Gläsern (v. li.): Kassierer Alexander Venino, Vorsitzende Juliana Venino und Beisitzer Michael Hück stoßen trotzdem schon mal auf das kommende Weinfest an. FOTO: kröner © Kröner, Sascha

Trotz Trockenheit, Preiserhöhungen und Lieferengpässen zeigen sich die Weinbauern optimistisch.

Wicker -Über optimale Weinfest-Bedingungen ist die derzeitige Witterung weit hinaus geschossen. 20 bis 25 Grad wären aus Sicht von Juliana Venino ideal für ein gelungenes Fest. Temperaturen jenseits der 30 Grad hält die Vorsitzende des Wickerer Winzervereins für problematisch. Wenn die Sonne extrem vom Himmel brennt, werde weniger Wein getrunken und ältere Gäste bleiben zu Hause. Trotzdem ist der Vereinsvorstand guter Dinge, dass das Weinfest vom 5. bis zum 7. August ein Erfolg wird. Momentan seien alle Feste in der Region gut besucht, stellt Venino fest.

Die Winzer stehen allerdings noch vor anderen Herausforderungen. Denn nicht nur die Menschen ächzen unter der momentanen Hitzewelle - auch die Weinreben leiden. "Für die Trauben ist das der Tod", sagt Juliana Venino. Bei Temperaturspitzen von bis zu 40 Grad, beginne das Wasser in den Rebfrüchten zu kochen. Mittlerweile seien die Bedingungen für den Weinbau immer schwieriger geworden, weil es die Betriebe häufiger mit Wetterextremen zu tun bekommen. Später Frost im Frühjahr, große Hitze im Sommer und viel Regen im Herbst, zählt die Vorsitzende auf. Der Frost sei immer noch eine größere Bedrohung als die Hitzewelle, sagt Kassierer Alexander Venino. "Jetzt verlieren wir einzelne Trauben", so der Wickerer. "Bei Frost kann es einen Totalausfall geben."

Der Wassermangel im Sommer begünstige außerdem die Verbreitung der Rebkrankheit Esca, berichtet Beisitzer Michael Hück. Die Erkrankung führt dazu, dass sich der Rebstock braun verfärbt und im schlimmsten Fall abstirbt. Ursache sind Pilze, die das Holz zersetzen. Eine längerfristige Folge des Klimawandels könnte ein Wechsel der bevorzugten Weinsorten sein. Irgendwann werde der Rheingau zum Rotweingebiet, glaubt Alexander Venino. Der Riesling werde nach Norden abwandern. Der Kassierer geht jedoch davon aus, dass die heutigen Winzer dies nicht mehr miterleben. Aktuell gibt es ein anderes Problem: Zur Herausforderung für die Ausrichter des Weinfestes werden die derzeitigen Preiserhöhungen und Lieferengpässe. Das Weinfestglas, in dem die Rebsäfte an den Ständen ausgeschenkt werden, kostet in diesem Jahr 2,50 Euro. Juliana Venino verweist auf die Verteuerungen bei Glas, Verschlüssen und Etiketten. Es gebe keinen Bereich, in dem die Preise gleich geblieben sind. Die Zeit der Weine für 1,50 oder 2 Euro sei vorbei, betont die Winzerin. "Ich glaube, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist", erklärt Juliana Venino.

Vieles, mit dem sich die Winzer gerade befassen müssen, klingt frustrierend. Ist also überhaupt die richtige Zeit, ein Weinfest zu feiern? Die Vereinsvorsitzende bejaht dies eindeutig. "Den Kopf in den Sand zu stecken, ist das Schlechteste was man machen kann", findet Juliana Venino. Es sei wichtig, weiterhin am Ball zu bleiben. Sie gehe davon aus, dass die Besucher dem Fest trotz Hitze und Preissteigerungen die Treue halten werden. "Die Leute sind eher dankbar, das sie wieder weggehen können", sagt die Wickerin. Die Winzer seien ebenfalls motiviert. "Wir freuen uns, dass es nach zwei Jahren Pause wieder stattfinden kann."

Das 49. Wickerer Weinfest startet am Freitag, 5. August, um 17 Uhr. Um 18 Uhr folgt die offizielle Eröffnung auf der Bühne an der Ecke Taunusstraße/Vorderstraße. Die Besucher erwartet eine Mischung aus 15 Weinständen, neun Essensständen und sechs geöffneten Höfen. Am Samstag öffnen die Stände um 16 Uhr. Der Frühschoppen am Sonntag beginnt um 10 Uhr. sas

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