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Verbandsliga-Aufsteiger

DJK Flörsheim: „Wir sind ein zusammengewürfelter Haufen“

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„Aufstiegs-Euphorie gibt es bei uns keine“, stellt Hans Richter sechs Wochen nach der Meisterschaft in der Gruppenliga Wiesbaden fest und ergänzt: „Woher sollte die auch kommen.“

Dass die Fußballer der DJK Flörsheim ab Anfang August nach nur einem Jahr in die Verbandsliga zurückkehren, wirkt auf den Trainer aktuell eher wie eine Bürde und nicht wie eine positive Nachricht. „Die Mannschaft, die diesen Erfolg geschafft hat, ist so nicht mehr zusammen. Wir sind auf gut Deutsch gesagt ein neuer, zusammengewürfelter Haufen“, stellt Richter klar.

Dabei möchte der Erfolgscoach vor seiner fünften Saison in Flörsheim nicht missverstanden werden. „Auf dem Papier haben wir schon die Qualität in dieser Liga zu spielen“, meint Richter, „nach aktuellem Vorbereitungsstand müssen wir aber sagen, dass das noch weit entfernt von dieser und überhaupt irgendeiner Fußballliga ist.“ Der mehrfache DDR-Pokalsieger und Endspielteilnehmer von Lok Leipzig am Europapokal der Pokalsieger steht aktuell oft nur mit etwas mehr als zehn Spielern auf dem Trainingsplatz. Verletzungen, Urlaube, Hochzeiten sowie berufs- und studienbedingten Absagen sind der Grund. Auch die 1:7-Testspiel-Niederlage gegen den Kreisoberligisten Dersim Rüsselsheim lässt sich erklären. Nicht nur die harte Trainingseinheit am Vortag, sondern auch die 14 anwesenden Spieler ließen den Willen und auch die Qualität vermissen, die es in der sechsten Liga braucht. „Da können wir noch zehn Mal in der Woche trainieren. So reicht das nicht“, stellte Richter klar. Mit Yannick Liebe stand zum Beispiel der einzig verbliebene, von fünf Torhütern zwischen den Pfosten. Er ist normal in der zweiten Mannschaft noch Ersatz. Nach den Abgängen von Soufian El Allali (SG Hoechst), Dominik Raab (VfB Unterliederbach), Timo Nietsch (SV Wiesbaden), Patrick Barnes (Germania Okriftel), Ruben Carvalho (USA) und Sascha Westbeld (Standby in der Reserve) sind Mittelfeldstratege Giuseppe Pagliaro oder der aktuell noch verletzte Laszlo Vagi für den Trainer die einzig verbliebenen Leistungsträger. „Mit Maxim Bujnow (aus Klarenthal; Anm. d. Red.) oder Philipp Kohl (TS Ober-Roden) haben wir schon neue Jungs dazu bekommen, denen ich zutraue, in der Verbandsliga eine tragende Rolle zu spielen“, meint Richter.

Bis zum Rundenstart im Derby gegen Germania Schwanheim am 2. August hat der Trainer aber noch alle Hände voll zu tun. „Es wird wahrscheinlich noch ein paar Wochen dauern, bis wir alle Jungs, die spielen können, auch wirklich mal auf dem Platz haben“, berichtet der Flörsheimer von einer suboptimalen Vorbereitung. Dies sei in Fällen wie dem von Pascal Hertlein verständlich. Der ehemalige Zeilsheimer kommt als oberliga-erfahrener Stabilisator für die Defensive vom SV Italclub Mainz. Er ist aber beruflich so eingebunden, dass er sowohl im Training als auch bei Punktspielen öfter fehlen könnte. Auch die Massfeller-Brüder Daniel und Pierre sind noch verletzt. Zudem müssen Amin Ahmad (SV Presberg) und Berat Karabey (VfB Ginsheim), sowie Yassin Sariano (Dersim Rüsselsheim), Pierre Penz (VfR Rüsselsheim), Candas Kara (SV Hofheim), Fatih Turan (SV Zeilsheim), Steve Wagner und Max Möhn (beide SG Oberliederbach), Alexander Müller und Patrick Ballarin (beide Viktoria Kelsterbach), Fabio Höfle (SV Flörsheim) und Kadir Ergül (SG Hoechst) passen. „Aufgeben ist für mich keine Option“, meint Richter als Trainer vom alten Schlag, „wir werden weiter mit dem Material, was da ist, hart arbeiten und dann schauen, was passiert.“

Ob die DJK Flörsheim zu einer Fahrstuhlmannschaft, die zu gut für die Gruppenliga, aber zu schlecht für die Verbandsliga ist, verkommt, hängt nicht nur von der Vorbereitung ab. Schließlich kann im Fußball vieles passieren. Sogar die Situation, dass eine schlecht vorbereitete Mannschaft mit Willen und Qualität Spiele gewinnt. Die nächste Gelegenheit dazu hat das Richter-Team schon am Samstag (17 Uhr) im Test gegen den SC Meso-Nassau Wiesbaden…

(awo)

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