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Die einstige Idee für eine weitere Bebauung zwischen den Wohnhäusern auf dem Areal Am Untertor fand keine Mehrheit bei den Stadtverordneten.

„Völlig illusorisch, in diesen Dimensionen zu rechnen“

Flörsheim: Kritik an Vorstoß der SPD zum Wohnungsbau

Die CDU kritisiert den SPD-Vorstoß zum künftigen Wohnungsbau in der Mainstadt sowie in den Stadtteilen.

Flörsheim – Trotz der viel propagierten Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet gibt es in den Mittelstädten der Region eine eindeutige Absage an zu viele Neubauten. Die noch intakten Wohnstrukturen sollen so geschützt werden. Und das sogenannte verdichtete Bauen ist bei vielen Menschen, die sich nach Luftzufuhr und gute Sicht auf Rasen oder Bäume erhalten möchten, unbeliebt. In Flörsheim war dies vor einigen Jahren ein Streitthema. Zwischen den Mietshäusern am Untertor sollten weitere Wohnhäuser entstehen. Die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte das ab.

Überhaupt: Ein großes Anwachsen der Einwohnerzahl ist bei der Mehrheitskoalition in Flörsheim kein Thema. Im Gegenteil. Nach dem Vorschlag der SPD, über den Bau von 2000 bis 3000 Wohnungen zu diskutieren, wie es regionale Flächenplaner vorgeschlagen hatten meldete sich nun die Christdemokraten zu Wort.

Die CDU Flörsheim spricht sich in einer Mitteilung klar gegen die Forderungen nach Tausenden von neuen Wohneinheiten aus. „Aus dem ruhigen und stadtentwicklerisch sehr behüteten Hünfelden-Kirberg im Rheingau-Taunus-Kreis heraus Tausende Wohnungen hier in Flörsheim zu fordert, zeigt zumindest einen gesunden Humor des Urgesteins der Flörsheimer SPD“, kritisierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Marcus Reif den Vorsitzenden der Flörsheimer SPD, Gerd Mehler, der in Kirberg wohnt

„Die Diskussion über neue Baugebiete begann ja schon unter der Ägide von Bürgermeister Antenbrink, der von 10 000 Neubürgern träumte“, erklärte Marcus Reif weiter. Aus diesem Grund sei die Erstellung eines Stadtentwicklungskonzeptes beauftragt worden, was die Entwicklung von möglichen Baugebieten darstellen soll. „Darauf aufbauend werden die Stadtverordneten Beschlüsse treffen“, meinte Frank Neugebauer, der Sprecher der CDU-Fraktion im Bau-Ausschuss.

Über Konzept soll diskutiert werden

Die Forderung nach Tausenden Wohneinheiten dürfte allein mit Blick auf die Gemarkung schon scheitern. Pro Wohneinheit mit dem Faktor 2 gerechnet entspreche die Forderung der SPD eine Summe von 6000 Einwohner, was dem 1,5-fachen Weilbachs entspreche oder mit Faktor 2,5 gerechnet ganze 7500 Neubürger. „Völlig illusorisch, in diesen Dimensionen über die nächsten 15 bis 20 Jahren zu rechnen“, erklärte Tobias Ruppert, der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende.

Die CDU bleibe ihrer bisherigen Linie treu, erklärte Reif. Zunächst müsse das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) solide, professionell und ohne Zeitdruck beraten werden. Danach soll über „kleinteilige Baugebiete mit wenigen Hundert Wohneinheiten pro Jahrzehnt“ diskutiert werden, um „einen gemeinsamen politischen Ansatz zu entwickeln“. Die Infrastruktur müsse dabei mitwachsen. „Neu-Flörsheimer werden natürlich auch Kinderbetreuung wünschen, diese städtischen Angebote müssen vorher da sein“, erläuterte Marcus Reif weiter. Der Fokus bei neuen Baugebieten werde sicherlich nicht ausschließlich auf Wohnraum im Niedrigmietenbereich liegen, „sondern eine Mischung aus Mehrfamilienhäusern, Reihenhäusern und Doppelhaushälften sowie frei stehenden Häusern sein“. Moderne Baugebiete lebten von einer gesunden Mischung. Soziale Brennpunkte mit Geschosswohnungsbau seien „doch sozialdemokratische Konzepte aus der Mottenkiste“.

Der CDU-Fraktionschef kritisierte: „6000 bis 7500 Neubürger in Flörsheim in 15 bis 20 Jahren zeigen die Politikferne der SPD. Dies ist weder infrastrukturell noch integrativ zu meistern, geschweige denn vom Platz her.“ In Flörsheim fehle es, so Marcus Reif weiter, „nicht nur an den dafür nötigen Baugebieten. Wir wollen eine so intensive Verdichtung im Grundsatz nicht. Selbst das von Mehler zitierte Baugebiet Nord brauchte 20 Jahre, um 2000 Neubürger eine Heimat zu geben“. meh

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