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Der Stierkopf auf dem Kreisel an der Kapellenstraße erinnert an die südfranzösische Partnerstadt Pérols. Foto: Stadt Flörsheim

Partnerstädte

Im Nachbarland ist es strenger

Die Corona-Krise sorgt für sehr strikte Regeln in Frankreich. Wie kommen die Einwohner in den Partnerstädten damit klar?

Flörsheim/Hochheim -Nicht nur in Deutschland steigt die Zahl der mit Corona infizierten Menschen. Einige andere europäische Staaten sind stärker betroffen - darunter das Nachbarland Frankreich, in dem die täglichen Neuinfektionen am Samstag einen Wert von 86 000 überstiegen. Seit Ende Oktober gilt dort eine nächtliche Ausgangssperre. Deutschland und Frankreich stehen während der Pandemie nicht nur auf Regierungsebene in Kontakt - auch Menschen, die durch persönliche Freundschaften und über Städtepartnerschaften verbunden sind, tauschen sich aus. Lore Fieber, Vorsitzende des Flörsheimer Freundeskreises mit der Partnerstadt Pérols, hat vor zwei Wochen zum letzten Mal mit Freunden in Frankreich gesprochen.

Ihr Gegenüber im Partnerschaftsverein von Pérols wisse bisher von keinen schwerwiegenden Fällen in der Partnerstadt, sagt Lore Fieber. "Gott sei Dank", betont sie. Sie habe jedoch mitbekommen, das die Menschen in Frankreich unter den strengen Einschränkungen leiden. "Das kam ja relativ schnell", sagt die Vorsitzende des Freundeskreises. Sie wisse von einem Bekannten, der kurz vor Allerheiligen aufbrach, um die Familiengräber in einer entfernten Region zu pflegen, weil sich danach niemand weiter als einen Kilometer vom Wohnsitz entfernen durfte.

Aus Pérols hat Lore Fieber auch mitbekommen, dass die Einschränkungen hierzulande als vergleichsweise "komfortabel" eingeschätzt werden. "Die Franzosen verstehen gar nicht, wieso in Deutschland gegen die Maßnahmen demonstriert wird", erzählt sie. Für zusätzlichen Schrecken hätten in der Partnerstadt die jüngsten islamistischen Anschläge gesorgt. "Man kann nur hoffen, dass das eine wie auch das andere besiegt wird", so die Vorsitzende.

Lore Fieber erzählt, dass Mitglieder aus beiden Partnerschaftsvereinen online und telefonisch in Kontakt bleiben. Ein persönliches Treffen im Mai wurde zunächst auf den Oktober verlegt und dann erneut verschoben. Nun hoffen die Aktiven auf beiden Seiten, dass sie sich im kommenden Mai wieder von Angesicht zu Angesicht treffen können.

Le Pontet liegt im Risikogebiet

Enge Beziehungen nach Frankreich pflegt auch Flörsheims Nachbarstadt Hochheim. Der Vorsitzende des Freundeskreises für die Partnerstadt Le Pontet hat jedoch schon länger nichts mehr von der französischen Seite gehört. Den letzten Austausch habe es Mitte September bei einer Videokonferenz im Rathaus gegeben, berichtet Georg Schäfer. Damals sei die Region, in der Le Pontet liegt, bereits Risikogebiet gewesen. Obwohl sich zwei große Seniorenheime in der Partnerstadt befinden, habe es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Todesfälle gegeben, erklärt der Hochheimer. Auch die Abordnungen aus Le Pontet und Hochheim mussten ein für Ende Oktober geplantes Treffen absagen. Schäfer hofft auf eine Fahrt im September 2021, bei der das 35-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert werden soll. Bis dahin muss das Internet aushelfen. "Wir wollen Ende des Jahres noch mal eine Videokonferenz machen", kündigte der Vorsitzende an. sas

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