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Bernd Blisch.

Neuer Bürgermeister

Was Flörsheims neuer Bürgermeister von seinem Vorgänger erbt

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Michael Antenbrink hat seinem Nachfolger Bernd Blisch auf dem Chefsessel der Verwaltung einige unvollendete Projekte hinterlassen.

Ein neuer Bürgermeister hat auf dem Chefsessel im Flörsheimer Rathaus Platz genommen. Der Wechsel an der Verwaltungsspitze bedeutet jedoch nicht, dass damit alle Projekte des Vorgängers abgeschlossen sind. Wir haben uns angeschaut, welche Maßnahmen aus der Amtszeit von Michael Antenbrink (SPD) noch auf Vollendung warten. Der neue Rathauschef Dr. Bernd Blisch (CDU) erläutert seine Sichtweise.

Einkaufsmarkt in Wicker

Anschauliche Pläne – viel mehr hat sich bei der Entwicklung von Flächen auf der Nordseite des Flörsheimer Bahnhofs nicht getan. Die Stadt erwarb das Gelände entlang der Gleise im Jahr 2011 von der Deutschen Bahn. Bürgermeister Antenbrink ließ Entwürfe eines Projektentwicklers vorstellen, die den Bau eines Hotels samt Parkhaus und eine Wohnbebauung auf dem Park & Ride Parkplatz vorsahen. Im Dezember 2014 beschlossen die Stadtverordneten die Aufstellung des Bebauungsplans. Konkretes wurde seither nicht auf den Weg gebracht. Michael Antenbrink hatte den P&R-Platz zwischenzeitlich dem Main-Taunus-Kreis als Standort für ein Hallenbad vorgeschlagen. In einem noch viel früheren Stadium befindet sich die Idee, zur Bebauung des Wickerer Gebietes „Auf dem Goldborn“. Antenbrink begrüßte den Vorstoß eines Investors, am Wickerer Ortsrand Wohnungen und einen Einkaufsmarkt zu errichten. Kritik aus dem Viererbündnis wurde laut, weil die Gremien nicht einbezogen wurden und der SPD-Vorsitzende Gerd Mehler als Berater auftrat. Antenbrink teilte mit, dass es bei den Gesprächen nur um eine erste Sondierung gehe.

Der neue Bürgermeister Bernd Blisch möchte bei den genannten Bauprojekten zunächst abwarten, wie das geplante Flörsheimer Stadtentwicklungskonzept voran geht. Dies sei der ausdrückliche Wunsch der Mehrheit im Stadtparlament. Er sehe für beide Bereiche keinen dringenden Handlungsbedarf, so Blisch.

Im Jahr 2015 konnte Michael Antenbrink den neuen Wickerer Kreisel auf der Kirschgartenstraße einweihen. Eine Gestaltung für die Innenfläche ließ sich jedoch bis heute nicht realisieren. Der favorisierte Entwurf der Verwaltung wurde zunächst auf einer Bürgerversammlung zurückgewiesen. Schließlich konnte Antenbrink als Ergebnis einer Arbeitsgruppe ein Modell präsentieren, das optisch auf breite Zustimmung stieß. Das Viererbündnis kürzte jedoch den veranschlagten Haushaltsansatz von 130 000 Euro auf die Hälfte. Bernd Blisch zeigt sich zuversichtlich, dass die Realisierung nicht mehr lange auf sich warten lässt. Er habe Gespräche geführt und glaube, dass die Gestaltung des Kreisels im nächsten Jahr Fahrt aufnimmt.

Im Stadtteil Weilbach fiebern derweil viele Menschen dem Bau der Umgehungsstraße entgegen. Die Ortsumfahrung wurde im Dezember 2016 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Vor zwei Monaten beschlossen die Stadtverordneten die Aufstellung des Bebauungsplans für den erste Teilabschnitt. Antenbrink erklärte immer wieder, dass sich die Stadt für einen schnellstmöglichen Grundstückserwerb einsetze. Die Fertigstellung stellte er für 2030 in Aussicht. Auch Bernd Blisch betont, dass die Politik mit aller Kraft an der Realisierung arbeite. Dabei stehe er nicht allein. Parallel möchte der Bürgermeister die Flörsheimer Verkehrskommission wieder einsetzen.

Gespräche mit Sponsoren

Schließlich wartet noch die Gestaltung des Rathausplatzes auf ihren Abschluss. Nach der Einweihung der Rathauserweiterung fehlt der letzte Schliff im Bereich zwischen Neubau und Rathausvilla. Dort sollte ein Wasserspiel entstehen. Außerdem hatte Michael Antenbrink für die Installation eines Werkes des Flörsheimer Künstlers Thomas Reinelt geworben, das bisher keine Zustimmung fand. Laut Bernd Blisch, stehen die Pflasterarbeiten kurz vor ihrer Vollendung. Dann sollen die angekündigten dekorativen Elemente installiert werden. Die Wasserfläche soll nach dem Winter in Betrieb gehen. Weiterhin sei ein Sockel für ein Kunstwerk vorgesehen. Die angespannte Haushaltslage lasse es jedoch nicht zu, ein Werk zu kaufen, erläutert der Verwaltungschef. Er wolle die Gespräche mit Sponsoren aufnehmen, die von seinem Vorgänger begonnen wurden.

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