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8000 Module der Photovoltaikanlage wurden in den vergangenen Tagen ausgetauscht.

Flörsheim

Leistungsfähigere Dünnschicht-Module für Photovoltaikanlage

  • vonSascha Kröner
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Flörsheim: Rhein-Main Deponie investiert 400 000 Euro

Flörsheim -Wer von Hochheim kommend auf den Flörsheimer Stadtteil Wicker zufährt, der blickt auf grüne Hügel, die von gleichförmigen dunklen Reihen durchzogen werden. So weit das Auge reicht erstrecken sich die Installationen über den Hang. Die Rede ist nicht von den belaubten Weinreben der Wickerer Winzer, sondern von bläulich glänzenden Flächen am Rande des Rhein-Main-Deponieparks. Die Photovoltaik-Anlagen teilen einige Eigenschaften mit den Anbauflächen des Weindorfes: Beide wurden angelegt, um künftige Gewinne zu erwirtschaften, wobei der Erfolg vom Sonnenlicht abhängt.

Spitzenleistung von 630 Kilowatt peak

In den vergangenen Tagen konnten Autofahrer entlang der Bundesstraße B 40 ein reges Treiben rund um die Photovoltaik-Module beobachten. Arbeiter entfernten die rechteckigen Platten von ihren Halterungen und setzten neue Geräte ein. Kurz: Die Rhein-Main-Deponiegesellschaft (RMD) ließ eines ihrer Solarfelder modernisieren. Geschäftsführerin Beate Ibiß erklärte auf Nachfrage, dass rund 8000 Module ausgetauscht wurden. Nach rund vier Wochen sei die Maßnahme, für die das Unternehmen 400 000 Euro investierte, nun abgeschlossen.

Die alten Solarmodule in diesem Bereich wurden durch neue Dünnschicht-Module ersetzt. Beate Ibiß erläutert, die Fläche sei erneuert worden, weil die Anlage nach mehr als zehn Jahren nicht mehr die benötigte Qualität aufweise. Die neu installierten Module erbringen nach Angaben der Geschäftsführerin insgesamt eine Spitzenleistung von 630 Kilowatt peak (kWp). Die RMD betreibe in Wicker noch ein zweites Feld mit rund 6000 Modulen, das derzeit jedoch nicht modernisiert werden müsse.

Die RMD errichtete ihre erste großflächige Photovoltaik-Anlage im Jahr 2005. Die Anlage kostete damals rund zwei Millionen Euro und erwirtschaftet jährlich 202 000 Euro durch die gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütung. Im Jahr 2008 folgte eine weitere Solaranlage an der Fassade des Biogaskraftwerkes.

Die RMD-Gruppe setzt an mehreren Standorten auf Photovoltaik und betreibt, laut Internetseite, Anlagen mit einer Höchstleistung von 7 Megawatt peak. Im Jahr 2007 wurde der Einsatz der Deponiegesellschaft für erneuerbare Energien mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet.

Gas und Altholz werden zu Strom

Auch in anderen Bereichen der Deponieparks steht alternative Stromerzeugung im Vordergrund: Das Gas, das entsteht, wenn Mikroorganismen den Abfall im Deponiekörper zerlegen, wird über Gasbrunnen abgesaugt und in die Deponiegasanlage weitergeleitet. Dort nutzen mehrere Gasmotoren das Nebenprodukt zur Stromerzeugung. Zum gleichen Zweck betreibt die Deponie eine Biogasanlage. Aus dem gärenden Biomüll entsteht Methangas, das ebenfalls in die Deponiegasverwertung fließt. Als weiteres Beispiel für die Energiegewinnung aus Müll kann das 2003 in Betrieb genommene Biomassekraftwerk genannt werden. Die Anlage verwandelt Altholz durch Verbrennung in Strom. sas

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