Das Impfzentrum im Kastengrund wird nur von einer Buslinie angefahren. ArchivFoto: Hans Nietner
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Das Impfzentrum im Kastengrund wird nur von einer Buslinie angefahren. ArchivFoto: Hans Nietner

Nahverkehr

Neue Busrouten in Flörsheim erwünscht

  • vonSascha Kröner
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Sozialdemokraten schlagen neue Verbindungen vor

Flörsheimer haben es nicht sonderlich weit bis zum Impfzentrum des Main-Taunus-Kreises. Die Anlaufstelle für Corona-Immunisierungen liegt auf dem Kastengrund-Areal zwischen Weilbach und Hattersheim. Da sich das Gelände außerhalb der Wohnbebauung befindet und nicht direkt mit dem Bus aus den Flörsheimer Stadtteilen angefahren wird, ist das Zentrum ohne Auto trotzdem schwer erreichbar. Darum ging es in einem SPD-Antrag in der Stadtverordnetenversammlung.

Die Sozialdemokraten haben sich Gedanken zum Nahverkehrskonzept gemacht, das im kommenden Jahr für Flörsheim erstellt werden soll. Besondere Priorität genießt in der Beschlussvorlage zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die Verbindung in Richtung Impfzentrum. Die SPD setzt sich dafür ein, die Buslinie 820, die bisher am Weilbacher GRKW-Gelände endet, bis zum Kastengrund zu verlängern. Die SPD-Stadtverordnete Katharina Adam schlug vor, diesen Punkt aufgrund der Dringlichkeit vorzuziehen und außerhalb des Konzeptes Gespräche mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zu führen.

Aus Sicht von Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) gibt es derzeit keine Notwendigkeit für eine Buslinie, die das Impfzentrum anfährt. Zum einen sei die Nachfrage bisher gering, und zum anderen gebe es andere Fahrdienste, die aus der Bevölkerung heraus organisiert wurden, erläuterte der Verwaltungschef in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

Vor der Inbetriebnahme des Impfzentrums am Kastengrund habe die Stadt angeboten, dass sich ältere Menschen bei der Seniorenberatungsstelle im Mehrgenerationen-Treff melden können. Von dort sollten Fahrten zu Impfterminen in Frankfurt organisiert werden. Dieser Service sei jedoch nur viermal angenommen worden, erläuterte Blisch, der einräumte, dass die Nachfrage mit der Öffnung des Kastengrunds wahrscheinlich zunehme. Eine Busverbindung im Halbstundentakt sei aber wohl nicht erforderlich. Es werde bei einzelnen Anfragen bleiben, vermutete der Bürgermeister.

Landfrauen fahren Senioren zum Impfen

Senioren, die nicht mobil sind, haben bereits verschiedene Optionen, um aus den Stadtteilen zum Impfzentrum zu gelangen. In Weilbach hätten sich die Kerbeborsch bereiterklärt, Fahrten zum Impfzentrum zu übernehmen, erläuterte Blisch. In Wicker können sich Menschen, die einen Fahrdienst brauchen, beim Landfrauenverein melden. Für Flörsheim werde noch nach einer ehrenamtlichen Lösung gesucht. "Wenn es auf einmal 100 Anfragen sind, müssen wir uns eine andere Lösung überlegen", so der Rathauschef. Vorerst sei er aber froh, dass die Unterstützung im Stadtgebiet noch funktioniere.

Von Wicker nach Massenheim

Neben den Fahrten zum Impfzentrum setzt sich der SPD-Antrag auch für Verbesserungen der Busverbindung von Wicker nach Massenheim ein. Außerdem wünschen sich die Antragsteller, dass direkte Verbindungen zum Frankfurter Flughafen und zu den Rüsselsheimer Opel-Werken eingerichtet werden und die Haltestelle an der Südseite des Flörsheimer Bahnhofs angefahren wird. Die Stadt soll Gespräche über Planungen und Fördermittel führen. Die übrigen Fraktionen schlugen vor, den SPD-Vorstoß in einen Prüfantrag umzuwandeln - eine Bitte, der die Sozialdemokraten nachkamen. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Melanie Ernst lehnte jedoch den Wunsch von GALF und Freien Bürgern ab, auf die Ergebnisse des Stadtentwicklungskonzeptes zu warten. Der Antrag könne Impulse für das Konzept geben, meinte die Sozialdemokratin. Schließlich brachten alle Fraktionen den Prüfantrag zum ÖPNV einstimmig auf den Weg.

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