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Auch die Weilbacher Kerb ? hier sind Michelle Bätz, Michelle Bächler, Marie Wilhelm und Lillie Wießmann zu sehen ? ist von der Finanzlage der Stadt betroffen. Archivfoto: Hans Nietner

Kerbevereine

Polit-Trubel um die Finanzierung der Kerb in Flörsheim

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Für heute und nächste Woche hat Erster Stadtrat Sven Heß Gespräche mit den Kerbevereinen in Flörsheim und Weilbach angesetzt. Er ist auch optimistisch, dass sich bis Oktober die Haushaltslage entspannt hat.

Ein merkwürdiges Gerangel hat sich in den vergangenen Wochen um die Flörsheimer Kerb entwickelt. Die Auseinandersetzung dreht sich darum, ob das traditionelle Kirchweihfest trotz des nicht genehmigten städtischen Haushalts stattfindet. Es geht auch um falsche Gerüchte und die Frage, wer für diese verantwortlich ist.

Zunächst nutzte die Flörsheimer SPD den Urlaub des Ersten Stadtrats und Kämmerers Sven Heß, um die Mitteilung zu verbreiten, Heß habe die Kerb abgesagt. Dies sorgte für Aufruhr unter den Flörsheimern. Heß erwiderte die Vorwürfe mit einer Gegendarstellung. Er habe die Kerb nie offiziell abgesagt und wolle ausloten, inwieweit der städtische Kostenanteil durch Sponsoren und Ehrenamtliche aufgefangen werden kann. Die Verträge mit den Schaustellern sollten abgeschickt werden. Heß bestätigte jedoch auch, dass die Stadt aufgrund der noch ausstehenden Haushaltsgenehmigung keine freiwilligen Leistung erbringen könne, zu denen auch Zuschüsse zu den Festen gehören. Heß bezeichnete den Vorstoß der SPD als „billiges Ablenkungsmanöver“ nach der verlorenen Bürgermeisterwahl.

Die Sozialdemokraten reagierten mit einer weiteren Stellungnahme: Die SPD begrüße die Unterzeichnung des Vertrages der Stadt mit den Schaustellern. „Wir hoffen, dass damit die Kerb sichergestellt ist. Dann haben wir unser Ziel erreicht“, schreibt die Fraktionsvorsitzende Marion Eisenmann-Kohl. Der SPD erschließe sich allerdings nicht, warum der Kämmerer die Vertragsunterzeichnung wochenlang blockiert habe. Anscheinend habe es des öffentlichen Drucks bedurft. „Wir hoffen jetzt, dass es bei anderen Veranstaltungen wie beispielsweise dem Töpfermarkt oder dem Weihnachtsmarkt reibungsloser verläuft“, so Eisenmann-Kohl.

Er wisse gar nicht, wo die Aufregung herkommt, sagt Sven Heß auf Nachfrage dieser Zeitung. Bis zur Kerb seien noch vier Monate Zeit. Die Verträge für die Schausteller würden mal etwas früher und mal etwas später rausgehen. Mittlerweile seien die diesjährigen Verträge sicher, er warte nur noch auch die Rücksendung durch die Schausteller. Zur Frage der Kostenübernahme erläutert Heß, dass die Leistungen des Bauhofs im Wert von 7000 Euro erbracht werden können, weil es sich dabei nur um Verschiebungen innerhalb des Haushalts handelt. Problematischer sind weitere Kosten in Höhe von rund 3500 Euro, die rund um die Kerb entstehen. Am teuersten seien die Verpflichtung eines Sicherheitsdienstes und das Aufstellen des Kerbebaumes. Für diese Beträge hofft Heß auf ein Spendenkonto oder einen Förderverein. Am Rande des Sommerfestes habe er dazu schon interessante Gespräche geführt.

Für den heutigen Donnerstag plant Heß ein Treffen mit den Flörsheimer Kerbeborsch. Am kommenden Donnerstag möchte sich der Kämmerer mit dem Weilbacher Kerbeverein treffen. Die Weilbacher Kerb vom 18. bis zum 21. August ist genauso betroffen wie die Kerb in Flörsheim, die für die Wochenenden vom 20. bis 23. Oktober und vom 26. bis 28. Oktober angesetzt ist. Vielleicht hat sich die Haushaltslage bis dahin sogar schon entspannt. Heß erklärt, dass er derzeit mit einer Haushaltsgenehmigung bis Mitte September rechne.

(sas)

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