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Absage

KAB sagt alle drei Fastnachtssitzungen ab

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Die Lüftungsanlage im Gallus-Gemeindezentrum schafft es nicht, bei Großveranstaltungen für die vorgeschriebene Menge an Frischluft zu sorgen. Deshalb wird derzeit eine Betriebserlaubnis für Termine mit über 200 Gästen nicht erteilt.

Die Nachricht von der eingeschränkten Betriebserlaubnis für das katholische Pfarrgemeindezentrum Sankt Gallus an der Hauptstraße verursachte bei den Nutzern schon mehr als Magenschmerzen. Daniel Schleidt, Sitzungspräsident der KAB, ist „mega-enttäuscht“. Die seit langem anhaltenden Vorbereitungen für die Fastnachtssitzungen der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung sind nämlich wahrscheinlich für die Katz gewesen, wenn es nicht noch ein Wunder gibt. Denn was die KAB nun dringend bräuchte, ist entweder ausgebucht oder schlicht in dieser Größenordnung einfach nicht vorhanden: Einen Saal für das Abhalten von drei Fastnachtssitzungen. Die Vorbereitungen dafür sind vor Monaten gestartet worden.

Wirtschaftlich untragbar

Drei mal 380 Personen waren zu den Sitzungen erwartet worden. Am Mittwochabend habe Pfarrer Sascha Jung der KAB dann mitgeteilt, „dass die Kirchengemeinde von uns als Mieter des Gemeindezentrums eine schriftliche Erklärung verlangt, dass unsere geplanten Sitzungen mit nicht mehr als 200 Personen durchgeführt werden“, berichtet Schleidt weiter. Da eine Sitzung mit 200 Teilnehmern „insgesamt logistisch und wirtschaftlich nicht möglich ist, noch dazu mit Blick auf die Zeit, müssen wir hiermit die drei Sitzungen der KAB im Gemeindezentrum absagen“, informierte der KAB-Mann offiziell die Medien und die KAB-Mitglieder. Denn zieht man die 85 Aktiven und Sicherheitsleute ab, so verblieben noch „echte“ 115 Besucher pro Sitzung. Die KAB würde damit in die Verlustzone rutschen, schließlich seien unter anderem GEMA und Band zu bezahlen, von anderen Kosten ganz abgesehen, berichtet der Sitzungspräsident. „Wir prüfen derzeit noch Alternativen, aber im Galluszentrum werden definitiv keine Sitzungen im Jahr 2019 stattfinde“, erläutert Daniel Schleidt.

Doch wie konnte das Dilemma überhaupt passieren, schließlich hatte es bereits im Dezember ein Gespräch wegen der Probleme im Gemeindezentrum gegeben. „Wir haben in den vergangenen Monaten alles dafür getan und sehr viel Zeit und Herzblut investiert, um die Sitzungen im Gemeindezentrum zu retten und nach Alternativen zu suchen. Allerdings mussten wir aufgrund der uns zur Verfügung gestellten Informationen davon ausgehen, dass die Sitzungen dort wie geplant stattfinden können“, meint Daniel Schleidt.

Prüfgutachten lag vor

Pfarrer Sascha Jung, der „Hausherr“ des Gemeindezentrums Sankt Gallus, bedauert ebenfalls die notwendige Absage der KAB-Sitzungen. „Das rechnet sich für die KAB natürlich nicht, wenn nun 200 Personen insgesamt zugelassen sind.“ Er habe gemeinsam mit dem Verwaltungsrat bei der zuständigen Bauaufsicht des Main-Taunus-Kreises die Gespräche darüber geführt, ob und wie eine Ausnahmeregelung, beziehungsweise eine zeitlich eingeschränkte Betriebserlaubnis, machbar sei. Um dies zu erreichen, habe er ein Prüfgutachten in Auftrag gegeben. Dies habe aber schließlich nichts genutzt. Die Bauaufsicht habe aus Sicherheitsgründen auf der Höchstgrenze von 200 Besuchern bestanden.

Zu dem Vorwurf der KAB, dass sie angeboten habe, beim Gespräch mit der Aufsichtsbehörde dabei zu sein, was aber abgelehnt worden sei, sagt Pfarrer Sascha Jung: „Dann hätten wir alle Nutzer des Gemeindezentrums zu der Besprechung mitnehmen müssen. Oder wir hätten eine Auswahl vornehmen müssen.“ Doch nach welchen Kriterien hätte diese Auswahl erfolgten sollen, laute die Frage. Außerdem habe er die Sache nicht so an die große Glocke hängen wollen, sondern sachlich die Gespräche führen wollen. Es seien aus verschiedenen Lagern die Versuche unternommen worden, auf die Behördenleitung Einfluss zu nehmen. Dies habe er aber verhindern wollen.

Alternativen gesucht

Ein Manko rechnet sich Sascha Jung selbst an. Nämlich, dass er nicht bereits Klarheit über die Zukunft des Gemeindezentrums geschaffen hat und die Entscheidung darüber seit den Jahren 2015/2016 bislang hinausgeschoben hat. Doch egal, ob das Gemeindezentrum abgerissen oder doch noch saniert wird: Vor 2021 ist wohl nicht mehr mit einer Lösung zu rechnen.

Pfarrer Sascha Jung hat sich derweil Gedanken über räumliche Alternativen gemacht. „Vielleicht ist es ja möglich, sich mit dem FCV über eine Mitnutzung der Stadthalle zu verständigen. Oder die KAB-Sitzungen für eine Übergangszeit nach Weilbach oder Wicker zu verlegen. Dass dies alles gerade für Flörsheimer Narren schwierig ist, weiß der Theologe. Doch besondere Geschehnisse erfordern besondere Lösungen.

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