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Das Heimatmuseum in der Hauptstraße gehört mit zu den sanierten Gebäuden in der Altstadt.

Nach 30 Jahren

Sanierung der Flörsheimer Altstadt ist abgeschlossen

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Nach mehr als 30 Jahren hat der Magistrat das Ende der Sanierungssatzung für die Flörsheimer Altstadt beschlossen. Vieles wurde in den vergangenen Jahrzehnten zum Positiven verändert, um dem alten Stadtkern sein heutiges Erscheinungsbild zu geben.

Vom Heimatmuseum zum Kirchplatz, über die Uferpromenade bis zum Kunstforum Mainturm – die Flörsheimer Altstadt bietet heute ein optisch ansprechendes Umfeld, das gerne als Schauplatz für Märkte und Feste genutzt wird. Viele Vorzüge des früheren Ortsmittelpunktes gehen auf Bemühungen zurück, die bereits vor Jahrzehnten angestoßen wurden. Die Satzung zur Sanierung der Altstadt trat am 1. Juli 1987 in Kraft. Zu diesem Zeitpunkt war die Erneuerung der Wohngegend zwischen Mainufer und Bahnlinie bereits im Gang. Der Startschuss fiel Anfang der 1970er Jahre mit einem Studienprojekt.

Der Stadtplaner Horst Thomas setzte sich 1973 mit dem damaligen Bürgermeister Josef Anna (CDU) zusammen. Eine Studentengruppe rund um Thomas erstellte ein Konzept zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des alten Stadtkerns. In einer Zeit, in der sich kaum jemand für Altstädte interessierte, setzt der gebürtige Flörsheimer auf den Erhalt des Bestandes. Thomas richtete ein Büro im heutigen „Scharfen Eck“ ein, um Anwohner in Beratungsgesprächen für seine Vorstellungen zu gewinnen. Dies ermöglichte unter anderem die Freilegung von Fachwerkbalken an mehreren Häusern. Zu den restaurierten Gebäuden zählt auch das Heimatmuseum in der Hauptstraße. Zehn Jahre lang finanzierte die Stadt die Sanierung aus der eigenen Kasse. Die Maßnahmen im Herzen Flörsheims fanden jedoch schnell überregionale Beachtung.

So errang das Konzept der Stadtplaner bereits Mitte der 70er Jahre einen Preis bei einem kommunalen Wettbewerb. Weitere Auszeichnungen folgten 1984, als die Maßnahme zum Landessieger in Hessen gewählt und mit einer Goldplakette ausgezeichnet wurde. In diesem Zeitraum erhielt die Stadt schließlich auch Zugriff auf Fördermittel von Land und Bund.

Die Stadtverordneten brachten 1987 die Sanierungssatzung auf den Weg, die den geförderten Maßnahmen einen Rahmen gab. Insgesamt flossen rund 19 Millionen Euro an Fördermitteln. Acht Millionen Euro davon hat die Stadt selbst beigetragen. Das Geld ermöglichte die Unterstützung von rund 120 privaten Einzelmaßnahmen. Hinzu kamen Mittel für die Schaffung sogenannter Folgeeinrichtungen – das Kunstforum Mainturm, die Kita am Mainturm und die Kulturscheune. Die Entwicklung des Rathausneubaus und des Rathausplatzes reihen sich in diese Entwicklung ein.

Nun hat der Magistrat das Ende der Sanierungssatzung beschlossen. Die Stadtverordneten sollen am 30. Oktober über die Aufhebung der Satzung abstimmen. Anschließend soll die Stadt dem Bund und dem Land Hessen eine Schlussabrechnung über die Verwendung der Fördermittel vorlegen. Die Wertsteigerung der Grundstücke im Sanierungsgebiet wurde bereits ermittelt und den Grundstückseigentümern berechnet. Die Ausgleichszahlungen in Höhe von 427 000 Euro verteilen sich auf 311 Grundstücke, was im Schnitt 1370 Euro pro Grundstück bedeuten würde. Auf Nachfrage war gestern aus dem Rathaus zu hören, dass der größte Teil der Ausgleichszahlungen bereits beglichen sei und in die Sanierungskosten einfloss. Ein Betrag von 57 000 Euro ist derzeit noch offen.

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