1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Flörsheim

So spottet die Flörsheimer SPD über Bürgermeister-Kandidat Bernd Blisch

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Niklaus Mehrfeld

Kommentare

Dr. Bernd Blisch, Bürgermeister-Kandidat des Viererbündnisses, wird von SPD-Chef Gerd Mehler heftig kritisiert.
Dr. Bernd Blisch, Bürgermeister-Kandidat des Viererbündnisses, wird von SPD-Chef Gerd Mehler heftig kritisiert. © Hans Nietner

Die Flörsheimer SPD ist offensichtlich nach der Nominierung von Dr. Bernd Blisch als Bürgermeister-Kandidat ziemlich angefressen. Der SPD-Vorsitzende Gerd Mehler spart nicht mit Kritik an ihm und glaubt nicht an einen „Wahlkampf ohne Fäuste“.

Angeblich sind die Sozialdemokraten gelassen, wenn es um den vom Viererbündnis aus CDU, Galf, Freie Bürger sowie FDP propagierten Konkurrenten im Rennen um den Chefsessel im Rathaus geht. Der Flörsheimer Dr. Bernd Blisch (CDU) wird bekanntlich am 27. Mai 2018 gegen Amtsinhaber Michael Antenbrink (SPD) antreten (wir berichteten). Wochenlang war im Kreisgebiet schon der Name des in Flörsheim geborenen Historikers in Zusammenhang mit einer Kandidatur für die Christdemokraten genannt worden, eine richtige Überraschung war seine Vorstellung als Bewerber nicht mehr. Doch so gelassen wie die SPD bisher auf die Nachricht reagierte, sind die Mitteilungen des Flörsheimer SPD-Vorsitzenden Gerd Mehler nicht.

Der „Moderator“

So sei die SPD irritiert über den Anspruch des Kandidaten, „Moderator“ sein zu wollen. Die Stadt brauche nämlich stattdessen „einen entscheidungsfreudigen und durchsetzungsstarken Bürgermeister“, da auch in den nächsten Jahren wichtige Entscheidungen anstehen würden. Mit ätzender Ironie kritisiert die SPD in einer Mitteilung die Aussage von Bernd Blisch,(54) er wolle – im Gegensatz zum bisherigen Arbeitsstil von Rathauschef Michael Antenbrink (62) – moderieren: Ein Moderator passe eher in Talkshows als in ein Rathaus.

Und als Friedensstifter sei der Kandidat des Viererbündnisses bisher nicht aktiv gewesen, setzen die Sozialdemokraten nach. Bernd Blisch habe stattdessen die aggressive Politik des Viererbündnisses mitgetragen. So auch bei der Wahl des Stadtverordnetenvorstehers und des Vertreters in der Regionalversammlung.

Von der CDU düpiert

Zur Erinnerung: Die SPD-Fraktion fühlte sich von der CDU nach der Kommunalwahl düpiert, weil sie sich an Abmachungen gebunden fühlte, die nach Meinung der Christdemokraten aber noch gar nicht „endverhandelt“ waren. Das Ergebnis war die Wahl von Steffen Bonk (CDU) statt eines SPD-Vertreters zum Stadtverordnetenvorsteher sowie die Wahl von Peter Kluin (Galf) statt Michael Antenbrink in die Regionalversammlung Frankfurt Rhein-Main.

Die Flörsheimer SPD schenkt auch dem Vorhaben eines „Wahlkampfes ohne Fäuste“ keinen Glauben. „Die massiven persönlichen Angriffe des Viererbündnisses gegen Marion Eisenmann-Kohl und Gerd Mehler schon am Tag nach der Nominierung des Kandidaten“ hätten gezeigt, dass selbst dann, wenn sich der Kandidat zurückhalten sollte, das Viererbündnis über Facebook „die Drecksarbeit erledige“.

Wesentliche inhaltliche Aussagen erwarte die SPD vom „Herausforderer“ im Bürgermeisterwahlkampf nicht. Dies würde schon sein angeblicher „Schwerpunkt Haushalt“ belegen. Auch hier habe Bernd Blisch alle Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung seit der Kommunalwahl „still abgenickt“. Irgendwelche Vorschläge, geschweige denn Konzepte, seien vom Kandidaten des Viererbündnisses nicht gekommen.

Keine Zweifel haben die Sozialdemokraten dagegen an ihrer Unterstützung für Verwaltungschef Michael Antenbrink. Der Bürgermeister habe die Stadt in seinen bisherigen zwei Amtsperioden in vielen Bereichen vorangebracht. Das qualifiziere ihn für eine weitere Amtszeit. Außerdem wisse man bei ihm immer, woran man sei. Doch obwohl Michael Antenbrink schon vor einigen Monaten bei einem Pressetermin darauf hingewiesen hatte, dass der Bürgermeisterwahlkampf bereits eröffnet sei, soll seine Nominierung erst Ende Februar nächsten Jahres über die Bühne gehen.

Auch interessant

Kommentare