+
Wenn der Mond scheint, sollte kein Flugzeug die Nachtruhe stören, fordern die Stadtverordneten.

Fluglärm

Stadtverordnete fordern höhere Strafen bei Verstoß gegen Nachtflugverbot

  • schließen

Eigentlich dürfen Flugzeuge gegen das geltende Nachtflugverbot nur in Ausnahmefällen verstoßen. Doch das Verbot sei in der letzten Zeit regelmäßig gebrochen worden, erklären die Stadtverordnete. In einer gemeinsamen Resolution zeigen sie nun seltene Einmütigkeit.

Wer in entlang der Einflugschneise lebt, hat in den vergangenen Monaten schmerzlich erfahren, dass die Nachtruhe kürzer wurde. Eigentlich sollten zwischen 23 und 5 Uhr keine Flugzeuge mehr über der Mainstadt dröhnen – in diesem Zeitraum gilt das Nachtflugverbot. Nur in Ausnahmefällen dürfen Maschinen noch zwischen 23 Uhr und Mitternacht landen. In den vergangenen Wochen kam aber genau dies immer häufiger vor. Die Flörsheimer Stadtverordneten drückten jetzt ihren Unmut darüber in einer gemeinsamen Resolution aus.

„Die Stadtverordnetenversammlung Flörsheim am Main fordert die konsequente Reduzierung der Verspätungslandungen am Flughafen Frankfurt“, heißt es in dem Beschluss, der aus einem Antrag der SPD hervorging. Die Vertreter des Viererbündnisses aus CDU, Galf, dfb und FDP schlossen sich an.

Die Stadtverordneten appellieren gemeinsam an die Genehmigungsbehörde, die zugelassene Zahl von durchschnittlich 7,5 verspäteten Landungen zwischen 23 und 24 Uhr zu verringern. Weiter fordern die Flörsheimer Fraktionen in ihrer gemeinsamen Resolution, die Strafgebühren für Starts und Landungen in der Zeit von 23 bis 5 Uhr zu erhöhen. Für Billigflieger seien die bestehenden Gebühren keine große Hürde.

Die Stadtverordneten untermauern ihren Antrag mit Zahlen: Im Mai seien nach Auskunft des hessischen Verkehrsministeriums 186 Flugzeuge nach 23 Uhr gelandet. Diese durchschnittlich sechs Landungen pro Nacht führten nach Ansicht der Unterzeichner bereits zu einer „unerträglichen Belastung“. Eine Steigerung der Verstöße auf die rechtlich zulässigen 7,5 Stunden sei nicht zumutbar. Die im Planfeststellungsbeschluss zugelassene Option, die Anzahl nachträglich zu verringern, soll auf ihre Machbarkeit geprüft werden.

Das Nachtflugverbot sei durch die derzeitige Praxis empfindlich eingeschränkt worden, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Eisenmann-Kohl. Sie plädierte dafür, Strafen und Gebühren so hoch anzusetzen, dass es für Fluggesellschaften nicht mehr wirtschaftlich ist, dagegen zu verstoßen.

Galf-Mann Peter Kluin erinnerte in einer kurzen Stellungnahme daran, dass es nicht nur während des Zeitraums von 23 bis 5 Uhr ruhiger werden soll.

Kluin verwies auf die Nachtrandstunden, die als besonders schützenswert eingestuft werden. Gemeint ist die Zeit von 22 bis 23 Uhr und von 5 bis 6 Uhr. In diesen Phasen soll der Fluglärm langsam an- und abschwellen. Im jährlichen Durchschnitt sind 133 Flugbewegungen pro Nacht in den

Randstunden

zulässig.

Peter Kluin monierte, dass durch die häufigen Verspätungen auch die Nachtrandstunden mit vielen Flügen belastet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare