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Trotz Fusion: Bei der GRKW bleibt fast alles so wie bisher

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Auch das ist Naturschutz: Schafe grasen auf eine GRWK-Fläche in Weilbach. ArchivFOTO: reuß
Auch das ist Naturschutz: Schafe grasen auf eine GRWK-Fläche in Weilbach. ArchivFOTO: reuß © Maik Reuß

GRKW und Regionalpark Pilot GmbH werden zum Regionalpark Mainportal.

Flörsheim/Weilbach -Die Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach (GRKW) sowie die Regionalpark Pilot Gesellschaft mbH fusionieren. Diese Verbindung, aus der die neue Gesellschaft Regionalpark Mainportal hervorgeht, war in der Stadtverordnetenversammlung nur mit Widerspruch angenommen worden. SPD und FDP stimmten dagegen, weil sie zuerst einen Vertreter der GRKW in den Ausschüssen hören wollten. Diese Fragerunde gab es nun, nachdem die Entscheidung bereits gefallen war. GRKW-Geschäftsführer Mathias Bausback stand in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses den Stadtverordneten Rede und Antwort.

Der Verschmelzung von GRKW und Regionalpark Pilot stünde nichts mehr im Weg, erklärte Mathias Bausback den Ausschussmitgliedern. Bis Ende August solle die Zusammenlegungsbilanz vorliegen. Die künftige Satzung stelle sicher, dass die neue Gesellschaft gemeinnützig wird. Nach der Neuordnung sind die Städte Flörsheim, Hattersheim und Hochheim sowie der Regionalverband und der Main-Taunus-Kreis mit Anteilen von jeweils 20 Prozent als Gesellschafter vertreten.

Der GRKW-Geschäftsführer ging auf die finanziellen Vorteile ein, die mit der Fusion verbunden seien. Durch die Verschmelzung sei es möglich, Verwaltungskosten einzusparen. Außerdem verursache derzeit jede Gesellschaft Kosten von 25 000 Euro für die Erstellung des Jahresabschlusses. Diese Summe von 50 000 Euro lasse sich durch die Zusammenlegung auf 30 000 Euro senken. Der Verlust aus dem Geschäft der Gesellschaften habe zuletzt 100 000 Euro betragen.

Auf Nachfrage des SPD-Stadtverordneten Markus Ochs führte Bausback diesen Punkt weiter aus. So habe die Regionalpark Pilot Gesellschaft im vergangenen Jahr ein Minus von über 300 000 Euro gemacht, die GRKW ein Plus von 220 000 Euro. Der Großteil der starken Verluste sei jedoch auf hohe einmalige Effekte zurückzuführen. Der normale Verlust aus dem operativen Geschäft der Regionalpark Gesellschaft belaufe sich auf rund 80 000 Euro. Die GRKW habe im Rahmen des Sanierungskonzeptes ihre Preise angepasst und verdiene mittlerweile am Kiesabbau. Künftig könne der Ertrag der einen Gesellschaft mit dem Minus der anderen verrechnet werden, so dass insgesamt ein Plus von etwa 100 000 Euro verbleibe. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte der Geschäftsführer, die Gesellschaft sei für die nächsten fünf bis zehn Jahre durchfinanziert und das Gelände gesichert.

Melanie Ernst (SPD) erkundigte sich nach dem Verbleib des Regionalparkportals. Mathias Bausback berichtete, dass die Anlaufstelle auf dem GRKW-Gelände zur Hälfte an die neue Gesellschaft verkauft werde. Das Außengelände übernehme der Main-Taunus-Kreis. Für die Mitarbeiter des GRKW-Naturschutzhauses ändere sich durch die Fusion nichts. Alle fest angestellten Kräfte sowie Leiterin Martina Teipel seien über die Volkshochschule des Kreises beschäftigt.

FDP-Vertreterin Viola Gebek erkundigte sich nach der Möglichkeit, einen Bolzplatz auf dem GRKW-Gelände einzurichten, wie in der Vergangenheit von den Liberalen beantragt. Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF) erläuterte, dass man abwarten müsse, bis die Stadt alle Grundstücke für den Bau der Weilbacher Umgehungsstraße erworben hat. Dann könne die Verwaltung prüfen, ob eine geeignete Fläche für einen Bolzplatz dabei ist.

Wenn es um die Zukunft der GRKW geht, drehte sich die Flörsheimer Politik immer wieder um die Frage nach dem Kiesabbaugebiet Weilbach 2. Zuletzt hieß es, dass auf dem Areal nördlich des Stadtteils kein Kies abgebaut werden soll. Sozialdemokratin Melanie Ernst wollte wissen, ob die GRKW bereit sei, die Fläche an die Stadt zu verkaufen.

Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) versicherte, dass Stadt und Gesellschaft miteinander reden, wenn beide Seiten für Verhandlungen bereit seien. Mathias Bausback erklärte, dass er nichts zum Genehmigungsverfahren für den Kiesabbau im Gebiet Weilbach 2 sagen könne. Antragsteller für die Auskiesung sei nämlich die Main Taunus Recycling Gesellschaft (MTR). sas

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