Einen Kerbebaum, wie er bisher eigentlich jedes Jahr zur Kerb aufgestellt wurde, wird es 2020 nicht geben.
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Einen Kerbebaum, wie er bisher eigentlich jedes Jahr zur Kerb aufgestellt wurde, wird es 2020 nicht geben.

Tradition

Weilbach: Kerb wird dieses Jahr ganz anders gefeiert

  • vonSascha Kröner
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Not macht erfinderisch. Wegen Corona schnüren die Kerbeborsch Päckchen mit Überraschungen und organisieren Foto-Wettbewerb.

Weilbach.Eigentlich könnten sich die Verantwortlichen des Vereins Kerbeborsch 6091 in diesem Jahr über eine steigende Beteiligung freuen. Die Ausrichter der Weilbacher Kerb verzeichnen einen Zuwachs bei ihren Aktiven. Nachdem vor einigen Jahren mit insgesamt fünf Kerbeborsche und Kerbemädels ein Tiefpunkt erreicht war, wuchs die Zahl der Traditionsverfechter im vergangenen Jahr wieder auf neun. Für die diesjährige Kerb haben sich sogar 13 Aktive gemeldet. Nun gibt es allerdings ein größeres Problem: Wegen der andauernden Covid-19-Pandemie kann die Kerb trotz motivierter Unterstützer nicht gefeiert werden.

Tänze, Schießbuden und Essensstände - all dies wird es zum diesjährigen Kerbetermin am 15. August nicht geben. Die Hygienemaßnahmen während der Corona-Krise lassen die Durchführung des traditionellen Volksfestes nicht zu. Da half dann auch alles Hoffen und Bangen nichts. "In den letzten Monaten war es mir schon klar", erklärt Matthias Theis, Vorsitzender des Kerbevereins. Es sei eigentlich nur noch darum gegangen, welche Alternative man den Weilbachern bieten kann.

Viele Ideen seien im Gespräch gewesen - darunter ein Umzug durch die Straßen des Stadtteils. Letzterer scheiterte aber an den strengen Auflagen. Der geplante Ausschank von Getränken wäre nicht möglich gewesen und selbst die Gesänge der Kerbeborsch machten Probleme. "Singen ist nur mit drei Meter Abstand erlaubt", erläutert Matthias Theis. Der Umzug ist damit vom Tisch. Der Verein hat jedoch schon ein neues Ersatzangebot auf die Beine gestellt.

Die Organisatoren des Volksfestes wollen die Kerb zu den Weilbachern nach Hause bringen. Wer das Kerbewochenende nicht ohne besondere Festatmosphäre verbringen möchte, der kann beim Verein ein Kerbe-Paket bestellen. Das Päckchen soll einige Überraschungen vereinen, die sich normalerweise auf dem Festplatz finden. So verrät Mattias Theis bereits, dass die Kisten einen bunten Mix von kerbetypischer Küche für zwei Personen, Apfelwein und Süßigkeiten enthalten.

Hinzu kommen kleine Überraschungen. Wer die Kerb unterstützen möchte, kann sich ein Päckchen zum Preis von 28 Euro reservieren, indem er einen Umschlag mit seinem Namen und dem passenden Geldbetrag bei Patrick Hochheimer in der Dresdener Straße 15 einwirft. Bestellungen sind bis zum 5. August möglich. Die Kerbeborsche werden die Pakete dann am Kerbesamstag, 15. August, vor der Metzgerei Press verteilen. Matthias Theis betont, dass der Kerbeverein mit der Aktion keinen Gewinn mache. Ein Teil der Einnahmen soll an die Frankfurter Hilfe für krebskranke Kinder gehen.

Die Kerbeborsch wollen die Weilbacher auch noch mit einem Foto-Wettbewerb zu stimmungsvollen Partys zuhause motivieren. Teilnehmer können Fotos ihrer privaten Feier und des dekorierten Hauses an die E-Mail-Adresse vorstand@kerbeborsch.com schicken. Einsendeschluss ist der 20. August. Die Sieger in den Kategorien "feiern" und "schmücken" gewinnen einen Überraschungspreis.

Die Kerbeborsch selbst werden den Stadtteil zum Festwochenende mit Zweigen und Schleifen in den Kerbefarben lila und gelb dekorieren. Einen Kerbebaum wird es in diesem Jahr allerdings nicht geben. "Den Aufwand sparen wir uns", sagt Vereinschef Theis auf Nachfrage. Der Weilbacher hofft, dass im kommenden Jahr wieder ohne Einschränkungen gefeiert werden kann. Dann würde der Verein Kerbeborsch 6091 seine 25. Kerb ausrichten. Matthias Thies rechnet damit, dass die Aktiven aus diesem Jahr beim Jubiläum noch einmal mit dabei sind.

Die Kerbeborsch hatten in den vergangenen Monaten eine Einkaufshilfe ins Leben gerufen, um Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, während der Corona-Krise zu unterstützen. Bisher sei das Angebot nur sechsmal genutzt worden, sagt Theis, der die geringe Nachfrage als Zeichen einer funktionierenden Nachbarschaftshilfe wertet. Das Angebot bestehe aber weiterhin. Interessierte können sich per E-Mail an vorstand@kerbeborsch.com wenden.

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