Die städtischen Pflegebemühungen am Lauf des Weilbachs, wie hier in der Nähe der Fußgängerüberwegs an der Frankfurter Straße, sind in die Kritik geraten.
+
Die städtischen Pflegebemühungen am Lauf des Weilbachs, wie hier in der Nähe der Fußgängerüberwegs an der Frankfurter Straße, sind in die Kritik geraten.

Ortsbeirat

Weilbach: Kritik an der Pflege des Bachlaufs

Naturnaher Zustand am Bachufer wird nicht von allen Bewohnern als erstrebenswert erachtet.

Weilbach -Im Rahmen des Landesprogramms "100 wilde Bäche" soll ein Teil des Weilbachs von der Industriestraße bis zur Bahnlinie renaturiert werden. Erste Stadträtin Renate Mohr (Grüne) erklärte im Ortsbeirat, dass die Stadt mit dem Artelgraben und dem Weilbach in das Förderprogramm aufgenommen worden sei und eine Umsetzung bevorstehe. Dies war Anlass für eine Diskussion über den Zustand des Bachlaufs.

Renate Mohr wies auf den niedrigen Wasserpegel während der Sommermonate hin. Aus dem Weilbach werde "überdurchschnittlich viel" Wasser entnommen. Die Verwaltung werde Verstößen stärker nachgehen. Außerdem ging Mohr auf eine Kritik der FDP ein, in der die Freidemokraten den Zustand der Pflanzen und die Pflege entlang des Bachbetts bemängelten. Die Stadt lasse momentan zwei Pflegegänge im Jahr durchführen. Dies liege zum einen daran, dass der Grünschnitt entlang des Baches sehr zeitintensiv sei. Zum anderen solle sich der Bach möglichst naturnah entwickeln, um Insekten und Kleinstlebewesen einen Lebensraum zu bieten. FDP-Mann Thorsten Press überzeugte dies nicht. Bei den zwei Pflegeaktionen im Jahr werde alles entlang des Bachs plattgemacht. "Tabula rasa", erklärte der Liberale. "Danach vermehren sich nur die Brennnesseln." Press sprach sich dafür aus, auch mal etwas wachsen zu lassen, oder etwas neu zu pflanzen. Dass die Stadt zwölf Weiden entlang des Bachs gesetzt habe, sei kein Ausgleich. Werner Duchmann (FDP) forderte, man solle sich auch Gedanken machen, wie die Renaturierung künftig erhalten werde. Bereits vor 30 Jahren seien Teile des Weilbachs renaturiert worden. Heute sei alles "ruiniert".

Manfred Schwambach (CDU) monierte, dass ihm die Pflegemaßnahmen entlang des Bachs nicht weit genug gehen. Er sei froh, dass wenigstens zweimal im Jahr das wuchernde Grün entfernt werde, weil er sonst vor lauter Brennnesseln nicht mehr von seinem Garten an den Bach komme.

Der Weilbacher Werner Siebel bemängelte den Zustand des Bachlaufs vor dem Haus am Weilbach. Er pflege dort mit anderen Weilbachern die Blumenkübel und höre immer Kritik wegen des mit Brennnesseln zugewucherten Bachs. Die Mitglieder des Ortsbeirats einigten sich mit der Verwaltung darauf, die kommende Sitzung mit einer Ortsbegehung des Weilbachs zu verbinden. sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare