1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Flörsheim

Werbe-Dreh in der Backstube

Erstellt:

Kommentare

Bäckermeister Jakob Remsperger buk am Sonntag erstmals vor der Kamera. Die Beleuchtung im Hintergrund steht normalerweise nicht in seiner Backstube, in der sich die Dreh-Crew positioniert hatte. FOTO: kröner
Bäckermeister Jakob Remsperger buk am Sonntag erstmals vor der Kamera. Die Beleuchtung im Hintergrund steht normalerweise nicht in seiner Backstube, in der sich die Dreh-Crew positioniert hatte. © Kröner, Sascha

Warum Bäckermeister Jakob Remsperger sonntagnachmittags Brötchen in den Ofen schob.

Weilbach -So gut ausgeleuchtet steht Bäckermeister Jakob Remsperger normalerweise nicht vor seinem Ofen. Während der Weilbacher Brötchen durch die Klappe schob, strahlten am Sonntag zwei große Scheinwerfer durch die Fenster seiner Backstube. Die ungewöhnliche Beleuchtung hing an einem Baugerüst vor der Fassade der Bäckerei. Gleich daneben war ein Parkplatz mit dem Hinweis "Dreharbeiten" gesperrt.

Die besonderen Vorgänge regten die Fantasie einiger Spaziergänger an, die an diesem sonnigen Tag durch Weilbach liefen. Zwei neugierige Passanten blieben vor der Hofeinfahrt stehen und unterhielten sich darüber, dass früher einmal Szenen für einen "Tatort" an einer Autobahnbrücke in der Umgebung gedreht worden seien. Warum also nicht diesmal ein "Mord in der Backstube"? Möglich - doch ganz so spektakulär waren die Aufnahmen in Inneren der Bäckerei Remsperger dann doch nicht. Im Mittelpunkt standen Schnappschüsse von technischer Ausstattung und den gewöhnlichen Handgriffen eines Bäckermeisters. Wasserfilterhersteller Brita aus Taunusstein ließ in Weilbach Fotos und Filmszenen für Werbematerial erstellen.

Eigentlich schiebt Jakob Remsperger sonntagnachmittags keine Brötchen in den Ofen. Normalerweise steht der Bäckermeister auch gar nicht mehr selbst in der Backstube. Er arbeite in der Geschäftsleitung und sei mit der Entwicklung neuer Produkte beschäftigt, erklärte der Weilbacher, der die Familien-Bäckerei vor wenigen Jahren mit seinen zwei Geschwistern übernommen und unter dem Namen "Broterben" weiterführt. Für das Filmteam legten die Remspergers am Sonntag eine Sonderschicht ein. Während der Bäcker mit dem Schussbrett Brot aus dem Ofen holte, schaute ihm ein Kameramann über die Schulter. Im Durchgangsbereich zwischen Backstube und Verkaufsraum waren Monitore aufgebaut, auf denen Mitarbeiterinnen der BRITA-Marketing-Abteilung die Aufnahmen verfolgten.

Wasserfilter für Bäckereien seien eine Spezialität des Unternehmens, erläuterte Rodi Blask. Die Technik komme nicht nur in den großen Kaffeemaschinen zum Einsatz, sondern auch in der Backstube selbst. In den Öfen befinden sich nämlich Wasserdampf-Düsen, mit denen die Brote während des Backvorgangs feucht gehalten werden. Die Aufnahmen in der Bäckerei Remsperger sollen künftig in Werbebroschüren und online zu sehen sein, erklärte Marketing-Mitarbeiterin Ina Hüther. Doch wie kamen die Filmmacher gerade auf den Weilbacher Bäcker? Die Backstube der Remspergers habe bei der Suche nach einem Drehort herausgestochen, erläuterte Isabel Merx von der zuständigen Produktionsfirma GK Film. Sie habe mehrere Tage lang recherchiert und sich dann für das moderne Aussehen der Räume in Weilbach entschieden. "Die Aufnahmen müssen auch international funktionieren", erklärte die Produzentin. Auch die Größe des Backraums und die Tatsache, dass es sich nicht um eine Bäckerei-Kette handelte, habe überzeugt. Die Familie Remsperger hat die Bäckerei erst 2019 rundum erneuert. "Es freut mich, dass die Einrichtung so gut ankommt", erklärte Jakob Remsperger während einer Drehpause. Dass er selbst vor der Kamera stehen würde, hatte sich kurzfristig ergeben. "Ich war schon etwas aufgeregt", gestand der Bäckermeister. Wirkliches Lampenfieber habe er nicht gehabt. Immerhin kenne er sich etwas mit Filmaufnahmen und Schnitt aus, verriet er. Filme in der Freizeit und im Urlaub zu drehen, sei eines seiner Hobbys. Dann stehe er jedoch auf der anderen Seite der Kamera, räumte Remsperger lachend ein. Seine eigenen Erfahrungen seien am Wochenende allerdings auch völlig nebensächlich gewesen, "Heute waren die Profis am Werk", betonte der Bäcker. sas

Auch interessant

Kommentare