Wetterfeste Vogelfreunde

Trotzt miesen Wetters kontrollierten und säuberten die Flörsheimer BUND-Mitglieder rund 100 ihrer in der Mainstadt aufgestellten Nistkästen.

Mit der Bezeichnung „Sauwetter“ traf Uli Weigl den Nagel auf den Kopf. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Nieselregen startete er am Samstagmorgen die alljährliche Reinigung der mehr als einhundert Nistkästen, die von den Flörsheimer Naturschützern betreut werden. Gemeinsam mit Bernd Zürn starteten die beiden Renter, die beim BUND für das „Grobe“ zuständig sind, ihre Runde. Erstes Ziel war das Wäldchen von Bad Weilbach. Es ist – neben dem neuen Friedhof Weilbach und dem ehemaligen Weilbacher Wasserwerk – eines der drei Gebiete, in denen die BUND-Nistkästen hängen.

Nach gut zwei Stunden waren zwölf Meisenkästen, acht Fledermausbe-hausungen sowie zwei Halbhöhlen kontrolliert und gereinigt. Überraschungen gab es keine. Auch die fünf Gartenschläfer, die sich „illegal“ in einigen Nistkästen einquartiert hatten, gehören seit Jahren zum gewohnten Anblick. Zwei, manchmal sogar drei, von ihnen verbringen dort fast ein halbes Jahr in tiefem Schlaf. Im Herbst polstern sie ihr Winterquartier bis zum Rand mit weichen und isolierenden Naturmaterialien aus. Ihr Schlaf war in diesem Jahr noch so fest, dass sie auf die Störung beim Kontrollieren ihrer Kästen nicht reagierten. „Im vergangenen Jahr sprangen uns mehrere von ihnen in Panik entgegen“, so Bernd Zürn. „Einer von ihnen verewigte sich sogar mit seinen scharfen Zähnen in meiner Hand“, erinnert er sich an diese schmerzhafte Begegnung.

Gegen Mittag hörte der Regen auf. Ganz zur Freude der Aktiven. Weniger erfreulich war, dass wieder mehrere Nistkästen fehlten. Drei Stück waren es allein in Bad Weilbach. „Wir hängen die Kästen immer so hoch, dass man sie ohne Hilfsmittel vom Boden aus nicht erreichen kann“, so Uli Weigl. „Die Diebe“, so seine Schlussfolgerung, „müssen gezielt vorgehen“. Bei einem Stückpreis von etwas über 20 Euro und einem Schwund von fünf Stück entsteht jedes Jahr ein Schaden von rund 100 Euro.

Die nächste „Großbaustelle“ war der neue Weilbacher Friedhof. Nach gut zwei Stunden waren die knapp zwei Dutzend Kästen erledigt. Ein Teil der Zeit vergeht erfahrungsgemäß auch mit naturkundlichen Fachgesprächen. Die etwas mehr als 40 Kästen entlang des Weilbachlaufs, an der Grundschule, der Weilbachhalle, dem alten Friedhof und dem Spielplatz Wiesenring konnten noch vor Einbruch der Dunkelheit erledigt werden. Noch abgearbeitet werden muss Bereich rund ums ehemalige Weilbacher Wasserwerk.

(hk)

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