Wie auf diesem Archiv-Bild, so könnte in den Wickerer Weinbergen vielleicht doch noch gefeiert werden. archiv-foto: nietner
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Wie auf diesem Archiv-Bild, so könnte in den Wickerer Weinbergen vielleicht doch noch gefeiert werden. archiv-foto: nietner

Kultur

Wicker: Eine kleine Festivität ist erwünscht

Der Ortsbeirat hat beschlossen, dass ein Konzept für ein Ersatz-Weinfest erarbeitet werden soll.

Wicker -Weinliebhaber mussten bereits mehrere beliebte Veranstaltungen aus ihrem Kalender streichen. Die Weinfeste der Region wurden aufgrund von Vorkehrungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie abgesagt. Betroffen war auch der Stadtteil Wickerer, in dem - wie seit Jahren üblich - am ersten August-Wochende im alten Ortskern gefeiert werden sollte. Stattdessen blieben die mobilen Buden der Winzer in diesem Jahr zu Hause. Die Wickerer wollen sich davon aber nicht unterkriegen lassen: Als Ersatz für das Weinfest ist ein Höfe-Fest vom 9. bis zum 11. Oktober angedacht. Die CDU beantragte im Ortsbeirat, dass der Magistrat ein entsprechendes Konzept mit dem Winzerverein entwickeln soll.

Laut Ortsvorsteherin Luana Schnabel (CDU) haben bisher elf Betriebe ihr Interesse bekundet. Die Christdemokratin erläuterte die Idee, mit der die Freunde des Rebensaftes nun doch noch nach Wicker gelockt werden sollen. Luana Schnabel wies darauf hin, dass die Weinbaubetriebe im Ort bereits Hygiene-Konzepte für ihre Gutsausschänke und Straußwirtschaften erstellt haben. Wenn man an jedem einzelnen Ort die Teilnehmerzahlen einhalte, sei der parallele Ausschank in Form eines Höfefestes kein Problem. Für Winzer, die keinen eigenen Hof haben, solle der Weinprobierstand am "Tor zum Rheingau" geöffnet werden. "So haben wir die Möglichkeit, unser geliebtes Wickerer Weinfest doch noch nachzuholen", betonte die Ortsvorsteherin.

Ein Fest mit Auflagen

Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) warnte, dass sich das Konzept nicht zu einem Straßenfest entwickeln dürfe. Der Verwaltungschef erinnerte daran, dass die Infektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen Tagen zugenommen hatten. "Es geht nicht, dass Leute mit ihrem Weinglas aus dem Hof auf die Straße spazieren", betonte Blisch. Der Aufenthalt in einem Hof müsse während des Festes als normaler Gaststättenbesuch mit allen Auflagen und Kontaktkontrollen behandelt werden.

SPD-Mann Christian Hohlfeld begrüßte die Idee, gab jedoch zu bedenken, dass ein solches Fest viele Leute anziehen könnte. "Es besteht die Gefahr, dass sich Menschen auf den Straßen sammeln, wenn sie irgendwo nicht mehr reinkommen", erklärte der Sozialdemokrat. Hohlfeld schlug vor, das Festgebiet möglichst weit zu strecken, damit sich die Besucher über den Ort verteilen.

Claudia Müller (CDU) griff den Vorschlag auf, indem sie erklärte, dass die Stadt weitere Wickerer Vereine neben dem Winzerverein ins Boot holen könne. Luana Schnabel gab jedoch zu bedenken, dass man am Ende nicht bei einer Veranstaltung ankommen dürfe, die den Umfang des Wickerer Weinfestes erreiche. Es sei allerdings angedacht, auch den Bereich der Weinberge mit Ständen einzubeziehen, erklärte die Ortsvorsteherin.

Verwaltungschef Bernd Blisch machte deutlich, dass es für den Verkauf in den Weinbergen ein klares Konzept mit Besucherströmen und Hygienemaßnahmen geben müsse. Was die Einbeziehung anderer Vereine angeht, betonte der Bürgermeister, es werde keinen Bratwurst-Verkaufsstand auf der Straße geben. Wenn hingegen ein Verein wie der Turnverein Wicker auf seinem eigenen Gelände einen Beitrag zum Höfefest leisten werde, habe er kein Problem damit.

Der Ortsbeirat entschied einstimmig, dass der Magistrat gemeinsam mit den Winzern ein Konzept für das Fest erstellen soll. Sascha kröner

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