Kaplan Nikolaus von Magnis führte die Prozession, anlässlich des Gedenktages an die Pestzeit, alleine rund um die Kirche Sankt Katharina durch.
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Kaplan Nikolaus von Magnis führte die Prozession, anlässlich des Gedenktages an die Pestzeit, alleine rund um die Kirche Sankt Katharina durch.

Verbot

Wicker: Statt Prozession ein Rundgang um die Kirche nur mit dem Kaplan

Ortsausschuss-Chef der Kirchengemeinde Sankt Katharina erklärt, warum am Pest-Gedenktag die Prozession ausfiel.

Wicker -Während der Verlobte Tag in der Kernstadt mit Beschränkungen und mit einer Prozession - samt eng begrenzter Teilnehmerzahl - durch einige Straßen begangen wurde, gab es dieses Szenario einige Tage später in Wicker nicht. In dem Stadtteil feiern die Katholiken alljährlich ebenfalls mit einem Gedenktag des Ende der Pestzeit im 17. Jahrhundert. Der Grund für den Ausfall in Wicker: Das Ordnungsamt hatte die Prozession untersagt, an der schätzungsweise höchstens 60 oder 70 Personen teilgenommen hätten. Mit dieser Teilnehmerzahl rechnete jedenfalls der Ortsausschuss der Pfarrgemeinde Sankt Katharina.

"Es gab den Wunsch, eine Prozession zu machen", erklärte der Vorsitzende des Ortsausschusses, Rainer Braunschädel, auf Nachfrage dem Kreisblatt. "Wir hatten überlegt, wie die Prozession dieses Mal durchgeführt werden kann." Geplant sei gewesen, dass der Pfarrer, beziehungsweise der Kaplan, mit der Monstranz und den Messdienern an der Spitze der Prozession den üblichen Weg gegangen wäre. Allerdings sollte unterwegs keine Zwischenstation wie sonst üblich angesteuert und dort Halt gemacht werden. Eine Musikkapelle hätte die Prozession begleiten sollen, erklärte das Ortsausschuss-Mitglied weiter. In der Straße vor der Kirche hätte sich dann der Kaplan umgedreht und den Schlusssegen erteilen sollen. Die Teilnehmer wären auf Abstand gewesen, die Prozession wäre dann beendet gewesen. Die Gasse im Endstück des Weges zur Kirche Sankt Katharina sei zwar eng. Es sei aber dort möglich, Abstand zu halten. "Wir setzen auf die Vernunft der Menschen", verdeutlichte der Ortsausschuss-Vorsitzende. Nachdem der Plan für den Ablauf der Prozession beim Ordnungsamt eingereicht worden sei, habe es vom Kaplan Niklaus von Magnis eine Woche vor dem Gedenktag die Nachricht gegeben, das Ordnungsamt verbiete die Prozession. Für Rainer Braunschädel war vordringlich, dass die Zeit zu knapp wurde, um noch große Änderungen zu organisieren sowie abzustimmen und nochmals beim Ordnungsamt einzureichen. Deshalb gab es in Wicker eine Version, die zwar eine Prozession im Kleinen war, aber ohne Teilnehmer durchgeführt wurde. "Kaplan von Magnis ist mitsamt den Messdienern und der Monstranz einmal rund um die Kirche gelaufen und kam in die Kirche zum Erteilen des Schlusssegens zurück", erklärt Rainer Braunschädel. Der Kaplan habe sich stark dafür eingesetzt, die Prozession nicht vollends ausfallen lassen wollen. "Wir müssen da was machen", habe dessen Credo gelautet, sagt Rainer Braunschädel.

Er selbst habe bisher keine Beschwerden wegen der abgesagten Prozession gehört. Doch er kann sich gut vorstellen, dass es dennoch einige Kritiker des Verbots gibt. Die würden vielleicht denken: Während in Berlin Tausende demonstrierten, werde in Wicker eine Prozession mit wahrscheinlich höchstens 50 oder 60 Leuten untersagt.

"Wir passen ja schon ganz genau bei den Gottesdiensten auf, was beispielsweise das Schutzmasken-Tragen betrifft, und bei denen die Besucherzahl auf 47 Personen festgesetzt ist", sagt Rainer Braunschädel, der an diesen Tagen dann selbst als eine Art Ordner in Sankt Katharina im Einsatz ist. Niklaus mehrfeld

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