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Nicht nur wie hier in der Lahnstraße kommen Flieger im Landeanflug den Häusern in Flörsheim gefährlich nah.

Flugverkehr

Wirbelschleppen reißen in Flörsheim wieder Ziegel vom Dach

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Zum Glück waren keine Menschen auf der Lahnstraße, als am Dienstag Ziegel von einem Dach stürzten, die durch Wirbelschleppen von einem Flugzeug im Landeanflug herunter gerissen worden waren.

Ein lauter Knall schreckt Menschen in ihren Häusern auf – dann regnet es Ziegel. Solche Vorfälle sind den Flörsheimern mittlerweile leider vertraut. Flugzeuge, die die Stadt im Landeanflug auf die Nordwest-Landebahn überfliegen, lösen Luftwirbel aus. Die sogenannten Wirbelschleppen können bis dicht über den Boden wandern, wo sie Ziegel von Dächern reißen. Der jüngste Fall ereignete sich am Dienstag: Gegen 14.30 Uhr erfasste ein Luftsog die Dachabdeckung einer Doppelhaushälfte in der Lahnstraße 17. Ziegel stürzten vor die Eingangstür und trafen zwei auf der Straße geparkte Autos. Zum Glück blieb es bei Sachschäden.

„Wer da drunter gestanden hätte, hätte es nicht überlebt“, ist sich Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) sicher. „Wir haben so viel Glück gehabt in den vergangenen Jahren“, erklärt der Flörsheimer Verwaltungschef. Gelegenheiten, bei denen herabstürzende Ziegel Menschen gefährden konnten, gab es genug: Der gegenwärtige Fall sei der 30. vom Flughafenbetreiber Fraport anerkannte Wirbelschleppenschaden, den er auf seiner Liste notiert habe, berichtet Antenbrink. Es sei „ein trauriges Jubiläum“. Der letzte Zwischenfall davor hatte sich im Januar 2017 in der Gallusstraße ereignet. Auch in dieser Woche war der Auslöser höchstwahrscheinlich wieder ein schweres Flugzeug. Eine Boeing 777 überflog Flörsheim zum Zeitpunkt des Schadens.

Erst eine Woche vor dem jüngsten Zwischenfall berichtete diese Zeitung, dass nur etwa die Hälfte der zugelassenen Hauseigentümer eine Sicherung ihrer Dächer beantragt haben. Flughafenbetreiber Fraport hat insgesamt 6000 Häuser in Flörsheim und Raunheim in sein Programm zur Dachklammerung aufgenommen. Rund 3200 Hauseigentümer nutzten das Angebot bisher.

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