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Bei der Wiedereröffnung der Wildsachsenhalle Mitte November schien die Welt noch in Ordnung.

Volleyballer erbost

Frisch sanierte Halle ist zu niedrig

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Nach der Sanierung kann in der Wildsachsenhalle nicht mehr Volleyball gespielt werden. Bei der SG gibt es einige Aufregung. Der Magistrat versteht dies nicht. Jetzt ist eine Notlösung im Gespräch.

Etwas irritierend ist das Schreiben der SG Wildsachsen schon, das die Mitglieder des Ortsbeirates erreichte. Die Autoren beschweren sich darüber, dass die ohnehin schon niedrige Hallendecke nach der Sanierung noch niedriger ist als vorher. Volleyball kann dort daher nicht mehr gespielt werden. „Dies kam für uns sehr überraschend, da die kritische Höhe der Hallendecke in diversen Planungsgesprächen ein Thema war“, heißt es in dem Schreiben.

Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) stellt dies allerdings ganz anders dar. „Alle waren beteiligt, und allen war es bekannt“, so die Rathauschefin im Haupt- und Finanzausschuss. Genau das gleiche hatte zuvor schon Baudezernent Wolfgang Exner (CDU) gegenüber dem Kreisblatt erklärt. Die neue Decke habe niedriger abgehängt werden müssen, um Platz für die neue Lüftungsanlage zu schaffen. Andernfalls hätte man rundum die Wände aufmauern und ein neues, höheres Dach bauen müssen, so Exner. Die Kosten bezifferte er auf 150 000 bis 200 000 Euro.

Letztlich widerspricht dem auch Jürgen Noll nicht, der Vorsitzende der SG Wildsachsen. Anfänglich habe es bei den Planungen einmal das Ziel gegeben, dass die neue Decke nicht noch niedriger werde, so Noll. „Das ist dann aber relativ schnell gestorben“, so Noll. So groß kann die Überraschung der Volleyballer nach Fertigstellung der Halle also nicht gewesen sein.

Freilich hat das Schreiben des Vereins zunächst seinen Zweck erfüllt. Der Ortsbeirat hat nämlich auf einen gemeinsamen Antrag aller Parteien hin beschlossen, ein Volleyballfeld angrenzend an den neuen Dorfgemeinschaftsplatz anzulegen. Die SG Wildsachsen hatte angeregt, auf dem Platz ein mobiles Netz vorzusehen, das für jedes Training aufgebaut und anschließend wieder weggeräumt wird. Damit soll Rücksicht auf die Anlieger genommen werden.

Es handele sich nicht um eine Dauerlösung für den Trainings- und Spielbetrieb, sondern um einen Platz etwa für gelegentliche Turniere, so Vereinschef Noll. Der Verein weist darauf hin, dass nur in der Volleyballabteilung generationen- und geschlechterübergreifend Sport getrieben wird. Zwar stehe dem Verein eine Sporthalle an der Rosenbergschule zur Verfügung, so auch ein Hinweis von Stadtrat Exner. Aber für die Jugendlichen aus dem Ort sei dies keine glückliche Lösung. Es wäre schlimm für die SG, so Noll, wenn die Jugendlichen jetzt den Verein wechseln würden.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich jetzt zwar mit großer Mehrheit der Forderung nach einem Außenspielfeld angeschlossen und dafür 20 000 Euro in den Haushalt für 2019 eingestellt. Aber es gab allerlei Einwendungen: Den Anwohnern sei zugesagt worden, dass es auf dem Dorfgemeinschaftsplatz keinen Sportbetrieb gebe, so Barbara Grassel (Linke). Das Vorhaben gehöre in den angedachten Sportentwicklungsplan, findet Annette Courtis (Grüne). In Frage gestellt wurde auch, ob der speziell für den Dorfgemeinschaftsplatz aufgestellte Bebauungsplan ein solches Vorhaben überhaupt zulasse.

In zwei Punkten wich der Haupt- und Finanzausschuss dann vom Beschluss des Ortsbeirates ab. Erstens soll es kein reines Volleyballfeld werden, sondern ein Platz, auf dem verschiedene Sportarten ausgeführt werden. Und zweitens sei es Sache der Wildsächser, sich mit allen Beteiligten auf einen Standort zu einigen. „Die Wildsächser müssen einen Konsens finden, und wenn das klappt, dann steht das Geld dafür zur Verfügung“, machte sich FWG-Mann Andreas Nickel zum Wortführer dieser Linie.

Die Lösung müsse aber im ersten Quartal des nächsten Jahres gefunden werden, formulierte Nickel auch gleich einen gewissen Zeitdruck. Die Frage des Standortes dürfte tatsächlich der entscheidende Faktor werden. Auch Annette Courtis (Grüne) erinnerte daran, dass aus der Nachbarschaft erhebliche Vorbehalte wegen des Lärms geäußert wurden, der mit dem Dorfgemeinschaftsplatz verbunden sein könnte. Um mehr Sicherheit gegen rechtliche Schritte gegen das Projekt zu erreichen, hatte der Kreis von der Stadt die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gelände gefordert.

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