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Dunkle Aussichten fürs Vereinshaus? An der Lüftung muss sich wohl einiges tun, vorerst leben die Gruppen mit Auflagen.

Diskussion über weiteres Vorgehen

Vereinshaus in Hornau: Jazzclub und Kinoverein können mit Kompromissen leben -  dauerhafte Lösung fehlt aber

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Im Sommer 2018 hat die Bauaufsicht vor allem Mängel an der Lüftung im Vereinsgebäude an der Rotlintallee festgestellt. Unter Auflagen geht der Betrieb weiter. Die Stadt diskutiert das weitere Vorgehen.

Hornau - Für die ersten Monate 2019 hat der Kelkheimer Jazzclub wieder ein buntes Programm zusammengestellt. Der Kinoverein als Nachbar wird ebenfalls dafür sorgen, dass besondere Filme in den beiden Sälen laufen. Zwei engagierte Gruppen haben ihre Heimat im Vereinshaus, sie leisten ehrenamtlich einen wichtigen Kulturbeitrag für die Stadt und haben längst einen guten Ruf auch über deren Grenzen hinaus.

Maximal 110 Besucher

Doch ihre Heimat ist derzeit in der Diskussion. Das Vereinshaus ist gut 19 Jahre alt und hat den Nutzern im Vorjahr einige Schreckmomente beschert. Ende August berichtete das Kreisblatt über große Probleme mit der Lüftung. Bei einer Brandschutzbegehung, die alle vier Jahre für solche Gebäude vorgeschrieben ist, waren den Fachleuten die Tücken in der Technik aufgefallen. Nach einem Schreiben der Bauaufsicht des zuständigen Main-Taunus-Kreises drohte im Jazzkeller die Beschränkung auf 50 Gäste. Da einige Veranstaltungen deutlich besser besucht sind, hätte dies Einschränkungen bedeutet. Doch die Städtebauliche Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft (StEG) hat als Eigentümerin des Gebäudes einen Gutachter beauftragt. Der maß die Leistung der Lüftung und kam zu einem besseren Wert. Somit gilt seitdem die Auflage, dass nicht mehr als 110 Gäste in den Jazzclub dürfen. Zudem soll ausreichend gelüftet werden, und es muss Einlasskontrollen geben.

Manchmal mehr Andrang

An dieser Situation hat sich nichts geändert. Der Club, der als Sparte der Kulturgemeinde angehört, könne mit den Auflagen leben, auch einige Zeit länger, sagt Vorsitzender Volker Dosch. Aber er sagt auch: Es sei die Frage, wie lange die Bauaufsicht diesen Zustand akzeptiere. Es gebe wenige größere Termine, bei denen es schon mal voller werden könne – etwa die „Nachtrevue“, den „Älternabend“ und die „After Zug Party“ nach dem Fischbacher Fastnachtsumzug am Rosenmontag. Da müsse der Verein eben ganz genau aufpassen, betont Dosch. Aber dann fehlten Einnahmen für die kleine Gruppe. Er weiß aber auch: Sollte der Kreis wirklich einen größeren Umbau fordern, dann müsse die Stadt einiges Geld in die Hand nehmen.

Der Kinoverein ist mit seiner Situation hingegen recht zufrieden. Laut dem Vorsitzenden Martin Müller-Raidt war nach der Prüfung die Luftdurchsatz in den beiden Sälen zwar als „nicht ausreichend“ eingestuft worden. Doch die StEG habe reagiert, eine Firma habe im November einen der Schallabsorber ausgebaut. „Nun ist der Luftaustausch wieder besser“, sagt Müller-Raidt. Das habe ein Gutachter bestätigt. Für ihn ist die Sache damit erledigt, zumal es durch etwas weniger Schallschutz keine Probleme mit höherer Lautstärke gebe. „Das Thema ist für uns durch“, sagt der Chef des Kinovereins.

Auf den vorerst weiter bestehenden Kompromiss mit den 110 Gästen im Jazzclub weist unterdessen auch Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger hin. Damit könne die StEG sicher eine Zeit lang fahren. Sicher ist aber auch, dass sich die Stadt Gedanken über die Zukunft des Hornauer Vereinshauses machen muss (siehe Text unten). Denn es spielt als zentraler Treffpunkt und Veranstaltungsort auch für anderen Nutzergruppen und Vereine im Stadtteil eine wichtige Rolle.

Info: Erste kleinere Maßnahmen, Mängel auch beim Notstrom

„Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir es längerfristig lösen können“, sagt Bürgermeister Albrecht Kündiger zur Situation im Vereinshaus Hornau und weiß: „Es ist nicht damit getan, wenn man ein zusätzliches Fenster einbaut.“ In Absprache mit der Bauaufsicht der Main-Taunus-Kreises besprechen die StEG als Eigentümerin und die Stadt mögliche Lösungen. Zwar gebe es keine Befristung für die aktuellen Auflagen, weiß Kündiger. Doch bis zum Sankt-Nimmerleinstag wird die Behörde auch nicht warten, bis sie Ergebnisse sehen will. Dann müsse die Kommune für ein neues Lüftungssystem womöglich „erheblich Geld in die Hand nehmen“, so Kündiger. Bisher habe die StEG schon rund 50 000 Euro in kleine Maßnahmen gesteckt – für veränderte Türen, weitere Öffnungen. Doch das Haus muss als Ganzes mit seiner Lüftung ins Visier genommen werden.

Verwunderung

Kündiger wundert sich allerdings, dass die Probleme nicht schon früher aufgefallen seien. Alle vier Jahre wurde das Vereinshaus von der Bauaufsicht und dem Brandschutz kontrolliert – nie habe es Hinweise auf Mängel gegeben, so der Bürgermeister. „Einige Dinge hätten vielleicht schon angesprochen werden können“, zeigt er sich überrascht über das plötzlich auftauchende, größere Problem.

Zuletzt gab es erneut schlechte Nachrichten: Auch die Notstromversorgung im Vereinshaus entspreche nicht mehr den Vorschriften, räumt Kündiger ein. Da müssten Lösungen her. Das Gebäude wird also so oder so zur Baustelle.

( wein)

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