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Der Neubau des Ärztehauses am Bad Sodener Krankenhaus wird von der ?Gesellschaft für Gesundheits- und soziale Infrastruktur? gestemmt.

MTK-Tochter

Gesellschaft will auch Kommunen helfen

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Die „Gesellschaft für Gesundheits- und soziale Infrastruktur“ ist eine 100-prozentige Tochter des Main-Taunus-Kreises. Sie soll jetzt auch Kommunen unterstützen.

Ganz haben sich die Wege von Tobias Kaltenbach und dem Main-Taunus-Kreis nicht getrennt. Der als Sanierer gerufene frühere Geschäftsführer der Main-Taunus-Kliniken ist nach wie vor Geschäftsführer der „Gesellschaft für Gesundheits- und soziale Infrastruktur“, kurz GSIM, wie der Kreis dieser Zeitung bestätigt hat. Die GSIM ist eine 100-prozentige Tochter des Main-Taunus-Kreises. Hervorgegangen ist sie 2016/17 aus der Personalwohnhausgesellschaft (PWHG). Zur Geschäftsführung gehört zudem Helmut Krechel, der auch Mitglied der Geschäftsführung der Kliniken des Main-Taunus-Kreises ist. Wie berichtet, hatte Kaltenbach seine Tätigkeit für die Kliniken Ende Januar aufgrund der vom Aufsichtsrat und den Gesellschaftern beabsichtigten Installation eines übergeordneten Geschäftsführers beendet. Damit ist eine neue Situation entstanden. Bislang waren die Geschäftsführer der Main-Taunus-Kliniken stets auch Geschäftsführer der PWHG, der späteren GSIM, die eng mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises zusammenarbeitet..

Die GSIM erhielt ihren neuen Namen aufgrund einer Umstrukturierung des Gesellschaftszwecks. Denn der ist nun weiter gefasst. Die GSIM soll „Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse“ erbringen. Dazu gehört weiter der Bau und die Vermietung und Verwaltung von Personalwohnungen für Mitarbeiter der Kliniken, die GSIM widmet sich aber zudem auch Infrastruktur-Projekten wie dem Bau von Flüchtlingsunterkünften oder von Einrichtungen für das Gesundheitswesen. Die jüngsten Beispiele: Der Neubau des Ärztehauses am Bad Sodener Krankenhaus wird genauso von der GSIM gestemmt, wie der Bau der neuen Rettungswache im Eppsteiner Fischbachtal.

Der MTK will die Dienste seiner Tochter-Gesellschaft aber auch den Kommunen im Kreis zur Verfügung stellen, die keine eigenen Wohnungsbaugesellschaften haben. Das soll den Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum beschleunigen, da nicht erst neue kommunale Gesellschaften gegründet werden müssen, sondern direkt auf einen bestehenden Dienstleister zurückgegriffen werden kann.

Weil sich der Gesellschaftszweck und infolgedessen der Gesellschaftsvertrag geändert hat, muss der Kreis eine weitere Nachjustierung vornehmen. Das verlangt das Europäische Beihilferecht. Durch einen „Betrauungsakt“, den der Kreistag am kommenden Montag beschließen soll, wird abgesichert, dass der Kreis seiner Gesellschaft Ausgleichsleistungen, die formal als Begünstigung gelten, zukommen lassen kann. Auf 15 Millionen Euro pro Jahr will der MTK die möglichen Ausgleichsleistungen deckeln.

Der GSIM gehören laut Aufstellung in der Bilanz 2015 das Gebäude der Gesundheitsakademie Main-Taunus und ein Personalwohnhaus der Kliniken in Bad Soden, ein Wohnhaus in der Erfurter Straße in Hofheim, die Parkdecks an den Krankenhäusern in Hofheim und Bad Soden und das Betriebsgebäude der Fachklinik in der Hofheimer Kurhausstraße. Eine Mehrfamilienwohnanlage in Sulzbach wurde 2016 verkauft.

Die lange defizitäre Gesellschaft schrieb erstmals 2016 wieder schwarze Zahlen. Der Main-Taunus-Kreis unterstützt die GSIM aktuell mit Bürgschaften und Patronatserklärungen in Höhe von 26,5 Millionen Euro.

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