Gleich zwei Preise für den Westen

Sport- und Fußballplätze in Schuss zu halten ist harte Arbeit. Deshalb wurden jetzt sechs Frankfurter Vereine für ihre topgepflegten Anlagen geehrt. Auch Alemannia Nied und der SV Zeilsheim durften sich freuen.

Der Platzwart hat im Fußballverein wohl den mit Abstand härtesten Job: Im Morgengrauen ist er mit dem Aufsitzmäher der erste auf dem Platz und nachts, nach dem Spiel, ist er es, der das Flutlicht ausknipst. „Diesen Job muss man schon mit Idealismus machen – anders geht das nicht“, erklärt Peter Kort, Platzwart bei Germania Ginnheim. „Wenn du samstags oder sonntags um sechs Uhr aufstehst, um die Umkleideräume zu schrubben, die nach dem Spiel der ,Alten Herren’ noch nach Bier riechen, damit es für das Kinderturnier am nächsten Tag sauber ist, dann musst du schon mit Herz bei der Sache sein.“

Einmal im Jahr bedankt sich die Stadt für das Engagement der Platzwarte und der Vereine und verleiht den Titel „Sportanlage des Jahres“. Den ersten Platz unter den Sportvereinen, die größere Areale und Sportplätze mit mehreren Belägen ihr Zuhause nennen, belegte in diesem Jahr der SV 07 Heddernheim und erhält dafür ein Preisgeld in Höhe von 1500 Euro. Der SV Riedberg nahm den zweiten Platz (1000 Euro) ein, Germania Ginnheim bekam die Bronzemedaille (600 Euro). In der Kategorie „Kleinere Anlagen oder ausschließlich Kunstrasenplätze“ belegte die SG Bornheim Grün-Weiss den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis, gefolgt von FV Alemannia Nied (600 Euro) und dem SV Zeilsheim (300 Euro).

Eine sechsköpfige Jury hatte im vergangenen Jahr 48 von Vereinen selbst unterhaltene Sportanlagen besucht und auf Herz und Nieren getestet. „Angesehen haben wir uns den Zustand der Bereiche Umkleideräume, Gehwege, Sportflächen, Leichtathletikgeräte, die Umgebung sowie die Sanitär- und Dienstgebäude“, berichtet Rainer Nagel, Jurymitglied und Kreisfußballwart.

„Eigentlich hätte jeder Verein einen Preis für die Arbeit an den Sportanlagen verdient und das Engagement weniger Vereinsmitglieder, das vielen zugute kommt, sollte noch besser belohnt werden“, sagte gestern Sportdezernent Markus Frank (CDU) bei der Siegerehrung in der Commerzbank-Arena. „Ein paar Ausreißer gab es auch, aber die meisten Vereine in Frankfurt halten ihre Plätze und Anlagen top in Schuss. Von der Stadt aus überlegen wir derzeit, wie wir den Platzwarten das noch besser danken können, sie brauchen eine bessere Entlohnung.“

Besonders von Abnutzungserscheinungen betroffen sind indes die Anlagen der Sportvereine, die zum Beispiel wenige oder sogar nur einen Fußballplatz haben. Für Aron Seng, Vorstandsmitglied der SG Bornheim Grün-Weiss, gehört der Verschleiß seines einzigen Kunstrasenplatzes zur Tagesordnung. „Man kann uns ja fast als Kunstrasentestlabor bezeichnen, sowie unser Platz benutzt wird. Von den 700 Mitgliedern des Vereins spielen 450 Fußball in 25 Mannschaften – unser vorletzter Kunstrasen ist nur drei Jahre alt geworden.“ Bei der starken Nutzung des Untergrunds ist Seng dankbar für die aktive Jugendabteilung in seinem Verein, die bei der Pflege des Platzes und der Anlagen hilft.

Johnny Hahn, Vorsitzender des SV 07 Heddernheim freut sich über den ersten Platz in der Kategorie größere Anlagen. So wird in dem Jahr geehrt, in dem mit Frank Richter ein treuer Helfer des Sportvereins seinen Abschied genommen hatte. „Wir freuen uns, dass unser Platzwart Frank mit der Auszeichnung noch ein Abschiedsgeschenk bekommen hat. Er hat in seiner Rente noch lange Jahre tolle Arbeit für den Verein geleistet.“

(wib)

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