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Ausfahrten der "Golden Drakes": zuletzt in Kelkheim . . .

Motorradclub „Golden Drakes“

Die „Golden Drakes“ sind brave Papas

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Der Motorradclub feiert sein 40-jähriges Bestehen.

Sonnenschein, eine trockene Fahrbahn und freie Straßen – für die Ausfahrt der „Golden Drakes“ herrschten ideale Bedingungen. Rund 25 Biker genossen den späten Tag auf dem Sattel ihres Gefährtes. Es ging Richtung Limburg, über Camberg und wieder zurück über den Feldberg nach Kelkheim, wo die „Golden Drakes Main-Taunus“ ihren Sitz haben. „In Kelkheim war es einen Tick zu warm, doch im Taunus wunderschön“, berichtet Dieter Lehnst. Ausfahrten sind aus seiner Sicht immer ein besonderes Schmankerl. Die gute Stimmung, und das Gefühl, etwas gemeinsam zu erleben, seien unschlagbar. Die Ausfahrt war Teil der Aktion „Bike and Family“, die von der „Lounge“ und den „Drakes“ organisiert wurde.

Rund 50 Mitglieder aus der Region zählt der Verein laut Mitglied Oliver Hopf. „Wir sind ein Familienclub.“ Die meisten Mitglieder seien mittlerweile Väter, und da sei es wichtige, dass die Familien die vielen Sommerwochenenden auf dem Motorrad mitmachten. Das zeigt sich auch bei „Bike and Family“: Viele Kinder sind auf dem Gelände. Für sie gibt es auch ein Bobby-Car-Rennen, bei dem sich Hannah (8) später durchsetzen wird.

Auch wenn hier viele in Lederklamotten gekleidet sind und das Club-Emblem tragen: Die „Golden Drakes“ sind eine bunte Truppe. Vertreten sind Ingenieure, Banker, Schreiner ebenso wie Installateure und Lkw-Fahrer. „Das macht das Ganze aber auch erst interessant“, findet Hopf. Dass die Chemie stimmt, stellen die „Drakes“ in einer ausführlichen Kennenlernphase sicher. Zudem muss ein Anwärter von jedem Mitglied in einer Abstimmung abgesegnet werden. Rein kommt nur, wer zu 100 Prozent befürwortet wird.

Zudem gibt es verbindliche Regeln im Club, der vor 40 Jahren gegründet wurde und jetzt am Wochenende in Hofheim feiert (siehe „Info“). „Bei uns wird Klartext geredet“, sagt Hopf. Es gehe darum, ehrlich untereinander zu sein und den Anderen zu respektieren. Die „harten Jungs“ kehren sie deshalb dann auch eigentlich nur hervor, wenn jemand grob gegen diese Regeln verstößt. Bei Partys Frauen unangemessen zu behandeln, „geht jedenfalls gar nicht“, gibt Hopf ein Beispiel. Da werde auch schon mal jemand „gegangen“, wenn er die Party nicht freiwillig verlasse.

Doch warum gibt es die Motorrad-Clubs? Schließlich lässt es sich auch wunderbar alleine durch die Gegend fahren. „Jeder hat das Bedürfnis danach, zu einer Gruppe zu gehören, die größer ist als die Kleinfamilie“, erklärt Hopf. Und die Liebe zum Motorradfahren, das auch körperlich fordernd sei, verbinde eben. Ein bisschen zu kämpfen haben die „Drakes“ derzeit allerdings mit dem schlechten Image in der Öffentlichkeit. Und das, obwohl sie nicht zu den wenigen kriminellen Rockern zählen, die mit dubiosen Machenschaften und Gewalt Schlagzeilen machen. „Es ist schon so, dass das den Ruf beschädigt hat“, erklärt Hopf. Hier in Kelkheim sei das für die „Drakes“ allerdings kein Problem, der Club sei schließlich bekannt und durch seine Mitglieder, die überwiegend auch in anderen Vereinen engagiert seien, in der Stadt eingebunden.

Allerdings: Bei Ausfahrten kommt es schon mal vor, wie Hopf erzählt, dass sie als Gruppe schräge Blicke ernten. Wenn die Leute an der Raststätte oder bei anderen Begegnungen aber erst einmal merken, dass sie ganz normale Menschen seien, dann verfliegen die Vorbehalte schnell, so die Erfahrung von Hopf und Co.

(tay)

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