+
Reiner Flick durfte auch die Staatsehrenplakette mit nach Hause nehmen. Die Sonderauszeichnung wird an den besten Betrieb in einer von fünf Größenklassen verliehen.

Goldmedaille für Wickerer Weine

  • schließen

Nicht nur Reiner Flick, der bekannteste Wickerer Winzer, wurde bei der Landesweinprämierung mehrfach ausgezeichnet. Auch seine Kollegen Peter Flick und Franz-Josef Kopp waren mit ihren Produkten erfolgreich – auch weil sie Ungewöhnliches ausprobieren.

Drei Medaillen bestimmten die vergangenen Wochen: Gold, Silber und Bronze. Bei den olympischen Winterspielen in Südkorea kämpften internationale Spitzenathleten um die heiß begehrten Auszeichnungen. Ganz ähnlich wurden in dieser Zeit mehrere Weinbaubetriebe aus der Region bewertet. Die Winzer erhielten im Rahmen der Landeswein- und Sektprämierung Preismünzen in Gold, Silber und Bronze. Viele Vertreter des Wickerer Winzervereins schnitten erfolgreich ab. Doch was bedeutet die Preisverleihung eigentlich für ihre Arbeit?

Reiner Flick hat sich längst einen Namen gemacht. Der Wickerer Winzer im Haupterwerb errang nicht nur zahlreiche Preismünzen, sondern durfte auch die Staatsehrenplakette mit nach Hause nehmen. Die Sonderauszeichnung wird an den besten Betrieb in einer von fünf Größenklassen verliehen. Flick hat die Plakette hinter einer Glasscheibe aufgehängt, will die Bedeutung der Prämierung aber nicht überbewerten.

Im Vordergrund stehe seine persönliche Freude und die Bestätigung, die der Preis für sein Team darstelle. Im Verkauf spiele die Auszeichnung eine untergeordnete Rolle. Der Kunde bilde sich seine eigene Meinung, betont Reiner Flick. Schließlich sei Qualität immer noch subjektiv und schwer messbar. „Dem Verbraucher muss der Wein das wert sein, was er ausgibt“, erklärt der Winzer.

Flick begrüßt die Landesweinprämierung als Anreiz. „Ich denke, dass der Wettbewerb wichtig ist, um insgesamt das Niveau zu heben“, sagt der Weinbauexperte. Trotz der Abhängigkeit vom Wetter habe schließlich jeder Winzer Einfluss auf sein Produkt.

Er müsse sich immer fragen, wann er die Reben entblättert, ob er die Lese hinaus zögert und ob er seinen Wein in einem Holzfass lagert. Aus vielen Optionen müsse ein Winzer intuitiv das richtige wählen. Reiner Flick gibt zu bedenken, dass die Prämierung auch ein Risiko berge. Wenn man ausgefallene Avantgarde-Weine einreicht, könne die Teilnahme auch nach hinten losgehen. Manchmal wünsche man sich eine Prämierung, und könne nicht verstehen, warum es nicht so klappt, wie man es sich vorstellt.

Ein weiterer Wickerer, der sich über Erfolge bei der Weinprämierung freut, ist Peter Flick. „Das ist eine Marketing-Geschichte“, sagt der 25-jährige Jungwinzer, der nicht mit seinem Kollegen Reiner Flick verwandt ist. In diesem Jahr gewann er zusätzlich zu acht goldenen Münzen auch noch den Titel des Landessiegers. Der von ihm eingereichte Sekt wurde aus allen Preisträgern der Goldmünzen auf den ersten Platz gewählt.

Peter Flick glaubt, dass man eigene Weine durch die Prämierung besser ins Licht rücken kann. Das habe er vor allem nach seinen ersten Erfolgen vor einigen Jahren gemerkt. Mittlerweile drucke er die Preismünze nicht mehr auf die Etiketten seiner Flaschen, erklärt Flick. Die Nachfrage sei bereits da. Auf Weinfesten packe er die Auszeichnungen allerdings mit auf die Weinkarte. So könne man neue Kunden motivieren, den eigenen Wein zu probieren. Das sich diese nicht von Auszeichnungen blenden lassen, weiß der hauptberufliche Winzer: „Am Ende entscheidet der Verbraucher“, sagt der 25-Jährige.

Genau beeinflussen könne man den positiven Ausgang der Prämierung nicht, erklärt Flick. Aber sein Ehrgeiz sei vorhanden. Dies sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass man aus jedem Jahrgang die beste Qualität heraushole.

Peter Flick versucht darüber hinaus, bei ungewöhnlichen Trends am Ball zu bleiben. Gerade erweitert er sein Sortiment mit einem „Orange Wine“. Der besondere Rebensaft entwickelt durch langen Kontakt mit den gepressten Traubenschalen – der Maische – seine ungewöhnliche Färbung.

Neben den beruflichen Winzern nehmen auch viele Weinbauern im Nebenerwerb an der Landesprämierung teil. Einer davon ist der Wickerer Franz-Josef Kopp, der seit 1987 Rebsäfte produziert. Der 65-jährige Rentner, der im Hauptberuf ein Elektrounternehmen betrieb, konnte zwei Preismünzen in Silber und zwei in Bronze erringen. Die jährliche Teilnahme sei gut, um zu sehen, wo man mit der eigenen Qualität steht, findet Kopp. Er glaubt allerdings, dass das Abschneiden stark von den jeweiligen Prüfern abhängt. Ein Wein, der in einem Jahr Gold erhält, könne im nächsten nur mit Silber bewertet werden. Letztlich sei die Prämierung zweitrangig. „Das wichtigste ist, dass es dem Kundenstamm schmeckt“, ist sich Franz-Josef Kopp mit seinen beiden hauptberuflichen Kollegen einig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare