+
In der Thomaskirche wird am kommenden Sonntag, 18. Februar, mit dem ZDF-Fernsehgottesdienst die bundesweite Fastenaktion der evangelischen Kirche unter dem Motto ?7 Wochen ohne Kneifen? eröffnet. Pfarrer Reinhardt Schellenberg und Gemeindemitglied Tilmann Morlang sind derzeit im Vorbereitungsstress.

Evangelische Thomaskirche

Gottesdienst vor laufender Kamera

  • schließen

Etwa 700 000 Menschen werden am Sonntag vor dem Bildschirm live einen ganz besonderen Gottesdienst aus der Thomaskirche verfolgen. Dass die Gemeinde von Pfarrer Reinhardt Schellenberg zu dieser Ehre kam, ist einem Lorsbacher zu verdanken.

Ein bisschen Fernseh-Erfahrung hat Reinhardt Schellenberg schon. Als Kandidat in einer Quizsendung konnte er sie sammeln. Nun wird diese Erfahrung noch bunter. Denn am kommenden Sonntag, 18. Februar, wird der ZDF-Fernsehgottesdienst von 9.30 Uhr an live aus Hofheim gesendet. In der evangelischen Thomaskirche in Marxheim, wo Schellenberg Pfarrer ist, wird dann der Eröffnungsgottesdienst der diesjährigen Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland gefeiert.

Wie die Thomasgemeinde zu dieser Ehre gekommen ist? „Dafür kann man sich nicht bewerben, man muss empfohlen werden“, erläutert Reinhardt Schellenberg. Der Tipp, dass die Thomaskirche ein guter Ort für den Start der Fastenaktion 2018 sein könnte, kam laut Schellenberg wohl von Arnd Brummer. Der Chefredakteur der evangelischen Zeitschrift Chrismon ist einer der Initiatoren der bundesweiten Aktion – und Lorsbacher.

Die Empfehlung führte im vergangenen Sommer zu einem Anruf bei Reinhardt Schellenberg. Der schlief eine Nacht über die Frage, ob er sich einen Fernsehgottesdienst in der Thomaskirche vorstellen könne und sagte dann zu. „Hätte mir vorher jemand gesagt, wie viel Aufwand das ist, hätte ich es mir zwei Mal überlegt“, sagt er heute mit einem Lächeln. Ein gutes halbes Jahr später hat er gelernt, was alles an Vorarbeit nötig ist für einen Gottesdienst vor laufenden Kameras. Ein in mehreren Arbeitsrunden entstandenes 25-seitiges Drehbuch für den kommenden Sonntag hält minutengenau getaktet fest, was in den zur Verfügung stehenden 44 Minuten und 30 Sekunden passieren soll.

Eingebunden in das Geschehen sind eine ganze Menge Menschen. Da ist die Thomaskantorei, die als eigens zusammengestellter 20-köpfiger Kammerchor „vox thomana“ den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Alle 60 Sängerinnen und Sänger mitwirken zu lassen, war aus Platzgründen nicht möglich, da sich der Chor die Empore mit Scheinwerfern und Lichttechnik teilen muss. Kantorin Katharina Bereiter an der Orgel kommt die wichtige Rolle zu, auf die Zeit zu achten. Dauert der Gottesdienst länger als vorgesehen, muss sie entsprechend weniger Strophen des Schlussliedes singen lassen.

Einen ersten Probedurchlauf haben die Akteure bereits gemacht. „Es war eine

Punktlandung

“, berichtet Schellenberg. Die eigentlichen Proben kommen aber erst noch, wenn von Freitag an 30 Mitarbeiter des ZDF mit Übertragungswagen und viel Technik anrollen, um die Thomaskirche für die Übertragung auszurüsten. Schellenberg hat bei einem Crash-Kurs beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Berlin gelernt, in eine Kamera zu sprechen. Dabei ist auch gleich der Trailer aufgezeichnet worden, mit dem im Internet für den Gottesdienst geworben wird. Deutlich mehr Fernseh-Erfahrung bringt Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler mit. Sie wird die Predigt halten. Zumindest Bühnenerfahrung aus einigen Musicals der Main-Taunus-Schule hat Tilmann Morlang, der zu den Gemeindemitgliedern gehört, die im Gottesdienst mitwirken werden. Der 23-Jährige, der in der Thomasgemeinde Jugendarbeit macht, findet die Möglichkeit gut, „eine junge Perspektive mit einzubringen.“ Als hilfreich hat der Student die Begleitung durch den Senderbeauftragten für das ZDF, Pfarrer Stephan Fritz, empfunden. Fritz habe der Vorbereitungsgruppe nicht hereingeredet, aber an entscheidenden Punkten weitergeholfen.

Gut angekommen ist bei allen das Thema der Fastenaktion, das im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. „Den Handlungsimpuls, den ich am Sonntag gebe, will ich auch selbst versuchen zu befolgen“, sagt Tilmann Morlang. Etwa 700 000 Menschen dürften den Gottesdienst aus Marxheim am Bildschirm verfolgen, 300 Menschen werden direkt in der Kirche dabei sein. Dazu braucht es eine Einlasskarte und Pfarrer Reinhardt Schellenberg weiß: „Sie waren im Nu vergriffen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare