Mit den Arbeiten in diesem Teil des ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäudes geht es sichtlich voran. Auf den Metallgittern wird die letzte Schicht für das Gießen des Bodens aufgetragen.

Umbau der ehemaligen Sarotti-Werkstatt

Hattersheim: Arbeiten für Stadtmuseum laufen wieder an 

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Fast zwei Jahre hinkt der Zeitplan für das Stadtmuseum der ursprünglichen Planung hinterher. Doch nach einem Gesellschafterwechsel geht es kontinuierlich voran. Im September 2020 soll alles fertig sein. 

Hattersheim - Es knirscht und kratzt im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäude. Hinter den rechteckigen Löchern, in denen früher einmal die Fenster installiert waren, erscheint hin und wieder der Kopf eines Arbeiters. Dann gibt es einen Knall – so als sei ein Holzbrett auf den Boden gefallen. Die Tauben, die sich auf dem Dach des historischen Gebäudes niedergelassen haben, schrecken auf und flattern in den Himmel. Wahrscheinlich sind sie es nicht mehr gewohnt, an dieser Stelle von lauten Geräuschen gestört zu werden. Die Arbeiten zur Sanierung des Werkstattgebäudes haben nämlich lange geruht. 

Jetzt tut sich allerdings wieder etwas zwischen den alten Wänden, in denen die Stadt und der Hattersheimer Geschichtsverein ein Stadtmuseum einrichten möchte. Im Inneren des Gebäudes zeigt sich, dass die Arbeiten zum Gießen einer neuen Bodenplatte vorangehen. Ein Metallgitter schließt die bisher aufgebrachten Schichten ab. Es fehle nur noch die letzte Ebene, erläutert René Althen, Mitarbeiter von Gesellschafter Selim Balcioglu. Mit den momentanen Arbeitsschritten soll der gesamte Untergrund auf die Höhe des ursprünglichen Bodens gebracht werden, der nur noch in etwa einem Drittel des langgezogenen Raums vorhanden ist. Gleichzeitig arbeiten die Handwerker im westlichen Nebenraum am Durchbruch einer Wand. 

Hattersheim: Stadtmuseum bekommt neue Fenster

Keinen Durchbruch braucht es hingegen für die Installation der Fenster. Die rechteckigen Öffnungen, in denen sich früher die Scheiben befanden, klaffen immer noch überall in der Fassade. Der Einbau neuer Fenster sei der nächste Schritt nach der Fertigstellung der Bodenplatte, berichtet René Althen. Dies führe dazu, dass unerwünschte Besucher, wie beispielsweise die eingangs erwähnten Tauben, nicht mehr ins Gebäude gelangen. Auch provisorische Türen sollen zu diesem Zweck an den Zugängen zum Werkstattgebäude angebracht werden. Das künftige Stadtmuseum wäre damit vor Verschmutzung und Beschädigungen geschützt, bevor weiter Schritte des Innenausbaus und der Reinigung folgen. 

Das beauftragte Unternehmen habe die Fenster bereits angefertigt, erklärt René Althen. Voraussichtlich könnten die Scheiben in den kommenden zwei bis drei Wochen eingebaut werden. Es scheint tatsächlich so, als solle die Entwicklung des denkmalgeschützten Baus auf dem Sarotti-Gelände ohne Unterbrechung weitergehen. Ob der negative Bann tatsächlich gebrochen ist, bleibt abzuwarten. Schließlich sah der Vertrag mit den ursprünglichen Gesellschaftern vor, die Sanierung schon bis zum 31. Dezember 2018 abzuschließen. Mit dem derzeitigen Einbau der Bodenplatte laufen die Arbeiten nun nach monatelangem Stillstand wieder an. Das Projekt war ins Stocken geraten, nachdem ein Anwohner Einspruch gegen den Anbau für den Restaurantbetrieb, der zudem eine Glasfassade erhalten sollte, eingelegt hatte.

Stadtmuseum in Hattersheim: Gebäudesanierung soll 2020 abgeschlossen sein

Als sich die Gesellschafter dann im Frühjahr zurückzogen, schien die Maßnahme endgültig in der Sackgasse zu stecken. Rio-Nero-Anteile gekauft Frischer Wind kam vor rund drei Monaten bei den Bemühungen für das Projekt, als Geschäftsmann und SPD-Stadtverordneter Selim Balcioglu die zuständigen Rio-Nero-Projektgesellschaften erwarb. Den Baufortschritt zeitnah sicherzustellen sei nicht leicht, sagte Balcioglu dieser Zeitung. Unter anderem musste wegen der Einwendung des Anwohners ein geänderter Bauantrag auf den Weg gebracht werden. Selim Balcioglu hat rund ein Jahr als Zeitrahmen für die gesamte Maßnahme angepeilt. Er hofft, dass die Sanierung des Werkstattgebäudes im September 2020 abgeschlossen werden kann.

Von Sascha Kröner

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