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Sensation für Naturschützer: Die vergangenen Wochen verbrachten diese Gartenschläfer nebeneinander gekuschelt in einem Nistkasten auf dem Friedhof in Hattersheim.

Winterschlaf

Freude bei Naturschützern: Sensationeller Fund im Nistkasten

Auf dem Friedhof in Hattersheim machten Naturschützer einen überraschenden Fund: sechs Gartenschläfer in einem Nistkasten. Europaweit geht der Bestand der Tiere zurück - in der Rhein-Main-Region kommen sie jedoch noch zahlreich vor.

  • Naturschützer fanden in Hattersheim gleich sechs Gartenschläfer in einem Nistkasten.
  • Die Population der Gartenschläfer geht europaweit zurück.
  • Eine Studie möchte herausfinden, wieso sich die Tiere im Rhein-Main-Gebiet so wohl fühlen.

Hattersheim - Es ist laut der Naturschützer schon fast wie eine Sensation: Sechs Gartenschläfer haben in einem kleinen Meisenkasten überwintert. „Das hätten wir nie gedacht. Wahnsinn“, entfuhr es dem Okrifteler Willi Reinhart, der sich vollkommen überrascht zeigte: „Das gibt's doch nicht.“ Die Stellungnahme seines neben ihm stehenden Mitstreiters und nicht nur in der Nachbarstadt bekannten Umweltschützers Bernd Zürn aus Weilbach war deutlich kürzer: „Wow“, sagte der erfahrende Mann nämlich nur.

Hattersheim: Naturschützer freuen sich über den Fund der Gartenschläfer

Der Ort des Geschehens war der Friedhof in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis). An diesem Ort der Trauer hatten die beiden umtriebigen Umweltschützer Grund zur Freude. Beim Reinigen der Meisenkästen fanden sie einen Nistkasten, der randvoll mit Moos und trockenem Gras gefüllt war. Beim vorsichtigen Entfernen trauten die beiden Naturschützer ihren Augen nicht: Eng zusammengerollt hielten dort sechs Gartenschläfer ihren Winterschlaf. Und das in einem relativ kleinen Meisen-Nistkasten! Bis zu vier dieser putzigen „Zorros“ mit dem schwarzen Augenstreifen hatten Reinhart und Zürn in den vielen Jahren ihres Einsatzes ab und zu in einem einzigen Nistkasten gefunden. Aber sechs Stück auf einmal noch nie.

Diese kleine Sensation wollte Bernd Zürn fotografieren. In der kurzen Zeit, die er für die Foto-Vorbereitung benötigte, sprangen drei der zuvor noch fest schlafenden Gesellen aus ihrem engen Behältnis und suchten das Weite. In der Folge konnte Bernd Zürn nur noch drei Exemplare der seltenen Tiere ablichten. Die Enttäuschung war bei ihm groß.

Sechs Gartenschläfer auf einen Streich: Überraschender Fund in Hattersheim

Der Hattersheimer Sechslings-Fund war selbst für Susanne Schneider überraschend. Sie leitet das Forschungsprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“. In dieser auf sechs Jahre angelegten Untersuchung wollen die Uni Gießen, die Senckenberggesellschaft sowie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Hessen, mehr über das Leben dieser nachtaktiven Tiere herausfinden. Ursache dafür ist der europaweite erschreckende Rückgang dieser Bilch-Art um fast 80 Prozent. Warum sie in der Rhein-Main-Region immer noch so zahlreich vorkommen, soll dabei herausgefunden werden.

Der Großteil der flinken Kletterer beendet erfahrungsgemäß Ende März bis Anfang April seinen Winterschlaf. Dann verlassen die Gartenschläfer ihre Nistkastenquartiere und suchen sich eine neue Bleibe. Oft in Gartenhütten, aber auch auf Dachböden von Häusern. Sehr zum Leidwesen der dort wohnenden Menschen. Denen können die nächtlichen Aktivitäten von Eliomys quercinus, so sein wissenschaftlicher Name, dann ganz schön auf die Nerven gehen. 

hk

Auch in Neu-Anspach würden sich einige über die Gartenschläfer freuen: Umweltschützer des BUND gehen auf die Suche nach den nachtaktiven Tieren.

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