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Nach dem Raubmord an einer 58-Jährigen aus Hattersheim hat das Gericht über den Täter geurteilt. Er hatte die Frau mit 17 Stichen getötet.  

Landgericht in Frankfurt

Nach Raubmord an Hattersheimerin: Urteil über Messerstecher steht fest

Ein Mann häuft Schulden an. Mit einem Überfall will er zu Geld kommen. Sein Opfer tötet er mit 17 Messerstichen. Der Richter spricht von einer "unfassbaren" Tat.

Hattersheim – Wegen Raubmordes an einer 58 Jahre alten Frau aus Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) ist ein 46-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Frankfurter Landgericht ging in seinem Urteil am Freitag von Mord "aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes" aus.

Um seine Schulden im Verwandten- und Freundeskreis zurückzahlen zu können, hatte der Angeklagte sein Opfer im Oktober vergangenen Jahres ausgeraubt und mit 17 Messerstichen getötet. Nach der Tat flüchtete er mit 11 000 Euro. Der Vorsitzende Richter nannte die Bluttat "unfassbar und unerklärlich". 

Raubmord in Hattersheim: Täter hatte Geldprobleme 

In dem Verfahren stellte sich heraus, dass der Angeklagte nach dem Verlust des Arbeitsplatz in die finanzielle Bredouille geraten war: Innerhalb weniger Monate häuften sich 90 000 Euro Schulden an. Vor allem seine Eltern und die Lebensgefährtin drängten auf Rückzahlung. 

"Mit den erbeuteten 11 000 Euro des Opfers hätten sie ihre Probleme doch niemals in den Griff bekommen", sagte der Richter. In einem Zustand der Lethargie habe er noch nicht einmal einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt, was auch zur Besserung seiner finanziellen Situation beigetragen hätte. "Stattdessen töteten Sie einen Menschen", sagte der Richter zu dem Verurteilten. 

Geständnis abgelegt nach Raubmord in Hattersheim

Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren übereinstimmend von Mord ausgegangen, für den das Gesetz ausschließlich lebenslange Haftstrafe vorsieht. Die von der Anklagevertreterin geforderte zusätzliche Feststellung der besonderen Schuldschwere lehnte das Gericht indes ab. 

Der Angeklagte sei bislang nicht vorbestraft und habe auch ein frühes, umfassendes Geständnis abgelegt, "das den Hinterbliebenen dabei hilft, mit der Tat zu leben". 

Raubmord in Hattersheim: Keine Schuldschwere festgestellt

Die Schuldschwere, die eine Haftentlassung nach bereits 15 Jahren praktisch ausschließt, müsse nur ganz besonderen Ausnahmefällen vorbehalten sein, hieß es im Urteil. 

Direkt nach ihrer Verkündung wurde die Entscheidung noch im Gerichtssaal rechtskräftig. Der Angeklagte verzichtete auf Rechtsmittel und kurz darauf auch die Staatsanwaltschaft und Nebenklagevertreter.

(dpa)

Immer wieder kommt es im Raum Frankfurt zu Attacken mit Messern. Am Donnerstag (10.10.2019) wurde eine Frau im Frankfurter Stadtteil Bornheim von ihrem Ex-Freund erstochen. Die Tatwaffe hatten sie zuvor offenbar zusammen in einem Supermarkt gekauft. In Offenbach wurde am gleichen Tag eine Frau bei einer Messerattacke in einem Mehrfamilienhaus lebensgefährlich verletzt, berichtet op-online.de.*

Statt mit einem Messer war ein Mann in Hattersheim mit Axt und Machete bewaffnet. Er sorgte für ein Großaufgebot der Polizei und hielt die Beamten mehrere Stunden lang in Atem.

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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