+
Jonas Hoberg und Lara Glück freuen sich über ihre Auszeichnung. Foto: Matthias Knapp

Anderen zu helfen macht sie zufrieden

  • schließen

Für ihr Engagement wurden die beiden Schüler ausgezeichnet. Außerdem ehrte die Gesamtschule zwei Schulklassen, Elternvertreter und Lehrer, weil sie sich außerhalb des Unterrichts in besonderer Weise im Sinne der Schulverfassung engagieren.

Das schulische Umfeld ist für sie mehr, als nur ein Ort, den sie zum Lernen aufsuchen: Jonas Hoberg und Lara Glück engagieren sich für ihre Mitschüler und die Gemeinschaft. Die Hauptschülerin und der Realschüler arbeiten im Team der Schulsanitäter mit. Anderen zu Helfen, gibt den beiden jungen Menschen eine tief empfundene Zufriedenheit. Für ihn seien Hilfeleistungen mit der Suche nach Sinnhaftigkeit im eigenen Leben verbunden, berichtet Jonas Hoberg. Ähnlich beschreibt Lara Glück die Motivation: „Es ist ein gutes Gefühl, nicht nur auf der Welt zu sein, sondern anderen eine Hilfe zu sein“, erläutert die Schülerin.

Die Heinrich-Böll-Schule ehrte die beiden Sanitäter für ihr vorbildliches Verhalten im Sinne der Schulverfassung. Jonas und Lara opfern ihre freien Minuten unter anderem für Dienste im Sanitätsraum der Schule. Darüber hinaus übernehmen sie Schichten bei Sportveranstaltungen und Schulfesten. Außerhalb der Schule spiegelt sich die Hilfsbereitschaft der 16 Jahre alten Hattersheimerin und des 17 Jahre alten Weilbachers durch ihre Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr wieder. Jonas Hoberg ist außerdem als Sanitäter und Rettungsschwimmer bei der DLRG aktiv.

Die Schulverfassung der Heinrich-Böll-Schule gibt Schülern vor, die Würde des anderen zu respektieren und zu schützen. Der vertrauensvolle Umgang miteinander wird durch das Dokument ebenfalls hervorgehoben. Außerdem verweist die Verfassung auf Werte wie Toleranz, Fairness und Respekt. Schulleiter Karl Hildebrandt bezeichnete die von der Schule selbst erarbeitete Verfassung als eine Idealvorstellung, die noch nicht überall Praxis geworden sei. Einmal im Jahr ehrt die Schule Schüler, Lehrer und Eltern, die im Einklang mit der Verfassung handeln. Die Geehrten seien Garanten dafür, dass die Schule die Richtung nicht verliere, betonte der Schulleiter.

Bei der Auszeichnung wurden auch zwei komplette Schulklassen berücksichtigt: Die Schule ehrte die Schüler der 5G2 für die Integration einer Schülerin mit Down-Syndrom. Die Klasse habe gleichzeitig gefördert, gefordert und geholfen und damit die Grundgedanken der Inklusion umgesetzt, lobte der stellvertretende Schulleiter Dietrich Heither. Die Eltern der Schülerin mit besonderem Förderbedarf hatten die Klasse für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Zwei Vertreterinnen des Elternbeirats, Martina Michel und Beate Tremschig, wurden ebenfalls für ihre Unterstützung geehrt. Eine weitere Klassenauszeichnung ging an die 6G2, die sich durch das eigenständige Lösen von Problemen hervorhebt. Die Schüler setzten sich ohne die Hilfe von Erwachsenen im Klassenrat mit Problemen auseinander.

Vorbildliches Verhalten hatten auch die Lehrerinnen Hoori Song und Irmtraud Muller an den Tag gelegt. Die Südkoreanerin Song unterrichtet Englisch und Musik. Die Schule ehrte sie für ihr zusätzliches Engagement: Die Pädagogin baut seit rund einem Jahr einen Schulchor an der Hattersheimer Gesamtschule auf. Irmtraud Muller wurde für die Betreuung von Schülern ausgezeichnet, die sprachliche Grundkenntnisse in Deutsch neu erwerben müssen. Die Lehrerin leitet Kurse in Deutsch als Zweitsprache.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare