+
Die ASV-Vorstandsmitglieder Thomas Ettlinger, Haiko Zimmermann und Matthias Käck (von links) bereiteten geräucherte Forellen zu. Im Hintergrund ist der neue Räucherofen erkennbar.

Verärgert über Störenfriede

Angler, die über den Okrifteler See wachen, hadern mit Müllhalden und schwimmenden Hunden

  • schließen

Tolles Wetter, strahlender Sonnenschein: Für ihr Fischereifest erwischten Hattersheims Angler gute Bedingungen. Sie haben wieder eine Jugendgruppe und sind zufrieden mit der Wasserqualität. Kopfzerbrechen bereiten ihnen nur einige unvernünftige Zeitgenossen.

Zufriedene Gesichter waren am Wochenende beim Hattersheimer Angelsportverein (ASV) anzutreffen. Das tolle Wetter bedeutete, dass sie beim Fischereifest guten Zuspruch hatten. Die geräucherten Forellen fanden ihre Abnehmer. Die Begeisterung über die Besucher am Vereinsgewässer ist jedoch nicht immer so groß wie während der Feier. An anderen Sommertagen bereiten Menschen, die den Okrifteler See belagern, den Anglern eher Kopfzerbrechen. Das kommt daher, dass sich etliche Besucher am See rücksichtslos verhalten und Vorschriften missachten.

Die Liste an Verstößen, die dem stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Käck einfallen, ist lang: Probleme bereiten Schwarzangler, Hunde ohne Leine, Grillabfälle sowie Schwimmer, die trotz des Verbotes in den See springen. Gerade die Badegäste waren in den vergangenen Jahren immer wieder Thema. 2002, 2012 und 2016 ertranken Schwimmer in dem Gewässer, das von ebenso gefährlichen wie kalten Strömungen durchzogen ist. Die Stadt Hattersheim ließ zusätzliche Hinweisschilder mit Symbolen aufstellen, um Menschen aller Nationalitäten zu warnen. Gefruchtet hat es nicht. „Man sieht immer mal wieder Schwimmer“, berichtet Käck. Wenn er etwas sage, höre er oft Hinweise wie: „Ich schwimme schon seit 30 Jahren hier.“

Ärgerlich findet Käck auch den Müll, den viele Besucher am See hinterlassen. „Ich glaube ich habe in diesem Jahr schon 15 Einweggrills aus dem Gebüsch geholt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende. Hinzu komme, dass offenes Feuer am See nicht erlaubt sei. Auch Hundehalter bittet er um mehr Rücksicht. Wenn die Vierbeiner frei durchs Wasser planschen, könne es passieren, dass sie Laichplätze von Fischen im Uferbereich stören. Hin und wieder komme es vor, dass Vereinsmitglieder Schwarzangler vertreiben müssen. Jedes Mitglied sei berechtigt, die Gastkarten zu kontrollieren, die als eintägige Genehmigung ausgestellt werden, erklärt Matthias Käck.

Trotz aller Störfaktoren kann der Vorstand derzeit äußerst zufrieden sein. Es seien in diesem Jahr schon über 100 Tageskarten an Gastangler verkauft worden, erzählt Käck. Dass der Okrifteler See gefragt ist, führt der Angler auf den großen Besatz mit Zandern und Hechten zurück, den der Verein vorgenommen hat. Etwa die Hälfte der Mitgliedsbeiträge fließe in den Fischbesatz. Erfreulichen Zuwachs verzeichnet der ASV auch bei den Mitgliederzahlen. Von 64 Mitgliedern seien derzeit 45 aktiv.

Erstmals seit einigen Jahren gibt es wieder eine Jugendgruppe. Der neue Jugendwart Ramon Gricar betreut fünf Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren.

Zufrieden sind die Hattersheimer Angler momentan auch noch mit der Wasserqualität des Sees, der zusammen mit dem Schwarzbach das Vereinsgewässer bildet. In den vergangenen Wochen gab es Meldungen über tote Fische aus Norddeutschland, wo die Tiere beispielsweise in der Alster wegen Sauerstoffmangels verendeten. Er habe die Befürchtung gehabt, dass die Hitzewelle ähnliche Situationen in der Region auslöst, räumt Matthias Käck ein. Der Okrifteler See sei zwar etwas trüber geworden, das sei aber noch kein Problem. „Wir hatten Glück, dass es jetzt etwas windig war“, erklärt der Angler die natürliche Sauerstoffzufuhr. „Bisher hatten wir hier keinen toten Fisch.“

Fürs Fischereifest hatte der Angelsportverein Forellen und Zander eingekauft und zubereitet. Eine Attraktion war dabei der neue Räucherofen, den ein Kaminbauer gemauert hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare