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Pferde bei der RSG Eddersheim. Von Montag an soll es bei dem Verein wieder Einzelunterricht geben.

Hattersheim

Angst vor der Zukunft bei der RSG Eddersheim

  • vonSascha Kröner
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Spenden halten die Reitsportgruppe am Leben, von Montag an Einzelkurse

Eddersheim -Erleichterung bei der Reitsportgruppe Eddersheim (RSG): Die dunklen Wolken, die die Zukunft des Vereins zu Beginn des Monats verdeckten, sind zumindest vorläufig vorübergezogen. Großzügige Spender griffen der durch den Lockdown in finanzielle Bedrängnis geratenen RSG unter die Arme.

Nach einem Aufruf in dieser Zeitung gingen bisher rund 7000 Euro an Spenden ein. Nicht nur Mitglieder hätten den Verein unterstützt, berichtet die Vorsitzende Katrin Förster, die für den Moment aufatmen kann. Sie betont jedoch, dass die Perspektive von der Form und Dauer weiterer Einschränkungen abhänge.

Der als Teil-Lockdown bezeichnete Einschnitt zu Beginn des Monats war besonders hart, weil die Reitsportgruppe schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr auf Rücklagen aus Mitgliedsbeiträgen zurückgriff. Der Vorstand stand nun vor der schwierigen Aufgabe, die monatlichen Kosten von 12 000 Euro ohne Einnahmen aufzubringen.

"Im November kommen wir gut hin"

Zwei bis drei Wochen komme der Verein im Extremfall über die Runden, sagt Katrin Förster. "Wir müssen immer etwas auf dem Konto haben, falls mal ein Pferd krank wird", so die RSG-Chefin. Der komplette Wegfall des Angebots, ohne Aussicht auf grundlegende Besserung, stelle jedoch eine existenzielle Gefährdung dar.

Nun scheint die Zukunft des Vereins mindestens bis zum Jahresende gesichert. "Im November kommen wir gut hin", gibt Katrin Förster Entwarnung. Der Vorstand hoffe, dass er die vorhandenen Finanzen sogar bis Weihnachten strecken kann.

Gleichzeitig sorgten Neuauslegungen der geltenden Beschränkungen dafür, dass die Arbeit auf dem Wiesenhof in kleinen Schritten weitergeht. Am 11. November habe das Land Hessen Reitkurse für Einzelpersonen erlaubt, berichtet die Vorsitzende. Dies betrifft bei der RSG unter anderem die Reittherapie, die immer in Einzelstunden angeboten wird.

Pferde werden ans Training gewöhnt

Außerdem führt der Verein Reitanfänger einzeln an den Umgang mit dem Pferd heran. Laut Katrin Förster machen die Einzelangebote nur etwa 15 Prozent der regelmäßigen Tätigkeiten auf dem Wiesenhof aus. Ein Großteil der Einnahmen fehlt also weiterhin. Der Vorstand denke darüber nach, auch für Teilnehmer von Gruppenstunden Einzelkurse anzubieten.

Für die RSG sei es jedoch schwierig, den Betrieb zu großen Teilen auf Einzelunterricht umzustellen. Weil die Kurse von rund 20 ehrenamtlichen Übungsleitern in deren Freizeit gestemmt werden, bleibe als Zeitfenster nur der Abend.

Noch hat das RSG-Team den Unterricht noch nicht wieder aufgenommen. Die Mitglieder kümmerten sich zunächst um die Pferde, die in den vergangenen Wochen auf der Koppel standen. Die Tiere mussten bewegt werden, um sich nach der Unterbrechung wieder an den Trainingsbetrieb zu gewöhnen, erklärt die Vorsitzende.

Außerdem wollte Katrin Förster die nächsten Gespräche zwischen Bund und Ländern abwarten. Sie schaue gespannt auf die weiteren Beratungen, sagt die RSG-Chefin, die den kommenden Montag als Startpunkt für die Einzelkurse anpeilt. Sie hoffe, dass der kleine Erfolg nicht direkt durch neue Verschärfungen zunichte gemacht wird, und dass der Lockdown bald endet. "Wenn wir im Dezember und Januar noch dicht machen müssen, wird es schon wieder kritisch", so Katrin Förster.

Infos zur Spendenaktion der RSG finden sich auf der Internetseite www.rsg-eddersheim.de.

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