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Für Rollstuhlfahrer ist die Rampe an der Unterführung am Hattersheimer Bahnhof viel zu steil und zu schmal.

Umbau

Barrierefreier Zugang am Hattersheimer Bahnhof in Sicht

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Das stetige Nachhaken hat Erfolg gezeigt: Die Deutsche Bahn AG hat endlich eine Machbarkeitsstudie für den Umbau der Zugänge zu den Gleisen am Hattersheimer Bahnhof vorgelegt. Die Studie ist aber noch nicht komplett.

Was lange währt, wird endlich gut – dieses Sprichwort bezeichnet gut die Situation, wenn es um den Hattersheimer sowie den Eddersheimer Bahnhofsbereich geht. Noch genauer: Wenn sich die Aussage auf die barrierefreien Auf- und Abgängen zu den Bahnhöfen bezieht. Seit Jahrzehnten gibt es den Wunsch des Magistrates, den Hattersheimer Bahnhof beispielsweise für Rollstuhlfahrer so herzurichten, dass das Erreichen der Bahnsteige ohne fremde Hilfe möglich ist. Die vorhandenen Rampen an den Zugängen sind lediglich für Fahrräder und Kinderwagen geeignet. Stellte sich jahrelang die Deutsche Bahn quer, wenn es um eine mittelfristige Realisierung der gewünschten Barrierefreiheit ging, so ist nun Licht im Tunnel zu sehen.

Wie der Magistrat nun den Stadtverordneten berichtete, wurde Mitte März bei einem Gespräch von den Vertretern der Deutschen Bahn (DB) Station und Service AG eine Machbarkeitsstudie für den Hattersheimer Bahnhof vorgestellt. Diese untersuche mögliche Standorte für eine barrierefreie Personenunterführung oder Überführung sowie deren Umsetzbarkeit hinsichtlich der bahntechnischen Besonderheiten. „Aus Sicht der Stadt ist darüber hinaus für die weitere Ausarbeitung wichtig, wie das geplante Bauwerk in das städtische Fuß- und Radwegenetz eingebunden ist. Deswegen wird zurzeit ein Fuß- und Radwegenetz für die Innenstadt und das Bahnhofsumfeld ausgearbeitet. Auf Grundlage dieses Konzepts und der Machbarkeitsstudie können der genaue Standort sowie die verkehrlichen Anschlüsse für den barrierefreien Zugang festgelegt werden. Das Rad- und Fußwegekonzept sowie die Planung für den barrierefreien Zugang werden im ersten Quartal 2019 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt“, teilt der Magistrat weiter mit.

Parallel dazu bereite die DB Station und Service AG eine Planungsvereinbarung vor. Nach Fertigstellung der oben genannten Vorarbeiten sowie dem Abschluss einer Vereinbarung, könnten die verschiedenen Arbeitsschritt ausgearbeitet werden. Erst dann sei es möglich, Aussagen zu den Kosten und zu dem Zeitplan zu treffen, erläutert der Magistrat weiter.

Auch beim Eddersheimer Bahnhof ist ein Ende der Wartezeit auf eine Neuregelung des Bahnübergangs sowie der Zugänge zu den Gleisen in Sichtweite gerückt. Die Infrastruktur in dem Stadtteil-Bahnhof ist allerdings eine schwierige Rahmenbedingung als in der Kernstadt. Denn der barrierefreie Zugang des Bahnhofs in Eddersheim hängt unmittelbar mit der Führung des Fahrzeugverkehrs zusammen. Deshalb müsse deswegen geklärt werden, ob und wie der beschrankte Bahnübergang in Eddersheim beseitigt werden könne, erläutert der Magistrat in seiner Antwort auf eine entsprechende Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen. Dies werde außerdem im Rahmen der Verkehrsuntersuchung zur Entlastungsstraße West ebenfalls überprüft.

„Das Ergebnis dieser umfassenden Verkehrsuntersuchung wird Ende des Jahres 2019 vorliegen. Darauf aufbauend können konkrete Pläne für den Fuß- und Radverkehr mit Zeitplanungen und Kostenschätzungen erstellt werden“, bekräftigte der Magistrat.

Rückblende: Als die Deutsche Bahn die Unterführung an der Bahnhofstraße ohne Ankündigung aus „sicherheitstechnischen Gründen“ dicht macht, erhob sich Widerstand in Eddersheim. Im Verlauf der Streitigkeiten über Versäumnisse wurde später sogar ein Akteneinsichtsausschuss eingesetzt. Der sollte herausfinden, ob ein Schreiben der Bahn, das die Schließung der Unterführung ankündigte, im Rathaus schlichtweg vergessen worden war. Waren das noch Nebenschauplätze, so erreichten die Eddersheimer mit ihren Protesten, dass die Bahn AG einlenkte. Die Unterführung wurde baulich gesichert und wieder bis auf weiteres geöffnet.

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