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Clown Klinki zeigte Paula, Patrick, Leonie und Liliana bei dem Workshop, wie sie einen Luftballon in einen Hund verwandeln.

Kinderkulturwochen

Der bekannte Clown Klinki zeigt Kindern wie aus Ballons Tieren werden

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Bei den Kinderkulturwochen war im Nassauer Hof der Clown Klinki zu Gast, den Groß und Klein von Straßenfesten kennen. Den Kindern hat Helmut Klinkenberg seine Tricks verraten, wie er aus einem Ballon in Windeseile Tiere zaubert.

Es knirscht und quietscht im Obergeschoss des Nassauer Hofes. Vier Kinder und ein Clown stehen im Festsaal des historischen Gasthauses und verbiegen Luftballons. Bei manchem Teilnehmer des ungewöhnlichen Workshops schweift die Konzentration ab, bevor die bunten Latexwürste die gewünschte Tierform angenommen haben. Paula und Leonie nutzen die frisch aufgepumpten Ballons lieber, um ein Fechtduell auszutragen. Doch Clown „Klinki“ hat ein wachsames Auge auf das Geschehen: „Wir sind noch nicht bei den Schwertern angekommen“, ermahnt Kursleiter Helmut Klinkenberg die siebenjährigen Mädchen.

Nein, Schwerter standen zu Beginn des Kurses tatsächlich nicht auf dem Programm. Den Anfang machte der beste Freund des Menschen: Klinkenberg zeigte den Kindern, wie sie die langen Ballons in einen Hund verwandeln. Auf der Seite mit dem Knoten formte er drei Blasen, indem er den Ballon verdrehte. Die getrennten Kammern bilden später Kopf und Ohren der Vierbeiners. Dies erreichte der Clown, indem er die erste Blase mehrmals um das Ende der dritten Blase drehte. „Siebenmal drehen“, wiederholte Klinkenberg fast wie ein Mantra. Dieselbe Zahl an Umdrehungen kam bei fast allen Figuren zum Einsatz, um Formen zu fixieren.

Wer den Hund beherrscht, braucht den Hasen nicht zu fürchten. Der funktioniere anfangs ganz genauso – „nur mit anderen Proportionen“, erklärte Klinkenberg. Der Clown zeigte sich auch offen für Wünsche. Auf die Forderung des neunjährigen Patrick, eine Schlange vorzuführen, reagierte er allerdings abweisend. „Nein, eine Schlange ist ja nur ein langer Luftballon“, betonte „Klinki“. Stattdessen ging er auf Leonies Wunsch ein, einen Papagei zu modellieren. Der war etwas schwieriger als der Hund – doch auch beim Basteln des Tropenvogels wurde siebenmal gedreht. Die Regel stimme jedoch nicht immer, verriet Helmut Klinkenberg. Bei komplexeren Figuren, die unter größerer Spannung stehen, müsse man mit weniger Umdrehungen arbeiten. „Sonst macht’s Peng“, weiß der Kursleiter.

Alle Fragen konnte aber auch „Klinki“ nicht beantworten: „Wer hat das Luftballonknoten erfunden?“, wollte Patrick vom Clown wissen. „Ich bestimmt nicht“, erwiderte der Mann mit der roten Nase lachend. Trotzdem ist Klinkenberg ein alter Hase – seit 25 Jahren dabei und beherrscht über 100 verschiedene Ballontiere.

Bei Straßenfesten wie den Hattersheimer Klassikertagen verteile er rund tausend Ballons. Wenn man die Grundschritte kenne, könne man alles machen, auch

Buchstaben und Zahlen

, erklärt der Clown. Doch meint er tatsächlich alles? „Ich kenne jemanden, der einen Hubschrauber macht, in den man sich rein setzen kann“, berichtete Klinkenberg. Dazu brauche es 400 Ballons und acht Stunden Zeit. Helmut Klinkenberg bestellt sein Ballons übrigens bei einer belgischen Spezialfirma. Er hat gemerkt, dass Modellierballons aus Kaufhäusern zu schnell platzen.

Der Ballon-Workshop war Teil der diesjährigen Kinderkulturwoche des Kulturforums. Das Programm steht unter dem Motto „Willkommen in der Manege“.

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