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Entlang der linken Häuserreihe am Ende der Spindelstraße soll sich nach den derzeitigen Plänen des Kreises der Bau der neuen Grundschule anschließen.

Entlastung

Eine neue Schule und viele Fragen

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In Hattersheim soll wegen des starken Bevölkerungswachstums nicht nur eine neue Grundschule gebaut werden, auch die Heinrich-Böll-Schule braucht mehr Platz. Über das Thema Turnhallen verhandeln Stadt und Kreis.

Dass die dritte Grundschule für die Kernstadt an die Spindelstraße kommt, ist beschlossene Sache – das Kreisblatt berichtete bereits. Zu den Fragen, auf die es jedoch noch keine Antworten gibt, gehört die Verkehrsanbindung. Bürgermeister Klaus Schindling kann sich nicht vorstellen, dass in den schmalen Wohnstraßen dort viel Autoverkehr fließen soll. Weil viele Eltern entgegen all der guten Ratschläge ihre Kinder gerne mit dem Auto bringen, wird an einen speziellen Haltebereich am Südring gedacht.

Für Autoverkehr sorgt aber nicht nur der Unterrichtsbetrieb. Zu der Grundschule wird auch eine Sporthalle gehören. Diese Hallen werden im Main-Taunus-Kreis knapp zur Hälfte von den jeweiligen Kommunen bezahlt. Dafür dürfen die Hallen dann nach Unterrichtsschluss von den örtlichen Vereinen genutzt werden. Die Regelung hat sich offensichtlich bewährt – zumindest hat es öffentlich noch keine kritischen Stimmen gegeben.

Schindling gefällt aber der Gedanke nicht, dass allabendlich Dutzende von Sportlern mit dem Auto durch die Vogelweid- und die Spindelstraße fahren – die sind dafür einfach nicht gebaut. Warum sollte man nicht mit Hilfe des kommunalen Finanzbeitrages die Sporthalle an der Heinrich-Böll-Schule erweitern, so fragt er sich. Dort gibt es eine Zwei-Feld-Halle, die zu einer Drei-Feld-Halle erweitert werden könnte.

Schindling betont, dass es sich um ein

Gedankenspiel

handelt, über das mit dem Kreis gesprochen werden soll. Auf keinen Fall will er das gute Einvernehmen im Schulbau mit dem Landratsamt gefährden. Davon, dass an der Heinrich-Böll-Schule noch mehr Hallenraum geschaffen werden solle, hatte Schindling unlängst schon bei einer Bürgerversammlung gesprochen. Der Kreis habe zurzeit keine Planungen dieser Art in Arbeit, so dazu Johannes Latsch, Pressesprecher des Main-Taunus-Kreises, auf Kreisblatt-Anfrage.

Einfach sind solche Verhandlungen nicht. Der Kreis müsste mehr ausgeben für die Halle an der neuen Grundschule, denn viel kleiner ausfallen lassen kann er sie nicht. Ungeklärt ist, ob sich die Halle an der Gesamtschule bautechnisch ohne weiters vergrößern ließe. Und die Frage stellt sich auch, ob der Kreis dort in der Pflicht ist, weil die Zahl der Schüler wächst, also auch mehr Sportunterricht gegeben wird.

Dass die Zahl der Schüler zunehmen wird, ist beim Kreis längst bekannt. Im gerade beschlossenen Schulentwicklungsplan heißt es, dass in absehbarer Zeit mit neun Klassen pro Jahrgang gerechnet werden muss. Das kam in den letzte Jahren auch schon vor, aber zumeist reichten acht, gelegentlich sogar sieben Klassen aus. Eine Klasse mehr – das klingt nicht viel, aber bei sechs Klassen in den Stunden fünf bis zehn sind das sechs Räume. Da sind weder zusätzlich notwendige Fachräume eingerechnet noch die Tatsache, dass mit einer gewissen Verzögerung auch die Zahl der Schüler in der Oberstufe steigen wird.

Eine umfangreiche Erweiterung der Heinrich-Böll-Schule sei erforderlich, heißt es daher auch im Schulentwicklungsplan. Das Investitionsprogramm, das mit dem letzten Haushalt verabschiedet wurde, spricht von einem neuen Gebäudetrakt mit 18 Räumen für die Schüler der fünften und sechsten Klassen. Für die frei werdenden Räume im bestehenden Gebäude gibt es Ideen mehr als genug: Differenzierungsräume werden gebraucht, die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium kostet Platz, die Mensa und das Lehrerzimmer könnten eine Erweiterung gut gebrauchen. Das Projekt steht auf der Prioritätenliste auf dem 13. Platz, was bei der Vielzahl der aktuellen Vorhaben aber bedeutet, erst voraussichtlich im Jahre 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Zurzeit werde an den Ausführungsplanungen gearbeitet, weiß Bürgermeister Schindling.

Eine Baustelle bleiben wird die Heinrich-Böll-Schule noch länger. Es handelt sich nämlich um eine von fünf baugleichen Schulen im Main-Taunus-Kreis, die allesamt saniert werden solle, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung. Den Anfang sollen die Brentano-Schule in Hochheim und die Eichendorffschule in Kelkheim machen. Danach kommen die Heinrich-Böll-Böll-Schule, die Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn und die Weingartenschule in Kriftel.

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