+
Wolfgang Mohr sei eine lustige Frohnatur, sagt er. Mit einer Büttenrede will er eine Neuauflage HCC, ein Verein den sein Vater mitgegründet hatte, anstoßen.

Hattersheimer Carneval Club

Mit einer Büttenrede will Wolfgang Mohr den Fastnachtsverein neu beleben

Viele Hattersheimer lieben die Fassenacht. Wolfgang Mohr hat deshalb, eine Vision für den 2014 aufgelösten Hattersheimer Carneval Club (HCC).

„Manchmal hat man die dollsten Einfälle“, sagt Wolfgang Mohr. Die jüngste Idee des an Heimat und Denkmalschutz interessierten Hattersheimers war es, eine Büttenrede zu verfassen. Aber nicht irgendein gereimter Vortrag sollte es sein – nein, Mohr will sich damit für die Fastnacht einsetzten.

Wolfgang Mohr träumt von der Wiederbelebung des Hattersheimer Carneval Clubs (HCC). Der närrische Zusammenschluss hatte sich 2014 nach über 60 Jahren Vereinsgeschichte aufgelöst. Eine Voraussetzung für seine Rückkehr könnte mit der Sanierung der Stadthalle, die voraussichtlich Mitte des Jahres beginnt, geschaffen werden. Im Gespräch mit dieser Zeitung verrät Mohr, warum ihm der HCC so am Herzen liegt.

Sohn eines HCC-Gründers

„Eigentlich bin ich gar nicht der große Fassenachter“, gibt der ehemalige Bäckermeister zu. Allerdings fühle er sich heimatlichen Themen stets verbunden und empfinde sich selbst als lustige Frohnatur, sagt Mohr. Die direkte Verbindung zum Carneval Club findet sich in der Familiengeschichte: Sein Vater Josef Mohr sei sehr fastnachtsbegeistert gewesen und habe kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Gründern des HCC gehört. Die ersten Hattersheimer Sitzungen seien am Vorbild des Mainzer Carneval Club (MCC) orientiert gewesen, erzählt Mohr. Sein Vater habe im Elferrat gesessen und sich ansonsten eher zurückgehalten, während Mutter Irmgard als Tänzerin aktiv war. Mohr erinnert sich an Proben im Backhaus der Familie in der Sarceller Straße. Noch heute habe er mit der Schreibmaschine verfasste Texte Zuhause. Später seien die Narren zu Übungsstunden im Gasthaus „Zur Krone“ und im ehemaligen Schützenhof am Bahnhof zusammengekommen.

Wegen der Arbeit in der Bäckerei sei er selbst nie in die Fassenacht eingestiegen, berichtet Mohr. Er habe aber schon sehr viele Sitzungen als Zuschauer verfolgt. Auch was die Fastnacht im Umkreis angeht, hält der Hattersheimer die Augen offen. Dass es die Narren aus Kriftel und Baunatal ins Fernsehen schafften, ist für ihn ein Beleg, dass die hessische Fastnacht gefragt ist. Warum also nicht in Hattersheim?

In den Stadtteilen Eddersheim und Okriftel haben sich die närrischen Sitzungen gehalten. Mohr gibt zu, dass es Hattersheim da etwas schwerer hat. Was das Engagement in Vereinen angeht, sei es in der Kernstadt ruhiger geworden als in den Stadtteilen. „Der Zusammenhalt ist hier nicht so toll“, weiß Mohr. Trotzdem glaube er daran, dass sich genug Unterstützer von Fastnachtssitzungen finden – am liebsten unter dem Dach des HCC.

Die Jungen sind gefragt

Mancher alteingesessene Hattersheimer habe ihm gegenüber die Ansicht vertreten, ein neuer Verein brauche einen neuen Namen. Das sieht Mohr anders: Die Fastnacht solle unter dem bewährten Namen weiterlaufen. „Man kann doch auf die Geschichte zurückgreifen“, findet der Hattersheimer. Auch das von Jupp Jost entworfene Logo solle erhalten bleiben und den Wiedererkennungswert garantieren.

„Auf jeden Fall müsste die Jugend eingebunden werden“, betont Mohr. Ein wiederbelebter HCC könne nur erfolgreich sein, wenn er auf moderne Elemente setzt. „Fastnacht ist heute mehr Show“, erklärt der Initiator der Neugründung, der selbst zumindest keine aktive Rolle übernehmen möchte. Das wolle er Jüngeren überlassen. Er wäre jedoch bereit, sich als Passiver an der Neugründung zu beteiligen.

Der gereimte Aufruf des Hattersheimers soll ein erster Funke sein, der einen närrischen Flächenbrand entfachen könnte. „Vielleicht wird manch einer darüber nachdenken“, hofft Wolfgang Mohr. Und vielleicht wird dann der Fastnachtsruf „Ha-Hei“ künftig wieder in der Stadthalle ertönen.

von SASCHA KRÖNER

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare