Die Sanierung des künftigen Stadtmuseums im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäudes verzögert sich.
+
Die Sanierung des künftigen Stadtmuseums im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäudes verzögert sich.

Sanierung in Hattersheim

Einige letzte Arbeitsschritte stehen noch an

  • vonSascha Kröner
    schließen

Der Zeitplan hat sich verzögert: Investor rechnet mit Fertigstellung des künftigen Stadtmuseums im Frühjahr.

Hattersheim -Erstmals durften Hattersheimer die sanierten Räume des künftigen Stadtmuseums betreten. Mehr als 80 Besucher waren der Einladung zur Führung auf der Baustelle gefolgt. Zwischen weiß gestrichenen Wänden und historischen Fensterscheiben konnten die Teilnehmer bereits erahnen, wie die Ausstellungsobjekte des Hattersheimer Geschichtsvereins unter dem Dach des ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäudes wirken werden. Noch ist es aber nicht so weit. Bevor die historischen Exponate einziehen, stehen einige letzte Arbeitsschritte rund um das denkmalgeschützte Gebäude an. Selim Balcioglu von der Rio-Nero-Investorengruppe rechnet momentan mit einer Fertigstellung im März oder April.

Bisher hatte der Investor den Abschluss der Arbeiten zum Jahresende angepeilt. Der Zeitplan habe sich etwas verzögert - unter anderem, weil nicht klar gewesen sei, aus welcher Richtung die Fernwärmeleitungen angeschlossen werden, sagt Balcioglu. Bis zur Entscheidung sei der Tiefbau gestoppt worden. Nun stehe fest, dass das Werkstattgebäude aus nördlicher Richtung an das Blockheizkraftwerk neben der Kita "SchokoLaden" angebunden wird.

Interessante Fortschritte gibt es bei der Entwicklung des Gastronomiekonzeptes zu vermelden. Balcioglu geht davon aus, dass das Café auf der Westseite des Gebäudes der erste Teil sein wird, der für die Öffentlichkeit öffnet. Für die Bewirtung konnte der Investor einen Frankfurter gewinnen, der die Imbisstheke unter dem Namen "Genusswerk" betreiben möchte. Einen mündlichen Vertrag habe er bereits abgeschlossen, sagt Selim Balcioglu.

Das Café war in der Vergangenheit ein Streitpunkt bei Auseinandersetzungen mit einem Anwohner. Als Folge aus dem Konflikt wurde der Gastronomiebereich verkleinert und die warme Küche gestrichen. Dem "Genusswerk" steht künftig eine Fläche von rund 60 Quadratmetern zur Verfügung. Das Café soll nicht nur Museumsgäste bewirten, sondern ein eigenständiges Angebot für das Quartier sein. Neben Salaten, Sandwiches, Kaffee und Kuchen werde hausgemachtes Eis auf der Speisekarte stehen, kündigt Balcioglu an.

Für die Belegung der bisher ungenutzten Flächen im Ostteil des Gebäudes sucht der Investor noch nach einer Lösung. Eine Option sei die Einrichtung eines Kolumbariums mit Urnenwänden, berichtet Selim Balcioglu. Es sei aber auch denkbar, dass die Stadt den rund 360 Quadratmeter umfassenden Raum als Bürofläche übernehme.

13 Reihenhäuser und ein Geschäftshaus

Als jüngsten Fortschritt bei der Sanierung des 1925 erbauten Werkstattbaus führt Selim Balcioglu die Reinigung aus Ausbesserung der Innenfassade an. Darüber hinaus seien die Stahlträger unter der Decke und die Stützen abgeschliffen und grundiert worden. Derzeit laufen die Arbeiten an einer Bodenplatte im Westen des Gebäudes.

Ab dem kommenden Monat soll dort der geplante Anbau errichtet werden. Vor einer Woche sei außerdem der Startschuss für die Elektroinstallationen gefallen. Die Installateure würden sich nun aus Richtung des Ostturms durch das Gebäude arbeiten, erzählt Balcioglu.

Um die rund 3,4 Millionen Euro teuere Sanierung des Werkstattgebäudes zu finanzieren, setzt Rio Nero auf die Entwicklung des angrenzenden 3500 Quadratmeter großen Geländes. Unter dem Namen "Museumsquartier" sollen dort 13 Reihenhäuser sowie ein Geschäftshaus mit zwei Penthousewohnungen im Obergeschoss entstehen.

Außerdem sei die Schaffung einer Betreuungseinrichtung mit Krippenplätzen angedacht, sagt Selim Balcioglu. Im kommen Monat möchte er den Bauantrag für das Quartier einreichen. sascha kröner

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare