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Solch einen Anblick soll es künftig im Stadtgebiet nicht mehr geben: Plastikteller in der Mülltonne.

Umwelt

Einweggeschirr soll aus Hattersheim verbannt werden

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Wo es große Veranstaltungen gibt, gehören Essen und Trinken dazu. Damit aber auch Unmengen an Wegwerf-Essgeschirr und ebensolchen Trinkbechern. Dies soll künftig nicht mehr toleriert werden, meint die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Ihr Antrag zum Thema Müllvermeidung wurde von den Stadtverordneten einmütig beschlossen.

Was sich einmal als nicht praktikabel und rentabel herausgestellt hat, muss nicht ewig in Stein gemeißelt sein. So wurde vor einigen Jahren die Idee, mit dem Geschirrmobil die Menge an Plastiktellern sowie Einwegbesteck und Pappbechern eindämmen zu können, beerdigt. Zum einen wäre die Reparatur für das defekte Geschirrmobil sehr teuer gekommen, eine Ersatzbeschaffung ebenfalls. Zum anderen war die Auslastung für den Anhänger nicht so groß, wie das vor der Anschaffung des Mobils prognostiziert wurde. Viel weniger Nutzer als geplant machten von der Möglichkeite Gebrauch, bei größeren Feiern das Geschirrmobil zu mieten. Kurzum: die Idee mit dem Geschirrmobil war vorerst gestorben. Doch mit der Magistratsentscheidung für die Abschaffung wurde gleichzeitig ein Beschluss gefasst, der die Nutzung von Einweggeschirr – egal, ob aus Plastik oder Pappe – bei Veranstaltungen im Alten Posthof verbietet. Dies erweist sich im Nachhinein als sehr weitsichtig. Allerdings gab es seitdem bei den größeren Festen schon Probleme mit dem Müll, der durch das Einweggeschirr produziert wurde.

„Vermülltes“ Stadtbild

In diesem Zusammenhang ist klar: Die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind direkt mit den Veranstaltungen im Stadtgebiet verbunden. So sieht das jedenfalls die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Denn egal, ob Klassikertage, Weihnachtsmarkt oder andere öffentliche Festivitäten: Oft genug blieben die Hinterlassenschaften in Form von Einweggeschirr und ähnlichen Utensilien deutlich sichtbar auf dem Festgebiet und so unter anderem im Innenhof des Alten Posthofs zurück. Zudem leidet darunter der Eindruck des Stadtbildes, das mit vermüllten Flächen und mit von Abfällen überquellenden Mülleimern „dekoriert“ wird. Für die Grünen ist dies aber ein schlechtes Signal, das von der Stadt ausgesendet wird. Müsste doch gerade die Kommune mit gutem Beispiel vorangehen und solche Art von Müll vermeiden.

Deswegen stellte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung mehrere Vorschläge für die künftige Verfahrensweise.

Stadt soll Vorbild sein

So soll der Magistrat prüfen, wie sich die Stadt verpflichten kann, auf Einweggeschirr bei Veranstaltungen zu verzichten. Zu prüfen sei zudem, wie Veranstalter und Anbieter von Speisen und Getränken in die Pflicht genommen werden könnten, auf die Ausgabe, beziehungsweise Nutzung, von Einweggeschirr zu verzichten.

Außerdem solle die Stadt wieder ein Geschirrmobil anschaffen. Wenn dies nicht möglich wäre, sei zu prüfen, ob für den Alten Posthof eine sogenannte Industrie-Geschirrspülmaschine angeschafft werden könne. Die Grünen schlugen vor, dass sich der Magistrat überlegen soll, ob es möglich und sinnvoll wäre, einen Informationsabend zu veranstalten. Dabei könne dann über die Änderungen der Nutzungsregeln für das Einweggeschirr und dem Gebrauch von Verpackungsmaterialien besprochen werden. Zudem könne bei solch einem Infoabend vor allem auf die Vermeidung von Verpackungen eingegangen werden. Gleichzeitig könne sich die Stadt Hattersheim als Vorbild präsentieren.

Spülautomat im Posthof?

Schließlich einigten sich die Fraktionen auf eine etwas abgespeckte Form des Grünen-Antrages. Einstimmig wurde die geänderte Version verabschiedet. Drei Punkte umfasst nun der von allen Stadtverordneten beschlossene Antrag. So soll der Magistrat prüfen, wie die Stadt sich verpflichten kann, auf Einweggeschirr bei allen Veranstaltungen zu verzichten. Es soll wieder ein Geschirrmobil angeschafft werden. Falls dies aus verschiedenen Gründen verworfen werde, könne die Anschaffung eines größeren Spülautomaten für den Alten Posthof eine Alternative sein. Doch damit wäre dieser Automat an einen Standort gebunden. Rund um den Alten Posthof finden in der Kernstadt immer noch die meisten Großveranstaltungen statt. Aber der Transport des schmutzigen Geschirrs zu einem Spülautomaten im Posthof wäre dann ein neues Problem, das gelöst werden müsste.

Angenommen wurde zudem der weitere Vorschlag der Grünen, zu prüfen, wie die Veranstalter sowie Verkäufer von Imbiss- und Getränkeangeboten in die Pflicht genommen werden können, auf Einweggeschirr sowie Plastikbecher zu verzichten.

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