Das Ende der Kleingärten naht

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Ein Aufreger, der Jahre zurückliegt, wird jetzt planungsrechtlich abgearbeitet – das Ende der Kleingärten an der Wasserwerkschaussee

Die Vorgeschichte dieser Angelegenheit wollte im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung niemand mehr aufwärmen: Vor Jahren hatte die Firma Hessenwasser als Grundeigentümer den Pächtern der Kleingärten an der Wasserwerkschaussee versichert, ihre Gärten behalten zu können – um die Fläche wenig später an die Nestlé zu verkaufen, die gleich angrenzend Wohnhäuser bauen wollte. Aus allen Wolken fielen die Kleingärtner, als sie erfuhren, dass den Interessenten für diese Häuser damals schon die Kleingärten zur Vergrößerung ihrer Grundstücke angeboten wurden.

Die Gärten, sagt Hattersheims Erste Stadträtin Karin Schnick jetzt, hätten ohnehin nicht bleiben können. Hütten und Zäune seien nicht genehmigt gewesen und hätten, da es sich um Landschaftsschutzgebiet handelt, auch nicht genehmigt werden können. Die Kleingärten wurden inzwischen abgeräumt. Jetzt wurde die Aufstellung eines Bebauungsplanes in die Wege geleitet, der festschreiben soll, dass die Flächen naturnah gestaltet werden sollen – viel mehr als eine Wiese mit Bäumen kann daraus nicht werden.

Nach den Vorstellungen der Stadt sollen die Flächen von Nestlé an die Eigentümer der sechs angrenzenden Häuser verkauft werden. Die Freien Wähler lehnten die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens ab, auch weil überhaupt nicht klar sei, so Fraktionschef Karl Heinz Spengler, ob die Grundeigentümer Interesse an den Grundstücken hätten. Allerdings hatte Stadträtin Schnick schon vor der Sitzung gegenüber dem Kreisblatt erklärt, schon beim Kauf der eigentlichen Baugrundstücke sei die Übernahme dieser zusätzlichen Flächen besprochen worden. Die Firma Nestlé war sogar dafür kritisiert worden, dass sie die mögliche Vergrößerung der Hausgärten in den Verkaufsgesprächen sogar als Vorteil herausgestellt haben soll.

Die Stadtverordneten werden sich mit dem Thema noch wiederholt befassen müssen – nach dem jetzigen Beschluss zur Einleitung des Verfahrens kommt später noch mindestens der erste Entwurf des Planes und später die Verabschiedung des Planes. Zuvor haben die Bürger, ob betroffen oder nicht, die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken vorzutragen.

(bt)

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