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Landrat Michael Cyriax und der Leiter der Abteilung Katastrophenschutz, Andreas Koppe, inspizierten im Oktober 2015 die Hattersheimer Sporthalle, nachdem dort die Betten für die Flüchtlinge aufgestellt worden waren.

Schäden am Bodenbelag durch Betten

Fußboden in der Sporthalle am Karl-Eckel-Weg hat Wellen und Dellen

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Durch die Betten, die in der Hattersheimer Sporthalle für Flüchtlinge aufgestellt waren, sind Schäden am Bodenbelag entstanden. Deshalb wird ein neuer Boden verlegt. Die Handballer freut das, weil sich das von den Ballsportlern oft benutzte Harz besser von der neuen Lauffläche lösen lässt.

Handballer, die in den oberen Klassen antreten, überlassen nichts dem Zufall: Wenn ein Kreisläufer den Ball vor dem Absprung mit einer Hand aus der Luft fischt und zielsicher Richtung Tor schleudert, verlässt er sich nicht nur auf Athletik und Technik. Spieler schmieren ihre Hände vor den entscheidenden Situationen mit Harz ein. Der Klebstoff lässt den Ball besser an den Fingern haften und erleichtert neben dem einhändigen Fangen auch kräftige Würfe. Das Hilfsmittel kommt jedoch nicht ohne Nachteile: Wenn Spieler über das Feld dribbeln, überträgt sich das Harz vom Ball auf den Boden, wo es zur klebrigen Stolperfalle werden kann. Dies berücksichtigt die Stadt bei der Erneuerung des Hallenbodens in der Hattersheimer Sporthalle am Karl-Eckel-Weg, die ab dem kommenden Monat durchgeführt werden soll. Es werde ein Boden eingebaut, von dem sich das Harz leichter entfernen lasse, sagt Bernhard Weber, Vorsitzender des Turnverein Hattersheim (TVH).

„Früher verwendeten die Spieler noch Baumharz“, erläutert Bernhard Weber. Heute kommt Kunstharz zum Einsatz. Die Mannschaften des TVH dürfen das klebrige Hilfsmittel allerdings nicht einsetzen. Harz ist erst ab der Oberliga erlaubt, erklärt der Vorsitzende. Die besten Handballmannschaften des TVH spielen in der Bezirksklasse. Es gibt jedoch andere Vereine in höheren Spielklassen, die die Halle ebenfalls nutzen. Und bei solchen Spielen verursacht das klebrige Hilfsmittel dann Abdrücke am Boden. Der Boden werde entweder stumpf oder – nach Reinigungsversuchen – spiegelglatt, erklärt Bernhard Weber. Ein Spieler des TVH habe sich in den vergangenen Jahren bereits das Knie verdreht und sei wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen. Der neue Boden soll die Entfernung der Klebestellen erleichtern.

Das klebrige Harz ist allerdings nicht der Hauptgrund für die Erneuerung des Hallenbodens. Auslöser der Sanierung seien Abnutzungserscheinungen durch die Nutzung der Halle als Flüchtlingsunterkunft, berichtet Rathaussprecher Stefan Käck. Die Stadthalle diente vor einigen Monaten als Notunterkunft für Asylbewerber. Trotz einer schützenden Abdeckung der Sportbodenfläche sei es durch die Aufstellung von Betten zu Wellen und Vertiefungen in dem Belag gekommen, erzählt Käck. Der Main-Taunus-Kreis bezahlt die Baumaßnahme und greift zur Finanzierung auf Landesmittel zurück. Im Rahmen der notwendigen Erneuerung werde darauf geachtet, dass die Halle eine wettbewerbsfähige Spielfläche erhalte. Die Stadt habe den neuen Belag ausgewählt, erklärt der Pressesprecher. Anstelle des bisherigen Kunststoffs solle eine Echtholzboden eingebaut werden. Dieser sei „harzkompatibel“. Beim Zeitplan für die Arbeiten berücksichtigt das Landratsamt die Handballsaison. Ab dem 30. April gibt es eine fünfwöchige Handballpause, sagt TVH-Chef Bernhard Weber. Bis Mitte Juni solle der Umbau abgeschlossen sein. Die vorübergehende Schließung der Halle stelle deshalb kein Problem für den Verein dar.

Neben den geplanten Neuerungen in der Halle verzeichnen die Turner auch zwei Veränderungen in ihrem Vorstand. Auf der TVH-Jahreshauptversammlung verabschiedete Bernhard Weber seine langjährige Stellvertreterin Irmgard Wischnewski. Die 81-Jährige unterstützte ihn seit dem Jahr 2012 als Zweite Vorsitzende. Bis zum Jahr 2008 hatte sie den TVH als Vorsitzende geleitet. Als Nachfolgerin der Zweiten Vorsitzenden wählte die Versammlung Tina Pfleghar.

Eine weitere Neubesetzung gab es beim Posten des Kassierers, der seit einem Jahr vakant war. Bernhard Weber hatte die Aufgabe seither zusätzlich zu seinen Pflichten als Vorsitzender übernommen. Nun wählten die Mitglieder Petra Hodde zur neuen Kassiererin. Sie wird sich ab sofort um die Finanzen des Turnvereins kümmern.

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