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Sechs Stunden kostenfreie Kinderbetreuung ist den Hattersheimer Grünen nicht genug.

Kitagebühren

Grüne fordern komplette Beitragsfreiheit und flexiblere Betreuungszeiten

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Es gab viele Diskussionen um die Kitagebühren in Hessen, natürlich auch in Hattersheim. Ab dem 1. August wird eine Betreuung von bis zu sechs Stunden kostenfrei angeboten, doch die Grünen wollen mehr.

Kostenlose Kindergartenplätze, das ist es, was die hessische Landesregierung versprochen hat. Ab dem 1. August ist es auch in Hattersheim so weit, dass Kinder bis zu sechs Stunden am Tag kostenlos betreut werden können. Wie das genau von statten geht, hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung beschlossen, allerdings mit der Gegenstimme der Grünen.

Nicht etwa, weil sie etwas gegen kostenlose Kita-Plätze hätten, sondern weil ihnen der Beschluss nicht weit genug geht. Sie forderten in ihrem Antrag freie Elternbeiträge für die gesamte Zeit der Kindergartenbetreuung und mehr Flexibilität bei den Zeiten „Für uns grenzt die Vorlage zur letzten Stadtverordnetenversammlung des Dezernenten für Kinder und Jugendbereich Karl Heinz Spengler an eine Mogelpackung“, erklärten die Grünen in den Beratungen.

Die Vorlage beinhaltet, dass die beitragsfreie Betreuungszeit um 7 Uhr morgens beginnt und um 13 Uhr endet. Der Erste Stadtrat hatte diese Regelung dem Parlament vorgeschlagen, da es für die Eltern keine unterschiedlichen Module für den Vormittag mit wählbaren Anfangszeiten gibt. „Die früher gestaffelten Anfangszeiten wurden abgeschafft und lediglich die Module am Nachmittag mit wahlweisen Abholzeiten 15 Uhr, 16 Uhr oder 17 Uhr beibehalten“, so die Grünen.

Die Oppositionspolitiker halten die Regelung nicht für ausreichend familiengerecht. „Viele Familien brauchen dringend die Betreuung am Nachmittag, aber nicht jede Familie braucht eine Betreuung vormittags schon ab 7 Uhr“, erläutert die Stadträtin Marga Schmitt-Reinhart (Grüne). Hier wird mehr Flexibilität gefordert.

Der Erste Stadtrat Karl Heinz Spengler (FWG) entgegnet auf die Vorwürfe, dass der Vorschlag zu einer variablen Verteilung von sechsstündigen Betreuungszeiten mit Anfangszeiten zwischen 7 und 9 Uhr und den entsprechenden Abholzeiten zwischen 13 und 15 Uhr nicht ohne weiteres mit den Abläufen in den Kindertagesstätten vereinbar sei.

„Dafür wäre es erforderlich, die personellen und räumlichen Kapazitäten in den Einrichtungen auszubauen, um entsprechend mehr Kinder über Mittag mit Essen und Ruhemöglichkeiten versorgen zu können“, so Spengler. Derartige Änderungen der Abläufe sollten zunächst mit allen Beteiligten besprochen werden.

Zu dem Wunsch der kompletten Beitragsfreiheit, bei der die Grünen auf das Vorbild der Stadt Frankfurt verweisen, sagt Spengler, dass die Stadt gesetzeskonform handle und „künftig nur noch zeitanteilige Kostenbeiträge für alle Betreuungszeiten erhebe, die über die täglichen Betreuungszeiten von sechs Stunden hinausgehen.“ Das sind bis 15 Uhr monatlich 52 Euro, bis 16 Uhr 78 Euro und bis 17 Uhr 104 Euro.

Auch zu der Aussage, dass die Stadt durch die Unterstützung des Landes von 135,60 Euro entlastet würde, äußert er sich: „Dieser Betrag steht dem Wegfall der Elternbeiträge von 150 Euro gegenüber. Ich möchte es noch einmal deutlich sagen: Die Eltern werden vom Land Hessen finanziell entlastet. Und das ist auch gut so!“, erklärt Karl Heinz Spengler abschließend.

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