Halle für große Familienfeiern geplant

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Immer noch gibt es viele offene Fragen rund um die geplante Versammlungsstätte in Okriftel.

Die erste Stadträtin Karin Schnick (Grüne) hatte schon im vergangenen Jahr durchblicken lassen, dass die Stadt versucht habe, das Projekt zu verhindern, dabei aber keinen Erfolg hatte. Über Baugenehmigungen entscheidet bekanntlich der Main-Taunus-Kreis, und der kann sich über Einwände der Stadt auch hinwegsetzen. Den Stadtverordneten reichen diese Erkenntnisse allerdings nicht aus – sie beschlossen, dass der Magistrat einen Bericht zu dem Vorhaben vorlegen soll, in dem es auch genau um diese Fragen geht.

Bekannt wurde bis jetzt, dass ein Hattersheimer Unternehmer am Okrifteler Ortsrand, in der Siemensstraße, eine Versammlungsstätte bauen möchte, in der Platz für bis zu 835 Menschen ist. Einige Gästezimmer sollen die Möglichkeit eröffnen, dass einige Veranstaltungsteilnehmer dort auch übernachten können. Genutzt werden soll die Halle beispielsweise für größere Familienfeiern.

FWG-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Spengler wunderte sich, dass ein solch großes Vorhaben genehmigt werden soll, ohne dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Immerhin läge die Fläche im Landschaftsschutzgebiet und werde teilweise landwirtschaftlich genutzt. „Die Stadt hätte einen Bebauungsplan verlangen können“, ist Spengler überzeugt, dessen FWG-Fraktion den Berichtsantrag eingebracht hatte.

Die Freien Wähler interessiert auch die zu erwartende Verkehrsbelastung in Okriftel. Zwar liegt ein Gutachten vor, nach dem bei einer Veranstaltung 1023 Fahrzeugbewegungen zu erwarten wären. Die FWG fürchtet aber, dass das Gutachten bei einer geringen Zahl von Veranstaltungen zu einer durchschnittlich geringen Verkehrsbelastung kommt, diese Zahl aber nicht berücksichtigt, dass sich der Verkehr auf wenige Tage konzentriert und dann ganz andere Auswirkungen haben kann.

Eine andere Frage wurde in den öffentlichen Diskussionen bislang noch gar nicht aufgeworfen: Bekanntlich verfügt Hattersheim seit Schließung der Stadthalle über keinen Saal für große Veranstaltungen und Feiern mehr. Könnte das Projekt in Okriftel möglicherweise helfen, diese Lücke auszufüllen? Zumal gerade im Rathaus gerne betont wird, Hattersheim sei eine Stadt, und das Stadtteildenken müsse der Vergangenheit angehören.

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