An der Schulstraße befindet sich das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hattersheim. Unser Archiv-Foto zeigt Stadtbrandinspektor David Tisold (li.) und Gerätewart Pierre Cantarero. Archiv-Foto: nie
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An der Schulstraße befindet sich das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hattersheim. Unser Archiv-Foto zeigt Stadtbrandinspektor David Tisold (li.) und Gerätewart Pierre Cantarero. Archiv-Foto: nie

Feuerwehr

Hattersheim: Absage zum Schutz der Bevölkerung

Für die Brandschützer hat die Corona-Krise spezielle Auswirkungen.

Hattersheim -Corona hat die Menschen gelehrt, Feste und Großereignisse aus ihrem Terminkalender zu streichen. Für die Besucher fallen damit viele beliebte Freizeitbeschäftigungen weg. Dies ist aber nur eine Seite der Pandemie. Auch die Ausrichter der gestrichenen Angebote müssen mit Einbußen auf der Einnahmeseite leben. Für die Hattersheimer Feuerwehr besteht der Nachteil vor allem in der fehlenden Öffentlichkeit. Die freiwilligen Helfer mussten ihren "Tag der offenen Tür", der am vergangenen Wochenende stattfinden sollte, absagen. Normalerweise ist dieser Termin nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch die Gelegenheit, neue Mitglieder anzuwerben. Dies müssen die Brandschützer nun auf anderem Weg versuchen.

Seit 50 Jahren feiert die Freiwillige Feuerwehr ein Sommerfest. Vor fünf Jahren wurde diese Veranstaltung in "Tag der offenen Tür" umbenannt und um einige interaktive Angebote erweitert. Schriftführer Marcel Meuer sieht eine gewisse Ironie darin, dass die Feier nun zum Schutz der Bevölkerung abgesagt werden musste. Eigentlich trage die Durchführung des "Tages der offenen Tür" ja langfristig zum Schutz der Bevölkerung bei, erläutert der Hattersheimer. Die Veranstaltung sei nämlich das wichtigste Medium, um neue Mitstreiter zu gewinnen. Und diese neuen Mitglieder verstärken entweder die Einsatzabteilung oder tragen als Fördermitglieder zur Finanzierung des benötigten Arbeitsmaterials bei.

Am erfolgreichsten sei die Mitgliederwerbung durch den "Tag der offenen Tür" für die Nachwuchsabteilungen. "Da haben wir oft Leute, die im Nachhinein mit ihren Kindern vorbeischauen", sagt Marcel Meuer. Bei der Mini-Gruppe "Feuerlöwen" habe es sogar eine Warteliste gegeben. Erwachsene, die sich als Quereinsteiger der Einsatztruppe anschließen, finde man hingegen seltener. Mit Glück könne man durch das Fest ein oder zwei Aktive dazu gewinnen. Viel mehr Zuspruch verzeichnet die Feuerwehr allerdings bei den Fördermitgliedern. Durchschnittlich ließen sich nach dem "Tag der offenen Tür" zwischen 10 und 15 Förderer für die Unterstützung begeistern, sagt der Schriftführer und Pressesprecher.

Das Grundgerüst zur Finanzierung der Feuerwehrarbeit liefere zwar die Stadt, erklärt Meuer. Der Feuerwehrverein investiere darüber hinaus aber in weitere Gerätschaften, die Einsätze der Wehr erleichterten. Als jüngstes Beispiel für die Verwendung der Fördermittel nennt das Vorstandsmitglied den Erwerb eines sogenannten TACBAG. Die Hattersheimer Wehr hat das neuartige System zur Schlauchkontrolle im Sommer als Ausstattung für die Drehleiter angeschafft. Es handelt sich um eine Art Kabeltrommel, durch die der Schlauch während eines Löschangriffs geordnet abgerollt werden kann. Die Zusatzausrüstung kostete 4600 Euro und wurde bei einem Dachstuhlbrand am 17. Juli erstmals eingesetzt. Ob weitere TACBAGs gekauft werden sollen, will die Feuerwehr nach der Auswertung mehrerer Einsätze entscheiden.

Es gibt aber bereits eine andere geplante Neuanschaffung, bei der die Unterstützung der fördernden Mitglieder zählt: Ein neues Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug soll in zwei Jahren den Fuhrpark der Hattersheimer ergänzen. Die Stadt übernehme die Grundausstattung, während die Zusatzausrüstung aus Fördermitteln finanziert werden soll, erläutert Marcel Meuer.

Fördermitglieder unterstützen die Brandschützer mit einem jährlichen Beitrag von mindestens 21 Euro. Den Mitgliedsantrag können Interessenten auf der Internetseite der Feuerwehr herunterladen. Wer sich den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr anschließen möchte, der kann montags ab 19.30 Uhr einfach beim Übungsabend in der Schulstraße 35 vorbeischauen und erst einmal "reinschnuppern". sas

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