Zu Dienstleistungs-Filialen müssen oft weite Wege in der Stadt zurückgelegt werden. Für Senioren wird dies mit zunehmendem Alter immer beschwerlicher. Archiv-Foto: nie
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Zu Dienstleistungs-Filialen müssen oft weite Wege in der Stadt zurückgelegt werden. Für Senioren wird dies mit zunehmendem Alter immer beschwerlicher. Archiv-Foto: nie

Senioren

Hattersheim: Älter werden ist oft mühevoll

Die Mitglieder eines Arbeitskreis weisen auf Probleme bei Pflegeleistungen sowie im Alltag von Senioren hin.

Hattersheim -Älter werden ist oft beschwerlich. Selbst wenn Senioren im hohen Alter noch bei guter Gesundheit sind, gibt es immer mehr Hürden und Probleme, die es im Alltag zu bewältigen gilt. Dazu gehört die Schließung von Bankfilialen und Räumen, in denen Geldautomaten installiert waren, die mangelnde Versorgung mit Waren für den täglichen Bedarf in der Nähe des Wohnortes, und der Rückzug von Dienstleistern, wie beispielsweise der Post, aus vielen Stadtteilen. Gar nicht zu reden von der meist nicht vorhandenen Barrierefreiheit an Bahnhöfen. Um alle diese Probleme zu benennen und für eine Verbesserung der Verhältnisse einzutreten, ist der Arbeitskreis "Älter werden" in der Kommune zuständig. Seit einigen Jahren berichtet der Arbeitskreis den Stadtverordneten über ihre Treffen. Zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde den Kommunalpolitikern der inzwischen 14. Bericht des Gremiums vorgelegt.

Bei den Sitzungen des Arbeitskreises "Älter werden in Hattersheim" sind regelmäßig Vertreter von 15 bis 20 Institutionen und Senioren-Einrichtungen dabei. Die Themen bei den Treffen des Arbeitskreises reichen vom Pflegenotstand über polizeiliche Präventionsarbeit bis hin zu Problemen von Senioren beim Einkaufen. Beim Bericht über die Sitzungen des Arbeitskreises im vergangene Jahr standen vor allem der Pflegenotstand und die Versorgungslücken bei der ambulanten Pflege für ältere und kranke Menschen im Vordergrund. Einige Teilnehmer des Arbeitskreises beschäftigte besonders die Themen Pflegenotstand und Versorgungslücken bei der ambulanten Pflege. Sie trugen ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse den Arbeitskreis-Teilnehmern vor. So würden sich die Rückmeldungen aus den umliegenden Kommunen häufen, das Pflegebedürftige immer öfter keinen Pflegedienst finden, der ihre pflegerische Versorgung übernehme. Dies betreffe auch die Bereiche der Behandlungspflege, wie zum Beispiel bei der Wundversorgung, die für die Pflegedienste aufgrund von Personalknappheit nicht mehr leistbar seien. Es könne vorkommen, dass Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern nicht aufgenommen würden. Die Versorgung von psychisch Kranken oder Suchtkranken sei ebenfalls sehr schwierig geworden. Hinzu komme, dass aus finanziellen Gründen hauswirtschaftliche Hilfen ohne Pflegebedürftigkeit bereits seit längerer Zeit nicht mehr angeboten werden. Zudem würden für pflegebedürftige ältere Menschen nur in unzureichender Anzahl Tages- oder Kurzzeitpflegeplätze angeboten.

Außerdem sei die medizinische Versorgung allmählich teilweise problematisch. Viele Hausärzte böten keine Hausbesuche mehr an. Im Stadtteil Eddersheim gebe es derzeit nur noch einen niedergelassenen Allgemeinmediziner. Der Arbeitskreis möchte sich weiterhin mit dieser Thematik auseinandersetzen und die Situation der Pflegedienste künftig näher beleuchten.

Erster Stadtrat Karl-Heinz Spengler (FWG) informierte die Teilnehmer des Arbeitskreises über den Beschluss des Magistrates, dass der Arbeitskreis für interessierte Senioren geöffnet wurde. Allerdings ist die Teilnehmerzahl auf fünf Personen begrenzt worden. Nachdem die Öffentlichkeit durch einen Presseartikel darüber informiert wurde, hatten sich prompt vier Interessenten gemeldet. Niklaus Mehrfeld

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